Uli Hoeneß sorgte im Mai 2026 mit einer klaren Aussage für Schlagzeilen: Konrad Laimer sei "nicht Maradona" – und verdiene mit rund neun Millionen Euro pro Jahr bereits mehr als die meisten Spieler in Europa. Hintergrund ist der laufende Gehaltspoker zwischen FC Bayern und dem österreichischen Mittelfeldspieler, dessen Berater bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr fordern. Was Hoeneß' offene Kritik für Profisportler bedeutet – und was Vermögensberater zu solchen Situationen sagen.
Der Gehaltspoker zwischen Laimer und Bayern
Konrad Laimer, Jahrgang 1997, gilt als einer der verlässlichsten Mittelfeldakteure der Bundesliga. Beim FC Bayern München verdient er derzeit laut Medienberichten zwischen acht und neun Millionen Euro brutto jährlich. Seine Beraterseite forderte im Laufe der Vertragsgespräche einen Sprung auf 12 bis 15 Millionen Euro pro Jahr – eine Steigerung von bis zu 67 Prozent.
Am 23. Mai 2026 berichteten mehrere Medien, dass eine neue Verhandlungsrunde begonnen hat. Hoeneß habe sich öffentlich entspannt und auf Laimers Seite zugegangen. Dennoch zeigte der frühere FC-Bayern-Präsident klare Grenzen auf: Laimer sei wichtig – aber er müsse akzeptieren, dass sein Wert nicht an jenem eines weltklasse-Spielers wie Harry Kane gemessen werden könne.
Was der Fall Laimer über Gehaltsverhandlungen lehrt
Der Disput zwischen Hoeneß und Laimers Lager illustriert ein Problem, das viele Profisportler kennen: Wie weit kann man gehen, bevor eine Gehaltsforderung die eigene Karriere beschädigt?
Vermögensberater, die auf Hochverdiener und Sportler spezialisiert sind, kennen dieses Dilemma gut. Ihre Empfehlungen:
Marktvergleich vor Verhandlung: Bevor eine Gehaltsforderung gestellt wird, sollte eine fundierte Analyse der Marktverhältnisse stehen. Was verdienen vergleichbare Spieler in ähnlichen Ligen? Wie ist das finanzielle Gefüge des Vereins? Im Fall Laimer: Bayern zahlte für Harry Kane eine Ablöse von 100 Millionen Euro – ein Spieler auf diesem Niveau darf logischerweise deutlich mehr verlangen als ein Mittelfeldspieler.
Langfristigkeit statt kurzfristiger Maximierung: Ein Vertrag, der kurzfristig das Maximum herausholt, kann langfristig problematisch sein – wenn er die Karriere in einem Verein beendet, bei dem der Spieler wachsen könnte. Für Spieler im Alter von 27 bis 32 Jahren (Laimers aktuelle Phase) empfehlen Finanzberater, Karrierestabilität höher zu gewichten als die letzte Million.
Steueroptimierte Gehaltsgestaltung: In Deutschland werden Spitzengehälter mit bis zu 45 Prozent Einkommensteuer (plus Solidaritätszuschlag) belastet. Eine intelligente Vertragsstruktur – mit Bonuszahlungen, Sachleistungen und Strukturelementen – kann die Steuerlast legal und erheblich senken.
Hoeneß spricht auch über Anthony Gordon und Alphonso Davies
Nicht nur Laimer stand im Fokus von Hoeneß' Öffentlichkeitsauftritten. Auch der Kanadier Alphonso Davies sei "zu teuer" – ein Hinweis, dass Bayern die Gehaltsstruktur insgesamt stärker kontrollieren will. Gleichzeitig soll Hoeneß aktiv am Transfer von Anthony Gordon von Newcastle United (Forderung: 92 Millionen Euro) arbeiten.
Diese Gleichzeitigkeit – sparsam hier, investitionsbereit dort – zeigt: Bayern betreibt gezielte Vermögensverwaltung auf Vereinsebene. Spieler, die den Wert des Vereins für ihre Positionierung nutzen wollen, müssen diesen Kontext verstehen.
Das Karriereende kommt schneller als erwartet
Ein weiterer Aspekt, den Hoeneß' Kommentare indirekt beleuchten: Profisportler haben eine begrenzte Zeit, um zu verdienen. Konrad Laimer ist 27 Jahre alt – statistisch hat er noch sechs bis acht aktive Jahre auf Spitzenniveau vor sich. In dieser Zeit muss er nicht nur für sich, sondern möglicherweise für Jahrzehnte nach dem Sport vorsorgen.
Laut einer Studie der Spielergewerkschaft FIFPro geben rund 45 Prozent der Profifußballer an, nach dem Karriereende finanzielle Schwierigkeiten zu haben. Der Grund ist oft derselbe: Hohe Einnahmen während der aktiven Zeit, aber keine strukturierte Vorsorge danach. Der Fall eines bekannten deutschen Nationalspielers, der nach dem Karriereende seinen gesamten Besitz verkaufen musste, zeigt: Selbst hohe Gehälter schützen nicht vor Insolvenz, wenn die Finanzplanung fehlt.
Das macht jede Gehaltsverhandlung zu mehr als einem kurzfristigen Kampf um Euros: Sie ist auch eine Entscheidung darüber, wie viel Kapital für die Zeit nach dem Sport aufgebaut werden kann.
Was Profisportler über Vermögensplanung wissen sollten
Profisportler sind besondere Fälle in der Finanzplanung: kurze Hauptverdienstphasen, hohe Einkommensschwankungen, starke öffentliche Sichtbarkeit und oft geringe Erfahrung mit komplexen Finanzprodukten. Laut dem deutschen Finanzmarktaufsichtsorgan BaFin sollten Verbraucher mit hohen Einkommen besonders kritisch bei Finanzprodukten sein, die hohe Renditen bei geringen Risiken versprechen.
Was Vermögensberater für Sportler empfehlen:
- Liquiditätsreserve: Mindestens zwei bis drei Jahresgehälter sollten als jederzeit verfügbares Polster vorgehalten werden. Verletzungen, Vertragsauflösungen oder Karriereenden sind im Profiball jederzeit möglich.
- Diversifizierung: Nicht alles in Immobilien oder den eigenen Verein investieren. Eine breite Streuung über Aktien, Anleihen, Immobilien und private Beteiligungen schützt vor Klumpenrisiken.
- Altersvorsorge mit Weitsicht: Sportler beenden ihre Karriere im Schnitt mit 33 bis 35 Jahren. Bis zur gesetzlichen Rente liegen dann noch 30+ Jahre – ohne Karriereeinkommen. Private Vorsorge ist Pflicht, nicht Option.
- Vertrauen in Experten – aber mit Kontrolle: Gerade bei hohen Summen ist die Versuchung groß, alles einem Berater zu überlassen. Empfehlenswert: selbst informiert bleiben, Berichte regelmäßig lesen und bei Unklarheiten kritisch nachfragen.
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Wann ein Vermögensberater aufgesucht werden sollte
Für Profisportler – und auch für gut verdienende Angestellte jenseits des Fußballs – gilt: Der richtige Zeitpunkt für eine Vermögensberatung ist nicht das Ende der Karriere, sondern der Anfang. Spätestens beim ersten Profivertrag sollte eine unabhängige Finanzberatung in Anspruch genommen werden. Unabhängig bedeutet: kein Berater, der ausschließlich auf Provisionsbasis arbeitet, sondern einer, der auf Honorarbasis tätig ist.
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Hinweis: Dieser Artikel dient allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Anlageentscheidungen sollten stets in Abstimmung mit einem qualifizierten Berater getroffen werden.

Julia Richter