Am 5. Juni 2026 stehen sich Ungarn und Finnland um 17:45 Uhr in der Puskás Aréna in Budapest gegenüber — ein internationales Testspiel ohne Pflichtcharakter, aber mit einem Blick auf den ungarischen Kapitän Dominik Szoboszlai, der nach einer weiteren starken Saison mit dem FC Liverpool als einer der wertvollsten Mittelfeldspieler Europas gilt. Für viele junge deutsche Spielerinnen und Spieler, die in den Sommerferien Probetrainings absolvieren, ist sein Aufstieg mehr als nur sportlich interessant. Er zeigt, wie früh finanzielle Weichen im Profifußball gestellt werden — und welche Fehler ein Vermögensberater verhindern kann.
Was am 5. Juni in Budapest auf dem Spiel steht
Beide Mannschaften kommen aus enttäuschenden WM-Qualifikationskampagnen: Finnland landete in Gruppe G mit den Niederlanden und Polen auf dem dritten Platz, Ungarn verpasste die Endrunde ebenfalls. Das Testspiel dient daher vor allem dem Aufbau für die EM-Qualifikation 2028 und der Form des Kapitäns. Szoboszlai selbst nutzt die Gelegenheit, sein Vertragsumfeld nach einer weiteren Premier-League-Saison neu zu bewerten — Transfermarktanalysten sehen ihn aktuell im Bereich oberhalb der 100-Millionen-Euro-Marke.
Für deutsche Talente, die in den nächsten Monaten Verträge bei kleineren Bundesligaklubs oder zweiten Mannschaften unterzeichnen, ist diese Zahl weit weg — die strukturellen Fragen aber identisch.
Was junge Profis bei der Karriereplanung übersehen
Die meisten Spielerinnen und Spieler unter 25 Jahren erhalten ihre ersten relevanten Verträge in einem Lebensabschnitt, in dem sie weder Erfahrung mit Steuerfragen noch mit langfristigem Vermögensaufbau haben. Vier Bereiche werden regelmäßig unterschätzt:
- Steuerliche Gestaltung der Einkünfte: Wechselt ein Spieler zwischen Ligen oder Ländern, greifen Sondernormen wie § 49 EStG für beschränkt Steuerpflichtige. Ohne Beratung drohen Doppelbesteuerung und Nachforderungen.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Profifußballer haben ein extrem hohes Karriere-Endrisiko. Eine sportartspezifische BU-Police ist meist deutlich teurer als die Standardvariante — aber unverzichtbar.
- Liquiditätsplanung nach Karriereende: Die durchschnittliche aktive Karriere im Profifußball liegt laut FIFPRO-Erhebungen unter zehn Jahren. Wer mit 32 aufhört, muss noch 50 Jahre Lebensunterhalt finanzieren.
- Beraterhonorare und Provisionen: Spielerberater verdienen typischerweise prozentual am Transfer- oder Gehaltsvolumen. Ohne unabhängige Prüfung der Verträge entstehen Interessenkonflikte zwischen Karriereberatung und Vermögensschutz.
Warum Szoboszlais Verlauf typisch ist
Szoboszlai unterzeichnete seinen ersten Profivertrag bei Red Bull Salzburg mit 16. Schon damals war er von einem Beraterstab umgeben. Nach Stationen in Leipzig wechselte er 2023 für rund 70 Millionen Euro nach Liverpool. Das Tempo dieser Entwicklung ist außergewöhnlich — die zugrunde liegende Logik aber nicht: Junge Spieler werden früh in Vertragsstrukturen geführt, deren steuerliche und finanzielle Wirkung sie erst Jahre später vollständig verstehen.
Wer als Eltern eines Nachwuchstalents Verträge prüfen lässt, sollte daher nicht nur das sportliche Angebot, sondern auch die Vergütungsstruktur, Bonuskaskaden und steuerliche Behandlung verstehen lassen.
Was ein Vermögensberater für Profisportler leistet
Ein auf Profisportler spezialisierter Vermögensberater unterscheidet sich in drei Punkten von einem klassischen Vermögensverwalter:
- Internationale Steuerexpertise: Wer im Ausland spielt, fällt unter mehrere Steuerregime. Doppelbesteuerungsabkommen müssen aktiv genutzt werden.
- Cashflow-Glättung: Hohe, aber zeitlich konzentrierte Einkünfte werden so investiert, dass nach dem Karriereende ein verlässlicher Lebensunterhalt bleibt.
- Risikodiversifikation: Karriereende-Risiko (Verletzung), Marktrisiko (Aktien, Immobilien) und Klumpenrisiko (zu viele Investitionen in einen Sektor) werden getrennt gesteuert.
Die seriösen Honorare in Deutschland liegen meist zwischen 0,75 und 1,5 Prozent des verwalteten Vermögens jährlich — bei jüngeren Spielern oft kombiniert mit einem festen Stundensatz für Beratung.
Welche Verbraucherrechte greifen
Vermögensberatung in Deutschland ist über das Wertpapierhandelsgesetz und die MiFID-II-Richtlinie streng geregelt. Anlegerinnen und Anleger haben Anspruch auf eine schriftliche Anlageempfehlung, eine Geeignetheitsprüfung und transparente Kostenausweisung. Wer Verträge mit einem Vermögensberater unterzeichnet, sollte diese Pflichten kennen — sie schützen auch junge Profisportler.
Eine offizielle Übersicht über die wesentlichen Anlegerrechte und Beratungspflichten finden Sie auf dem Verbraucherportal der BaFin. Die BaFin reguliert und beaufsichtigt deutsche Wertpapierdienstleistungsunternehmen — und ist die erste Anlaufstelle bei Streitfällen mit Beratern.
Was Fans am 5. Juni außerdem im Blick haben sollten
Für viele Fans ist das Testspiel auch ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Sommer-Wochen, in denen Bundesligavereine ihre Trikot-, Ticket- und Reise-Budgets für die Männer-WM 2026 finalisieren. Wer Tickets oder Reisen plant, sollte seine Liquidität im Auge behalten — gerade nach einer Inflationsperiode. Und auch Sammler des offiziellen Panini-WM-Albums 2026 mit Gesamtkosten von rund 1.550 Euro sollten ihre Sportausgaben realistisch ins Haushaltsbudget einplanen.
Wann eine Beratung sich lohnt
Ein junger Profi, der bereits einen ersten Vertrag im fünfstelligen Monatsgehalt unterzeichnet hat, sollte einen Vermögensberater nicht erst nach dem zweiten Wechsel hinzuziehen. Eine erste Beratung — typischerweise ein bis zwei Sitzungen für insgesamt 400 bis 800 Euro — klärt grundlegende Fragen zu Steuerklasse, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge und Notgroschen.
Für Eltern minderjähriger Talente gilt das doppelt: Bevor ein Vertrag unterschrieben wird, sollten sowohl ein Anwalt für Sportrecht als auch ein Vermögensberater die finanziellen Konsequenzen für die kommenden zehn Jahre durchgerechnet haben. Karrieren wie die von Szoboszlai sehen von außen mühelos aus — sie funktionieren nur, weil im Hintergrund von Beginn an seriös geplant wurde.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine individuelle Anlageberatung. Wenden Sie sich an einen nach §32 KWG zugelassenen Vermögensberater oder eine Honorarberatung Ihres Vertrauens.

Julia Richter