Roland Garros 2026 startet: Alcaraz-Handgelenksverletzung und was das für Hobbyspieler bedeutet

Tennisspieler auf dem roten Sand von Roland Garros in Paris

Photo : Ank Kumar / Wikimedia

Lena Lena MeyerGesundheit
4 Min. Lesezeit 24. Mai 2026

Roland Garros 2026 hat heute, am 24. Mai, in Paris begonnen — und ein Schatten liegt über dem Turnier: Carlos Alcaraz, zweifacher Vorjahressieger und einer der besten Tennisspieler der Welt, hat sich aufgrund einer Handgelenksverletzung aus dem Teilnehmerfeld zurückgezogen. Jannik Sinner, Novak Djokovic und Alexander Zverev führen nun das Feld an. Das Thema Verletzungsprävention rückt damit gleich zum Auftakt des wichtigsten Sandplatzturniers der Welt in den Mittelpunkt.

Was ist eine Handgelenksverletzung beim Tennis?

Das Handgelenk ist beim Tennis einer der am stärksten belasteten Körperbereiche. Ob beim Aufschlag, beim Topspin oder beim Slice — jeder Schlag belastet die kleinen Knochen, Sehnen und Bänder im Handgelenk. Bei Carlos Alcaraz handelt es sich laut Medienberichten um eine Verletzung, die ihn daran hindert, volle Schlagkraft zu entwickeln — ein Warnsignal, das Sportmediziner sehr ernst nehmen.

Typische Handgelenksverletzungen im Tennis sind vielfältig. Die häufigsten sind:

  • TFCC-Verletzungen (Triangular Fibrocartilage Complex): Schäden am Faserknorpelkomplex auf der Ellenseite des Handgelenks, oft durch Rotationsbewegungen beim Topspin ausgelöst
  • Ganglion-Zysten: Flüssigkeitsgefüllte Beulen, die auf Überbelastung hinweisen und durch Druck Schmerzen verursachen können
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis): Häufig bei Spielern, die einseitig trainieren oder deren Schlagtechnik Fehler aufweist
  • Stressfrakturen: Insbesondere am Kahnbein (Os scaphoideum), oft durch wiederholte Mikrotraumata bei intensivem Spielbetrieb

Die Diagnose dieser Verletzungen erfordert in der Regel ein MRT oder eine Ultraschalluntersuchung. Röntgenbilder allein reichen oft nicht aus.

Wann sollten Hobbyspieler zum Arzt?

Viele Amateurtennis­spieler ignorieren Handgelenksbeschwerden, bis sie chronisch werden. Das ist ein teurer Fehler. Laut Sportmedizinern gibt es klare Warnsignale, bei denen ein Arztbesuch nicht aufgeschoben werden sollte:

  • Schmerzen, die noch Stunden nach dem Spiel anhalten
  • Schwellungen oder Rötungen im Bereich des Handgelenks
  • Ein Knacken oder Reibegefühl bei Bewegung
  • Kraftverlust beim Greifen oder beim Schlagen
  • Taubheitsgefühl in Fingern oder Unterarm

Ähnlich wie bei der Verletzungswelle bei den Miami Open 2026 zeigt sich auch bei Roland Garros, dass der Sandplatz trotz seiner gelenkschonenden Eigenschaften intensive Anforderungen stellt — besonders für das Handgelenk durch den ausgeprägten Topspin.

Überbelastungssyndrome: Die häufigsten Beschwerden bei Tennissachverständigen

Handgelenksprobleme beim Tennis entstehen selten durch einen einzelnen Unfall. Häufiger sind Überlastungsschäden, die sich über Wochen oder Monate aufbauen. Hobbyspieler, die das ganze Jahr über spielen, ohne ausreichende Regeneration einzuplanen, sind besonders gefährdet.

Tennisamateure, die sich wiederholt verletzen, kennen das Muster gut: Ein Zwicken wird ignoriert, der Schmerz nimmt zu, bis schließlich eine erzwungene Spielpause notwendig wird. Gerade der Tennisarm (Epicondylitis lateralis) ist eine klassische Überlastungsverletzung, die sich auch im Handgelenk­bereich manifestieren kann.

Wichtige Sofortmaßnahmen bei Überbelastungssymptomen:

  • Sofortige Spielpause bei akuten Schmerzen — kein Weiterspielen auf Schmerzmittel
  • Kühlen mit Eispack (maximal 15 Minuten, nie direkt auf die Haut)
  • Ruhigstellung mit einer Bandage oder Orthese bis zur ärztlichen Abklärung
  • Keine Selbstmedikation mit entzündungshemmenden Mitteln ohne Rücksprache mit einem Arzt

Behandlungsmöglichkeiten: Von der Physiotherapie bis zur OP

Je nach Schweregrad der Verletzung gibt es unterschiedliche Behandlungsoptionen. Leichte Überbelastungen heilen oft durch Ruhe und gezielte Physiotherapie. Mittelschwere Verletzungen — wie Sehnen­scheidenent­zündungen oder kleine TFCC-Risse — können mit Ultraschall­behandlung, Stoßwellentherapie oder kortisonhaltigen Injektionen behandelt werden.

Schwere Verletzungen, wie vollständige Sehnenrupturen oder Stressfrakturen am Kahnbein, erfordern manchmal einen operativen Eingriff. Besonders bei Kahnbeinfrakturen ist eine schnelle Diagnose entscheidend: Wird die Verletzung übersehen oder zu spät behandelt, droht eine Knochennekrose, die dauerhaften Schaden verursacht.

Roland Garros 2026: Was Amateure von den Profis lernen können

Profispieler wie Alcaraz haben Sportmediziner, Physiotherapeuten und eine komplette Betreuungsmannschaft. Hobbyspieler müssen selbst auf ihren Körper hören. Das diesjährige Roland Garros bietet dabei wichtige Lektionen.

Neu ab 2026: Das Turnier erlaubt erstmals den Einsatz vernetzter Geräte wie Whoop-Bänder für Spieler. Diese Technologie misst Herzfrequenz, Schlafqualität und Erholungsstatus in Echtzeit — Daten, die Profis und zunehmend auch Amateursportler nutzen, um Überbelastung frühzeitig zu erkennen. Das Preisgeld in Paris beträgt 2026 insgesamt 61,7 Millionen Euro — für Profis ein starker Anreiz, trotz Schmerzen zu spielen. Genau davor warnen Sportmediziner: Verletzungen, die durch Weiterspielen verschlimmert werden, können zu Dauerschäden führen.

Prävention: So schützen Sie Ihr Handgelenk auf dem Tennisplatz

Viele Handgelenksverletzungen sind durch einfache Maßnahmen vermeidbar. Empfehlungen von Sportmedizinern:

  1. Technikcheck: Viele Verletzungen entstehen durch fehlerhafte Schlagtechnik. Ein Trainer erkennt Defizite, bevor sie zum Problem werden.
  2. Aufwärmen: Handgelenksrotationen und leichtes Stretching vor dem Spiel reduzieren das Verletzungsrisiko.
  3. Richtige Ausrüstung: Ein Schläger mit zu hohem Gewicht oder ungünstiger Griffgröße erhöht die Belastung auf Sehnen und Bänder.
  4. Spielpausen: Mindestens ein trainingsfreier Tag pro Woche lässt Sehnen und Bänder regenerieren.

Informationen zu Sportverletzungen und Prävention bietet die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), die auch Empfehlungen für Freizeitsportler herausgibt.

Fazit: Auf Warnsignale hören

Alcaraz' Rückzug von Roland Garros 2026 ist eine Erinnerung daran: Auch Weltklassespieler müssen ihre körperlichen Grenzen respektieren. Für Hobbyspieler gilt das erst recht. Wer bei anhaltenden Handgelenksbeschwerden nicht zum Sportarzt geht, riskiert chronische Schäden. Eine Untersuchung ist immer besser als eine monatelange Zwangspause — oder ein dauerhafter Schaden.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Fachberatung.

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