Sportarzt untersucht die Schulter eines Tennisspielers in einer modernen Klinik

Miami Open 2026: Djokovic, Rune, Fritz — warum Tennisprofis ihre Karriere riskieren und was Sportärzte raten

Sportmedizin 4 Min. Lesezeit 19. März 2026

Beim Miami Open 2026 haben sich allein in der ersten Turnierwoche sechs ATP-Spieler verletzt zurückgezogen — darunter Weltklasseathleten wie Novak Djokovic (Schulter), Holger Rune (Achilles) und Taylor Fritz (Knie). Sportärzte warnen: Das Tenniskalender-Modell ist an seinen Grenzen angekommen.

Das Miami Open 2026 findet vom 19. bis 30. März im Hard Rock Stadium statt und gehört zu den wichtigsten Masters-1000-Turnieren des Jahres. Doch noch bevor die Hauptrunde in vollem Gange ist, dominieren Verletzungen die Schlagzeilen. Laut einem Bericht von Last Word on Sports haben sich bis zum 15. März 2026 sechs ATP-Spieler der Weltspitze vom Turnier zurückgezogen — eine Rekordzahl für diesen frühen Zeitpunkt in der Saison.

Wer fehlt beim Miami Open 2026 und warum?

Die Liste der verletzten Spieler liest sich wie ein Who's who des Welttennis:

Novak Djokovic zog sich eine Schulterrechtsverletzung zu, die ihn zum Rückzug aus Miami zwang. Laut seinem Team sei es "nicht ernsthaft", aber der 24-fache Grand-Slam-Champion ist bereits 38 Jahre alt — ein Alter, in dem Verletzungen länger brauchen, um vollständig zu heilen. Die Verletzung trat bei seiner Vorbereitung auf die Hartplatzsaison auf.

Holger Rune kämpft seit dem Stockholm-Turnier Ende 2025 mit einer schweren Achillessehnenverletzung. Die Achillessehne ist bei Tennisprofis eine der kritischsten Körperregionen, da das Spiel explosive Richtungswechsel und ständige Sprungbelastungen erfordert. Eine vollständige Genesung dauert typischerweise sechs bis neun Monate.

Taylor Fritz zieht in Betracht, die gesamte Sandplatzsaison auszulassen, um sein chronisches Knieproblem endlich richtig ausheilen zu lassen. Diese Entscheidung könnte seinen Weltranglistenplatz kosten — zeigt aber, wie ernst die Verletzungssituation ist.

Lorenzo Sonego hat seit einem Handgelenksproblem Anfang 2026 kein offizielles Turniermatch mehr bestritten. Ben Shelton kämpfte mit einer Erkrankung nach einem Sturz in Indian Wells.

Was Sportärzte hinter diesen Verletzungsmustern sehen

Dr. Marcus Wellmann, Sportmediziner und auf Expert Zoom für Konsultationen verfügbar, erklärt: "Was wir bei den Top-Spielern sehen, ist die klassische Chronifizierung von Überlastungsschäden. Der ATP-Kalender gibt dem Körper schlicht nicht genug Zeit zur vollständigen Regeneration zwischen Masters-Turnieren, Grand Slams und Davis-Cup-Spielen."

Tennisspieler absolvieren bis zu 80 bis 100 Wettkampfmatches pro Jahr, dazu Training und Reisen. Die häufigsten Verletzungsmuster sind:

Achillessehne und Knie leiden unter dem hochintensiven Stop-and-Go des Tennisspiels. Jede Richtungsänderung erzeugt enorme Scherkräfte. Bei Holger Rune dauert die Achillessehnenentzündung bereits vier Monate — ein Zeichen, dass die Verletzung wahrscheinlich lange ignoriert wurde.

Schulterprobleme sind bei Serves besonders häufig. Ein Tennisprofi schlägt beim Training täglich bis zu 500 Aufschläge. Die Rotatorenmanschette — ein komplexes System aus vier Muskeln und Sehnen — ist das schwächste Glied dieser Belastungskette. Bei Djokovic deutet die Verletzung auf ein Überlastungssyndrom hin.

Handgelenksverletzungen entstehen oft durch biomechanische Fehler im Schlagmoment. Bei Sonego scheint eine chronische Entzündung vorzuliegen, die ohne vollständige Pause nicht ausheilt.

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Was Hobbysportler aus diesen Profiverletzungen lernen können

Die Verletzungen von Weltklasseathleten sind keine fernen Probleme — sie reflektieren Muster, die Sporttreibende auf allen Niveaus kennen. "Das Syndrom des übertrainierten Amateursportlers ist noch häufiger als beim Profi", erklärt Dr. Wellmann. "Amateure haben keine Physiotherapeuten, die täglich kontrollieren, und neigen dazu, Schmerzsignale zu ignorieren, weil sie ins nächste Wochenendturnier oder in die nächste Laufveranstaltung wollen."

Wann sollten Hobbysportler zum Arzt?

  • Schmerzen, die mehr als drei Tage nach einer Trainingseinheit anhalten
  • Schwellung oder Wärme an Gelenken nach dem Sport
  • Kraftverlust in einem Arm oder Bein ohne erkennbare Ursache
  • Nachtschmerzen, die den Schlaf unterbrechen
  • Wiederkehrende Schmerzen an derselben Körperstelle über mehrere Wochen

"Viele meiner Patienten kommen zu mir, wenn aus einer leichten Entzündung bereits ein Riss geworden ist", sagt Dr. Wellmann. "Ein Sportarzt kann frühzeitig durch Ultraschall oder MRT feststellen, ob eine Struktur gefährdet ist — bevor es zur ernsthaften Verletzung kommt."

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Die Diagnose: Tennisarm, Achillessehne oder Knie — was ist was?

Die drei häufigsten Sportverletzungen im Tennis haben unterschiedliche Behandlungsansätze:

Tennisarm (laterale Epikondylopathie): Schmerzen auf der Außenseite des Ellbogens, typischerweise beim Aufnehmen von Objekten. Behandlung: Physiotherapie, Exzentertraining, im Extremfall platelet-rich plasma (PRP) Injektionen oder Operation.

Achillessehnenentzündung: Morgendlicher Anlaufschmerz, Steifheit, Druckschmerz. Behandlung: Absolute Ruhigstellung in der akuten Phase, danach exzentrisches Krafttraining, Einlagen. Niemals weiterspielen!

Knieprobleme (Jumper's Knee): Schmerzen direkt unterhalb der Kniescheibe. Häufig bei Spielern, die häufig springen. Behandlung: Progressive Belastungssteigerung, Physio, ggf. Stosswellentherapie.

Jetzt sportmedizinisch beraten lassen

Die Verletzungswelle beim Miami Open 2026 zeigt: Präventive Sportmedizin ist kein Luxus — sie ist notwendig. Ob Sie Tennisspieler, Läufer oder Fitnesssportler sind: Ein Sportarzt kann Ihr Trainingsprogramm analysieren und Überlastungssignale frühzeitig erkennen.

Expert Zoom bietet Online-Konsultationen mit Sportmedizinern an — schnell, unkompliziert und ohne Wartezeit. Besuchen Sie unsere Sportmedizin-Experten auf Expert Zoom.

Hinweis: Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Beschwerden stets einen qualifizierten Arzt.

Saisonplanung wie ein Profi: Regeneration einplanen

Was Hobbysportler vom Profisport abschauen können, ist die Bedeutung von Periodisierung. Tennisprofis planen nicht nur ihr Training, sondern auch ihre Erholungsphasen. Das heißt konkret:

  • Nach intensiven Trainingsphasen folgen immer aktive Regenerationswochen mit reduzierter Intensität
  • Mindestens zwei Ruhetage pro Woche sind eingeplant
  • Beim Auftreten erster Schmerzsignale wird das Training sofort angepasst

Für Hobbysportler gilt dasselbe Prinzip: Wer an 6 Tagen die Woche trainiert und dabei keine Regeneration einplant, riskiert genau das, was Djokovic, Rune und Fritz gerade erleben. "Die besten Sportler sind nicht die, die am härtesten trainieren, sondern die, die am klügsten trainieren," betont Dr. Wellmann. Eine Sportmedizin-Konsultation hilft Ihnen, Ihr persönliches Trainingsprogramm so zu gestalten, dass Sie langfristig verletzungsfrei aktiv bleiben.

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