70 Millionen für Marmoush: Was der Manchester-City-Transfer über Profifußball als Investment verrät

Ägyptische Fußballspieler feiern einen Treffer – Omar Marmoush ist Schlüsselspieler der Nationalmannschaft bei der WM 2026

Photo : Jeanpierrekepseu / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 15. Mai 2026

Manchester City hat seinen Angebotspreis für Omar Marmoush festgelegt: 70 Millionen Euro. Das meldeten mehrere internationale Fußballmedien am 13. und 14. Mai 2026, als Barcelonas und Atlético Madrids Interesse am ägyptischen Stürmer konkret wurde. Der 27-Jährige hatte erst im Januar 2025 für rund 70 Millionen Euro aus Frankfurt gewechselt – und steht bereits anderthalb Jahre später wieder als Abgangskanditat fest. Sein Fall zeigt, wie schnell sich Investitionen im professionellen Fußball wertlos machen können – und was das mit professioneller Vermögensplanung zu tun hat.

Von Frankfurt nach Manchester: Die Zahlen hinter dem Transfer

Omar Marmoush war in der Saison 2024-25 einer der besten Stürmer der Bundesliga. Bei Eintracht Frankfurt erzielte er herausragende Werte – was Manchester City im Winter 2025 dazu veranlasste, 70 Millionen Euro für den Ägypter zu zahlen. Trotz des Rekordbetrags startete er in der Premier-League-Saison 2025-26 nur 14 Mal in der Startelf. Am 13. Mai 2026 traf er zwar im 3:0-Sieg gegen Crystal Palace – und gewann damit laut Medienberichten die Auszeichnung für das Premier-League-Tor der Saison. Doch unter Pep Guardiola blieb er eine Randfigur.

Das Ergebnis: Manchester City verlangt nun denselben Preis, den sie 2025 bezahlt haben – obwohl der Spieler in eineinhalb Jahren kaum eingesetzt wurde. Für Investoren klingt das nach Sunk Cost, unveräußerlichem Sachvermögen und Bewertungsproblemen.

Das Paradox der Großinvestition: Einsatzzeit vs. Marktwert

Im traditionellen Investmentdenken ist ein Asset, das wenig genutzt wird, schnell an Wert verliert. Bei Profifußballern funktioniert das anders – und das ist aufschlussreich:

Spielformen der Werterhaltung: Marmoush behält seinen Marktwert nicht trotz, sondern wegen weniger Starts. Ein Spieler, der selten spielt, altert vermeintlich weniger, hat weniger Verletzungsrisiko und gilt als "frisch". Barcelona und Atlético wissen: Kaufen sie Marmoush, bekommen sie einen ausgeruhten Erstliga-Stürmer auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Das Reputationssignal: Ein Verein wie Manchester City, der 70 Millionen bezahlt hat, wird diese Summe als Mindestreferenz für Verhandlungen nutzen. Würde City für weniger verkaufen, würde es öffentlich zugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Das Preisschild ist deshalb zum Teil ein psychologisches Schutzkonstrukt.

Das Verletzungsrisiko als Abzugsposten: Wäre Marmoush in 30 Spielen aufgelaufen und hätte ein Knieproblem entwickelt, wäre sein Marktwert eingebrochen. Die geringe Spielzeit ist für potenzielle Käufer also kein reiner Nachteil.

Was der Transfermarkt über Vermögensbewertung verrät

Der Profifußball ist einer der wenigen Märkte, in denen menschliches Kapital wie ein handelbares Asset bewertet wird. Für Vermögensberater und Anleger ergeben sich aus Transfers wie dem von Marmoush interessante Parallelen:

Liquidität schlägt Rendite: Ein Spieler mit 70-Millionen-Preisschild ist schwerer verkäuflich als ein Spieler mit 30 Millionen. Dasselbe gilt für Immobilien oder Private-Equity-Beteiligungen: Je höher der Einstiegspreis, desto kleiner der potenzielle Käuferkreis.

Nutzung und Abschreibung: Im klassischen Finanzrecht werden Sachvermögen über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Fußballspieler haben eine biologische Karrierelaufzeit von etwa 10 bis 15 Jahren auf höchstem Niveau. Ein 27-jähriger Stürmer hat theoretisch noch 5 bis 7 starke Jahre vor sich – was die hohe Bewertung stützt.

Diversifikation als Risikoschutz: Manchester City kauft nicht einen Spieler, sondern setzt auf ein Portfolio von Sturmoptionen. Fällt eine Option aus (Verletzung, Formverlust), springen andere ein. Einzelanleger sollten dasselbe Prinzip auf ihr Vermögen anwenden: Ein Klumpenrisiko in einer Position – ob Aktie, Immobilie oder Beteiligung – ist ebenso gefährlich wie ein Team mit nur einem Stürmer.

Die offiziellen Regelwerke zu Spielertransfers und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsanforderungen finden sich auf der UEFA-Website zur finanziellen Nachhaltigkeit im Fußball.

Weltmeisterschaft 2026 als Kurssteigerung

Ein weiterer Faktor, der Marmoushs Marktwert stabil hält: die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Ägypten hat sich qualifiziert und spielt in Gruppe G gegen Belgien, Iran und Neuseeland. Marmoush ist neben Mohamed Salah der wichtigste Angriffsspieler des ägyptischen Teams.

Für potenzielle Käufer bedeutet das: Wer Marmoush jetzt transferiert, hat einen Spieler, der bei der WM auf der Weltbühne sichtbar sein wird – mit entsprechendem Marketingwert. Global bekannte Spieler bringen Trikotverkäufe, Social-Media-Reichweite und Sponsorenpotenzial mit. Das ist im modernen Fußball mittlerweile ein eigenständiger Wertfaktor.

Was ein Sportvermögensberater Athleten in dieser Situation raten würde

Omar Marmoush verdient nach Medienberichten rund 200.000 Pfund pro Woche bei Manchester City – eine Summe, die selbst bei kurzem Verbleib zu einem erheblichen Vermögen führt. Profisportler in ähnlichen Situationen stehen jedoch vor klassischen Herausforderungen der Vermögensplanung:

  • Transferunsicherheit als Einkommensrisiko: Ein Wechsel kann Gehaltskürzungen bedeuten, insbesondere wenn der neue Verein weniger finanzkräftig ist als City.
  • Steuerliche Unterschiede je nach Zielland: Spanien (Barcelona, Atlético) bietet mit der sogenannten „Beckham-Rule" spezielle Steuerkonditionen für ausländische Arbeitnehmer – was das Nettoeinkommen erheblich beeinflussen kann.
  • Altersvorsorge und Anlagestrategie: Profifußballer haben in der Regel eine begrenzte Aktivzeit. Die Frage, wie sie ihr Vermögen während der Karriere anlegen und für die Zeit danach absichern, ist zentral.

Wer als Sportler oder als Berater von Sportlern professionelle Unterstützung bei Vermögensplanung und internationalem Steuerrecht sucht, findet auf Expert Zoom Experten für Sportvermögensberatung und internationales Steuerrecht.

Warum deutsche Fans und der Bundesliga-Markt aufhorchen

In Deutschland ist Marmoush kein Unbekannter. Drei Jahre lang zeigte er bei Eintracht Frankfurt, was er kann – und wechselte dann auf Druck großer Ambitionen nach England. Sein möglicher Abgang von Manchester City wäre auch für die Bundesliga eine Botschaft: Der globale Transfermarkt saugt deutsche Talente auf, zahlt hohe Ablösen und kann Spieler dennoch kaum nutzen. Für deutsche Klubs bedeutet das, dass gut ausgebildete Spieler selbst nach Rekordverkäufen kurzfristig wieder verfügbar werden können – allerdings zu Preisen, die Bundesliga-Klubs selten stemmen können.

Fazit: 70 Millionen als Spiegel eines Marktes

Der Fall Omar Marmoush ist mehr als eine Transfergeschichte. Er zeigt, wie Märkte mit Ungewissheit umgehen, wie Preise durch psychologische Mechanismen gestützt werden und wie Sportvermögen bewertet wird. Ob Barcelona, Atlético oder Aston Villa – wer zahlt, zahlt nicht nur für Tore. Er kauft Markenwert, Weltcup-Präsenz und das Versprechen auf bessere Auslastung als in Manchester.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Anlageberatung. Bei konkreten Fragen zur Vermögensplanung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Berater.

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