Michael van Gerwen ist im April 2026 wieder auf dem Vormarsch: Der dreifache Darts-Weltmeister startet bei der European Darts Grand Prix in Sindelfingen, nach einer durchwachsenen Saison 2025, die er selbst als sein "schlechtestes Jahr" bezeichnete. Doch jenseits des Oche, der Wurfscheibe und der Highscores stellt sein Werdegang eine Frage, die viele Freiberufler und Selbstständige in Deutschland brennend interessiert: Wie finanziert, sichert und versteuert man eigentlich eine Profikarriere als international tätiger Solo-Sportler?
Van Gerwen 2026: Comeback eines Champions
Van Gerwen — "MvG", wie ihn seine Fans nennen — liegt beim World Darts Championship-Turnier im Viertelfinale gegen Gary Anderson aus. Beim Premier League Darts Night One feierte er jedoch bereits wieder einen Sieg. Jetzt tritt er in Sindelfingen bei der European Darts Grand Prix an und visiert die dritte Krone an.
Darts ist in Deutschland kein Randsport mehr. Nach dem Boom durch Luke Littler und dem wachsenden deutschen Publikum bei Major-Events ist die Sportart auf dem Radar der Medien. Van Gerwen verdient als einer der bestbezahlten Darts-Profis weltweit — nach Schätzungen zwischen 1 und 2 Millionen Euro jährlich, inklusive Preisgeldern, Sponsoren und Auftritten.
Profi-Sport und Steuern: Was Freiberufler lernen können
Für Sportprofis gelten in den meisten EU-Ländern ähnliche steuerliche Regeln wie für Freiberufler und Selbstständige: Einkommen muss vollständig deklariert werden — Preisgelder, Sponsorenverträge, Merchandising, Auftrittshonorare. Das unterscheidet sich strukturell kaum von dem, womit ein selbstständiger IT-Berater, Grafiker oder Übersetzer konfrontiert ist.
Die häufigsten steuerlichen Fallstricke für Selbstständige in Deutschland:
- Einkommensteuer auf alle Einkünfte — auch im Ausland erzielte Preisgelder müssen in Deutschland versteuert werden, wenn der Wohnsitz in Deutschland ist
- Gewerbesteuerpflicht — bei gewerblicher Tätigkeit ab 24.500 Euro Freigrenze fällig
- Umsatzsteuerpflicht — Kleinunternehmerregelung bis 25.000 Euro Umsatz (§ 19 UStG), darüber hinaus reguläre Pflicht
- Rentenversicherung — Selbstständige sind häufig nicht automatisch in der gesetzlichen Rente abgesichert
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) waren 2024 rund 3,9 Millionen Menschen in Deutschland selbstständig tätig — viele davon ohne ausreichende Altersvorsorge. Das ist ein strukturelles Problem, das Sportprofis wie Van Gerwen genauso betrifft wie den Freelancer nebenan.
Altersvorsorge für Freiberufler: Die unterschätzte Lücke
Wer wie van Gerwen heute auf Höchstniveau performt, kann morgen durch Verletzung, Krankheit oder nachlassendes Leistungsvermögen aus dem Profizirkus fallen. Das gilt eins zu eins auch für Selbstständige aller Branchen.
In Deutschland ist die gesetzliche Rentenversicherung für Freiberufler nicht obligatorisch — es sei denn, sie sind in einem Versorgungswerk pflichtversichert (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten). Alle anderen müssen selbst vorsorgen. Die Optionen:
- Private Rentenversicherung — klassisch oder fondsgekoppelt
- Rürup-Rente (Basisrente) — steuerlich absetzbar, besonders vorteilhaft bei hohem Einkommen
- Betriebliche Altersversorgung — auch für Solo-Selbstständige über eine GmbH möglich
- Immobilien — klassische Absicherung, aber illiquide
- ETF-Sparplan — flexibel, kostengünstig, gut planbar für langfristige Geldanlage
Ein Vermögensberater kann helfen, die richtige Mischung zu finden — und vor allem: frühzeitig mit der Planung anzufangen. Denn jedes Jahr ohne Vorsorge kostet im Alter überproportional.
Internationale Einkünfte: Ein komplexes Feld
Van Gerwen lebt in den Niederlanden, tritt weltweit an und erzielt Einkommen in Großbritannien, Deutschland, den USA und darüber hinaus. Für ihn ist eine clevere Steuerstruktur existenziell. Gleiches gilt für deutsche Freiberufler, die für ausländische Auftraggeber tätig sind.
Das Thema Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist entscheidend: Deutschland hat mit über 90 Ländern bilaterale Abkommen, die regeln, in welchem Land Einkommen versteuert wird. Wer ohne Wissen um die DBA-Regelungen arbeitet, riskiert eine Doppelbesteuerung oder — schlimmer — Nachzahlungen inklusive Zinsen.
Bei Fragen zu internationalen Einkünften ist ein auf internationales Steuerrecht spezialisierter Steuerberater unverzichtbar. Auch Van Gerwen wird eines haben.
Krankheit und Einkommensverlust: Der blinde Fleck vieler Freelancer
Ein weiterer Punkt, der Sportprofis und Selbstständige eint: Wer krank ist oder verletzt, arbeitet nicht — und verdient nichts. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt Krankengeld erst ab der siebten Woche. Wer selbstständig ist, erhält oft gar kein Krankengeld aus der GKV, wenn kein freiwilliger Krankengeldanspruch vereinbart wurde.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher für viele Selbstständige einer der wichtigsten Schutzbausteine — neben der Altersvorsorge. Auch hier gilt: Früh handeln ist günstiger als spät handeln. Mit 30 Jahren ist der Beitrag zur BU-Versicherung ein Bruchteil dessen, was man mit 50 zahlt — wenn man überhaupt noch versicherbar ist.
Was man von Profisportlern lernen kann
Das Darts-Event Belgian Open 2026 hat gezeigt, dass auch Amateursportler mit professionellen Strukturen umgehen müssen. Der Unterschied zwischen einem Profi-Sportler und einem Selbstständigen liegt oft nicht im Talent — sondern in der finanziellen Absicherung.
Wer seine Finanzen professionell aufstellt, schläft besser, arbeitet besser und kann die eigene Karriere nachhaltiger gestalten. Van Gerwen wird sicher nicht selbst seine Steuererklärung machen oder sein Altersvorsorge-Portfolio eigenständig managen. Er hat Berater dafür. Diese Option steht jedem offen — nicht nur Profisportlern mit Millionen-Einkommen.
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Hinweis: Dieser Artikel ist allgemeiner Natur und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung. Bitte wenden Sie sich für konkrete Fragen an einen zugelassenen Steuerberater oder Vermögensberater.
