Gerwyn Price gewinnt seinen 10. Europameistertitel: Was Profisportler über Vermögensaufbau wissen sollten

Gerwyn Price beim PDC European Darts Matchplay — Dartsspieler in Siegerpose

Photo : Sven Mandel / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 20. April 2026

Am 19. April 2026 hat Gerwyn Price in Sindelfingen Geschichte geschrieben: Mit einem 8:6-Finalsieg gegen Ross Smith holte sich der walisische Dartsprofi seinen 10. Europameistertitel und ist damit erst der zweite Spieler überhaupt, der diese Marke erreicht — nach Michael van Gerwen. Doch hinter dem Wettkampfglanz steckt eine clevere Langzeitstrategie, die auch Selbstständige und Freiberufler in Deutschland beschäftigen sollte.

Historischer Erfolg in Sindelfingen

Das Europäische Darts Grand Prix in Sindelfingen endete am Sonntag mit einer Leistungsschau des 38-jährigen Walisers. Price, der seit über zwölf Jahren in der PDC (Professional Darts Corporation) aktiv ist, erreichte einen Meilenstein, den vor ihm nur van Gerwen geschafft hatte. Laut Sky Sports sagte Price nach dem Finale: „Ich habe in der PDC jetzt etwa zwölf Jahre gespielt, also ist ein Titel pro Jahr im Schnitt nicht besonders gut." Eine selbstkritische Einschätzung — gemessen daran, dass 10 Europameistertitel kaum jemand vor ihm erreicht hat.

Der Sieg in Sindelfingen kommt für Price zu einem besonders passenden Zeitpunkt: Seit Monaten arbeitet er an seiner körperlichen Fitness, hat laut GB News 16 Kilogramm abgenommen und trainiert regelmäßig im Fitnessstudio. Diese Kombination aus sportlicher Form und mentaler Stärke trägt Früchte.

Vom Sporterfolg zum Sachwertinvestment

Was Anlageberater besonders interessant finden dürften: Gerwyn Price investiert seine Einnahmen nicht nur in Training und Ausrüstung, sondern diversifiziert aktiv. Laut einem Bericht von GB News erwarb er ein 200 Hektar großes Farmgelände in Treharris, Wales — und erwägt sogar eine TV-Dokumentation über das Renovierungsprojekt. Price bestätigte, dass der langwierige Kaufprozess ihn monatelang beschäftigt hatte: „Ich habe wohl dem Notar das Leben schwer gemacht."

Dieser Schritt in Sachwertanlagen ist unter Profisportlern keine Seltenheit — und er macht betriebswirtschaftlich Sinn. Denn Karrieren im Profisport sind endlich, die Einnahmen oft unregelmäßig und stark von körperlicher Verfassung abhängig. Genau das unterscheidet Sportler von klassischen Angestellten und macht professionelle Finanzplanung besonders wichtig.

Was Selbstständige und Freiberufler daraus lernen können

Für Selbstständige und Freiberufler in Deutschland gelten ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie für Profisportler: Hohe Einkommen in guten Jahren müssen für schlechtere Zeiten abgesichert werden. Eine staatliche Rentenversicherung greift für viele Selbstständige nur eingeschränkt oder gar nicht — wer vorsorgt, ist selbst verantwortlich.

Laut Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) sind in Deutschland rund 4,1 Millionen Menschen selbstständig tätig (Stand 2024). Davon haben einem erheblichen Teil keine ausreichende Altersvorsorge. Besonders im Bereich Sport, Kunst und freie Berufe ist die Lücke groß.

Ein Vermögensberater kann dabei helfen, folgende Fragen strukturiert anzugehen:

  • Liquiditätsmanagement: Wie viel Rücklage ist für schlechte Monate sinnvoll?
  • Sachwerte vs. Finanzprodukte: Wann macht eine Immobilie Sinn, wann ein ETF-Portfolio?
  • Steueroptimierung: Welche Abschreibungen stehen Selbstständigen zu?
  • Versicherungsschutz: Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung, Haftpflicht — was ist pflicht?

Profisportler als Vorbild für Finanzentscheidungen

Die Karriere von Gerwyn Price zeigt, dass finanzieller Erfolg nicht vom Zufall abhängt. Der Waliser hat in zwölf Jahren PDC-Karriere regelmäßig Einnahmen generiert — und investiert diese nun bewusst in Sachvermögen, das unabhängig von seiner Darts-Karriere bestand hat. Selbst wenn er morgen aufhören würde zu spielen, hätte er eine Asset-Basis geschaffen.

Dieses Denken ist übertragbar: Ob Freiberufler, Unternehmer oder Selbstständiger — wer in aktiven Einkommensphasen in breit gestreutes Vermögen investiert, schafft Sicherheit für die Zukunft. Der Unterschied liegt oft nicht im Einkommen, sondern in der Entscheidung, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Drei häufige Fehler bei der Finanzplanung von Selbstständigen

Ob Darts-Profi oder Freelancer — die finanzielle Planung scheitert oft an denselben Punkten:

1. Zu spätes Handeln: Viele Selbstständige warten mit der Altersvorsorge, bis das Einkommen „hoch genug" ist. Dabei ist der Zinseszinseffekt in jüngeren Jahren am stärksten. Wer mit 35 anfängt zu sparen, braucht deutlich mehr monatliche Einzahlungen als jemand, der mit 25 begann.

2. Fehlende Liquiditätsreserve: Die Faustregel für Selbstständige lautet: drei bis sechs Monatsumsätze als liquide Reserve halten. In der Praxis haben laut einer Studie der Commerzbank (2023) rund 42 Prozent der Selbstständigen in Deutschland weniger als zwei Monatsgehälter auf dem Konto.

3. Kein Trennungsprinzip: Betriebs- und Privatvermögen werden vermischt. Das erschwert nicht nur die Steuererklärung, sondern macht es auch unmöglich, den echten Unternehmenswert zu ermitteln — und belastet letztlich den Vermögensaufbau.

Sachwerte als Schutz vor Inflation

Gerwyn Price setzt auf Landwirtschaft. In Deutschland sind es häufig Immobilien. Beide Anlageformen haben gemeinsam, dass sie als Sachwerte einen natürlichen Inflationsschutz bieten — etwas, das in den vergangenen Jahren angesichts von Inflation über vier Prozent in Deutschland (laut Destatis) besonders relevant wurde.

Sachwerte reagieren zwar träger als Aktien auf Marktentwicklungen, bieten aber Stabilität über Jahrzehnte. Für Selbstständige, deren Einkommen von Konjunktur und persönlicher Leistungsfähigkeit abhängt, ist diese Stabilität oft wertvoller als kurzfristige Rendite.

Wann ist eine Vermögensberatung sinnvoll?

Der beste Zeitpunkt für eine Vermögensberatung ist — entgegen verbreiteter Meinung — nicht erst bei hohem Vermögen. Bereits ab einem monatlichen Überschuss von etwa 500 Euro kann eine strukturierte Anlageplanung langfristig den Unterschied machen. Laut Daten der Deutschen Bundesbank liegt die private Altersvorsorge in Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt — besonders bei Selbstständigen ist die Versorgungslücke strukturell groß.

Wer als Selbstständiger langfristig absichern möchte, sollte frühzeitig professionelle Unterstützung suchen. Ein erfahrener Vermögensberater analysiert die individuelle Einkommenssituation, prüft steuerliche Möglichkeiten und entwickelt eine maßgeschneiderte Strategie — genau das, was Gerwyn Price offenbar verstanden hat.

Auf Expert Zoom finden Sie qualifizierte Vermögensberater, die auf die Situation von Selbstständigen spezialisiert sind und unverbindlich beraten. Wie ähnliche Überlegungen für andere Selbstständige im Sport gelten, zeigt auch dieser Beitrag: Van Gerwen im Darts-Rausch: Was Freiberufler über Steuern und Vorsorge wissen müssen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung.

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