Älterer sportlicher Mann bei einer sportmedizinischen Untersuchung beim Arzt

Mario Basler – Letzter Typ: Was der ARD-Podcast über Gesundheitsrisiken bei Ex-Profis verrät

Lena Lena SchmidtSportmedizin
4 Min. Lesezeit 24. März 2026

Der ARD-Podcast "Mario Basler – Letzter Typ" erschien am 24. Februar 2026 in der ARD Audiothek und beleuchtet drei Tage im Leben des ehemaligen deutschen Nationalspielers. Rauchen, Trinken, Glücksspiel – der Podcast spart dabei keine Details aus. Doch was verrät das Leben eines Ex-Profis wie Basler wirklich über die Gesundheitsrisiken im Profifußball nach der Karriere?

Warum Mario Basler 2026 wieder im Gespräch ist

Der vierteilige Podcast, produziert vom SWR unter der Leitung von Sportjournalistin Katharina Reckers, erreichte innerhalb weniger Wochen Hunderttausende Abrufe in der ARD Audiothek. Basler, Jahrgang 1968 und Europameister 1996, gibt darin offen zu, dass Rauchen, Alkohol und Glücksspiel zu seinem Lebensstil gehören – und das auch im Rentenalter.

Was viele als Entertainment wahrnehmen, ist für Sportmediziner ein ernstes Signal: Ex-Profifußballer gehören zu den Hochrisikogruppen für bestimmte Erkrankungen im mittleren und höheren Alter.

Die versteckten Gesundheitsrisiken von Ex-Profifußballern

Profifußballer trainieren jahrzehntelang auf höchstem Niveau – und zahlen dafür oft einen körperlichen Preis, der sich erst nach dem Karriereende zeigt. Laut einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aus dem Jahr 2024 leiden ehemalige Profisportler signifikant häufiger an Gelenkverschleiß, chronischen Schmerzen und neurologischen Beeinträchtigungen als Gleichaltrige ohne Leistungssportkarriere.

Die häufigsten Probleme nach einer Fußballkarriere:

Gelenkschäden und Arthrose: Jahrelange Belastung der Knie, Hüften und Sprunggelenke führt bei Exfußballern bis zu dreimal häufiger zu Früharthrose im Alter zwischen 45 und 60 Jahren.

Herzrhythmusstörungen: Paradoxerweise erhöht intensives Ausdauertraining über viele Jahre das Risiko für Vorhofflimmern. Für Spieler wie Basler, die zusätzlich rauchen, multipliziert sich dieses Risiko erheblich.

Kognitive Risiken durch Kopfballtraining: Das Thema beschäftigt die Sportmedizin seit Jahren. Wiederholte leichte Erschütterungen durch Kopfbälle können das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen im Alter erhöhen – ein Grund, warum der DFB seit 2023 das Kopfballtraining bei Jugendlichen stark eingeschränkt hat.

Sucht und psychische Gesundheit: Der soziale Absturz nach dem Ende einer Karriere ist ein unterschätztes Problem. Mario Basler selbst spricht offen über Glücksspielprobleme. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie entwickeln bis zu 20 % ehemaliger Leistungssportler nach dem Karriereende eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung.

Was der Basler-Podcast für Hobbyathleten bedeutet

Viele Menschen lesen den Podcast als Unterhaltung über einen schillernden Charakter. Sportmediziner sehen darin aber eine wichtige Botschaft für Freizeitsportler über 45:

Der Körper eines ehemaligen Leistungssportlers ist nicht widerstandsfähiger als der eines Nichtsportlers – im Gegenteil. Jahre intensiver Belastung hinterlassen strukturelle Veränderungen an Knorpel, Bändern und Herz, die ohne regelmäßige ärztliche Kontrolle unbemerkt bleiben können.

Miroslav Klose, als Trainer tätig und regelmäßig sporttreibend, sprach ebenfalls über Verletzungsmanagement im Alter – ein Thema, das nicht nur Profis betrifft.

Der Schlüssel liegt in der regelmäßigen sportmedizinischen Vorsorge. Ein Checkup beim Sportmediziner umfasst:

  • Belastungs-EKG zum Ausschluss von Herzrhythmusstörungen unter Belastung
  • Gelenkstatus mit Sonographie der am meisten beanspruchten Gelenke
  • Blutbild inklusive Entzündungsmarker und Hormonspiegel
  • Psychologisches Screening bei Verdacht auf Burnout oder Suchtproblematik

Wann sollte man zum Sportmediziner gehen?

Die Faustregel in der Sportmedizin: Wer über 40 ist und mehr als dreimal pro Woche intensiv Sport treibt – oder eine frühere Leistungssportkarriere hatte – sollte mindestens einmal jährlich zur sportmedizinischen Untersuchung.

Warnsignale, die einen sofortigen Termin erfordern:

  • Unregelmäßiger Herzschlag oder Herzstolpern während oder nach dem Sport
  • Persistierende Gelenk- oder Muskelschmerzen länger als zwei Wochen
  • Ungewöhnliche Erschöpfung trotz normaler Belastung
  • Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Stimmungstiefs nach dem Sport

"Ein Ex-Profi wie Basler sollte eigentlich alle sechs Monate zum Check-up", sagte ein Sportmediziner in einem Experteninterview beim SWR anlässlich des Podcast-Starts. "Die meisten kommen aber erst, wenn es zu spät ist."

Prävention statt Nachsorge

Der Fall Mario Basler illustriert, dass Bekanntheit und frühere körperliche Leistungsfähigkeit keine Schutzfaktoren sind. Das Gegenteil ist wahr: Je intensiver die Karriere, desto wichtiger ist die sportmedizinische Nachsorge.

Auf Expert Zoom finden Sie Sportmediziner, die online oder vor Ort Beratungen anbieten – von der Belastungsdiagnostik bis zur Prävention von Folgeerkrankungen nach intensivem Sport. Buchen Sie Ihren Check-up, bevor Symptome auftreten.

Der Podcast "Mario Basler – Letzter Typ" ist ab sofort in der ARD Audiothek verfügbar. Er erzählt unterhaltsam – und erinnert uns daran, wie wichtig es ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen.

Was Lothar Matthäus und Felix Magath mit Basler gemeinsam haben

Basler ist kein Einzelfall. Lothar Matthäus zeigt mit 64 Jahren, wie aktiv Ex-Profis sein können – wenn sie auf ihren Körper hören. Und Felix Magath ist mit 72 Jahren noch als Trainer tätig – beides Beispiele, dass Langlebigkeit im Sport möglich ist, aber gezielter Vorsorge bedarf.

Das Gemeinsame dieser Fußballerlegenden: Sie alle stehen vor denselben altersbedingten Herausforderungen, die ein Profisportlerleben mit sich bringt. Der Unterschied liegt im Umgang damit. Wer frühzeitig sportmedizinisch betreut wird, kann Arthrose verlangsamen, Herzrhythmusstörungen früh erkennen und seine Lebensqualität im Alter erheblich verbessern.

Ernährung und Regeneration: Was sich nach der Karriere ändern muss

Ein oft übersehener Aspekt: Der Kalorienbedarf eines aktiven Profis liegt bei 4.000–5.000 kcal pro Tag. Nach dem Karriereende sinkt der Energiebedarf drastisch – wer seine Ernährung nicht anpasst, nimmt schnell zu. Übergewicht ist ein eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Gelenkverschleiß.

Baslers offen kommunizierter Lebensstil – Rauchen, gelegentlicher Alkohol, wenig strukturierter Alltag – entspricht einem Muster, das Sportmediziner als "Post-Career Syndrome" bezeichnen: Der abrupte Übergang von extremer körperlicher Disziplin zu einem unstrukturierten Alltag überfordert viele Ex-Sportler mental und körperlich.

Drei Maßnahmen, die Sportmediziner Ex-Profis und ambitionierten Hobbyathleten empfehlen:

  1. Regelmäßige moderate Bewegung statt intensiver Sportstunden — Gehen, Schwimmen und Radfahren schonen die Gelenke besser als Laufen auf hartem Untergrund
  2. Ernährungsberatung bei einem Sporternährungsberater, um den veränderten Kalorienbedarf anzupassen
  3. Mentales Coaching für den Übergang, denn das Karriereende ist für viele Sportler ein tiefer Einschnitt in die Identität

Auf Expert Zoom finden Sie Sportmediziner, die online oder vor Ort Beratungen anbieten – von der Belastungsdiagnostik bis zur Prävention von Folgeerkrankungen nach intensivem Sport. Buchen Sie Ihren Check-up, bevor Symptome auftreten.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Facharzt.

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