Leon Goretzka (30) verlässt den FC Bayern München nach acht Jahren am Saisonende ablösefrei. Das bestätigte der Bundesliga-Rekordmeister im April 2026 offiziell. Laut Berichten der Gazzetta dello Sport vom April 2026 hat der AC Mailand bereits ein Dreijahresangebot im Wert von rund 15 Millionen Euro vorgelegt. Weitere Interessenten sollen Juventus Turin, Inter Mailand, Arsenal und Tottenham Hotspur sein. Was für Goretzka wie ein sportlicher Neuanfang klingt, ist für Finanzexperten vor allem eines: ein komplexer Entscheidungsmoment, der mit kühlem Kopf und professioneller Begleitung angegangen werden muss — denn hier werden über Jahre hinweg Millionen gewonnen oder verloren.
Ablösefrei bedeutet kein Verlust — im Gegenteil
Ein Free Transfer klingt für Vereinsfans oft wie eine Niederlage des Klubs. Für den Spieler kann es der finanziell günstigste Moment seiner Karriere sein. Ohne Ablösesumme fließt kein Transfererlös in Vereinskassen — stattdessen kann der Spieler seine volle Marktmacht in Form eines höheren Gehalts oder eines sogenannten „Signing Bonus" einsetzen. Klubs sind bereit, ablösefreie Transfers mit deutlich höheren Einmalzahlungen zu honorieren, weil sie andernfalls eine Ablösesumme zahlen würden.
Signing-Boni bei Top-Transfers liegen je nach Spielerrang und Verhandlungsstärke typischerweise zwischen einem und drei Jahresgehältern. Bei einem Dreijahresvertrag über 15 Millionen Euro kann Goretzka also zusätzlich zur Jahresvergütung eine einmalige Zahlung von mehreren Millionen Euro erhalten — steuer- und sozialversicherungsrechtlich ein hochkomplexer Vorgang, der professionelle Begleitung erfordert.
Steuern, Residenz, Timing: Die entscheidenden Fragen vor der Unterschrift
Welches Land bietet günstigeres Steuerrecht für Spitzensportler? Für Goretzka ist die Frage zwischen Deutschland und Italien direkt relevant. Deutschland besteuert Einkünfte mit einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Italien bietet ausländischen Arbeitnehmern unter dem sogenannten „Impatriates Regime" erhebliche Vergünstigungen — historisch bis zu 50 Prozent Steuerbefreiung auf Arbeitseinkünfte, wenn der Wohnsitz nach Italien verlegt wird.
Diese Unterschiede können bei einem Jahresgehalt von fünf Millionen Euro einen steuerlichen Vorteil von mehreren Millionen Euro über drei Vertragsjahre ausmachen. Die Berechnung klingt einfach — sie ist es nicht. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Italien, die steuerliche Behandlung von Bildrechtszahlungen, Signing-Bonus-Strukturierung über Management-Gesellschaften und Beiträge zur privaten Altersvorsorge müssen aufeinander abgestimmt werden, bevor ein Vertrag unterzeichnet wird.
Laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist bei komplexen Einkommensstrukturen mit internationalem Bezug eine frühzeitige Zusammenarbeit mit einem zugelassenen Vermögensberater und Steuerrechtsexperten unerlässlich — nicht optional.
Was passiert nach dem Vertrag? Finanzplanung für das Karriereende
Karriereende im Profi-Fußball bedeutet: 35 Jahre alt, kein Einkommen mehr auf diesem Niveau. Finanziell gesehen ist das Ende einer Profikarriere kein Eintritt in den Ruhestand — es ist ein Neuanfang, bei dem das angesammelte Vermögen für 50 oder mehr weitere Lebensjahre reichen muss.
Deshalb empfehlen Vermögensberater Profisportlern, spätestens ab Mitte der Karriere eine strukturierte Vermögensstrategie zu entwickeln:
- Diversifizierung der Anlageklassen: Aktien, Immobilien, Private Equity und Anleihen — kein einzelnes Asset sollte das Vermögen dominieren
- Inflationsschutz durch Sachwerte: Immobilien und physische Vermögenswerte schützen die Kaufkraft langfristig gegen Inflation
- Liquiditätsreserven halten: Ein bis zwei Jahreseinkommen sollten jederzeit liquide verfügbar sein — für unerwartete Ausgaben oder Opportunitäten
- Steueroptimierte Strukturen aufbauen: Familienstiftungen, Holding-Gesellschaften und betriebliche Pensionspläne reduzieren die Steuerlast nicht nur einmalig, sondern über Jahrzehnte
Je früher ein professioneller Finanzplan greift, desto stärker der Zinseszinseffekt. Was junge NBA-Spieler wie Cooper Flagg über frühzeitigen Vermögensaufbau lernen können, gilt für Bundesliga-Profis wie Goretzka in gleichem Maße.
Die häufigsten Fehler bei Profi-Verträgen
Finanzberater, die im Sportbereich tätig sind, berichten immer wieder von denselben Mustern. Die häufigsten Fehler von Profisportlern beim Vertragsabschluss:
Keine Steuerstrategie vor Vertragsunterschrift: Die steuerliche Optimierung beginnt bei der Strukturierung des Vertrags selbst — nicht beim Jahresabschluss.
Bildrechte unterschätzen: Bildrechte können separat von der Spielervergütung abgerechnet und günstiger strukturiert werden. Viele Spieler lassen hier erhebliche Steuervorteile ungenutzt. Die Einnahmen aus Trikotverkäufen, Werbedeals und Social-Media-Präsenz werden oft über Spielermanagement-Gesellschaften (GmbH oder Ltd.) abgewickelt — das ist legal und steuerlich sinnvoll, wenn richtig aufgesetzt.
Gesamtes Einkommen konsumieren: Wer jährlich sieben Millionen verdient und fünf ausgibt, hat nach zehn Karrierejahren kein nachhaltiges Vermögen aufgebaut — ohne Investitionsdisziplin bleibt wenig übrig. Finanzberater empfehlen die „50-30-20-Regel" als Mindeststandard: 50 Prozent Lebenshaltungskosten, 30 Prozent Investitionen, 20 Prozent Rücklagen.
Zu früh, zu riskant investieren: Unerfahrene Sportler werden häufig Opfer dubiöser Anlageversprechen — Startups, Kryptoprojekte oder exotische Immobilienfonds, die von Beratern ohne Lizenz empfohlen werden. Ohne qualifizierte Beratung durch BaFin-zugelassene Vermögensverwalter enden manche Profikarrieren trotz Millionen in finanziellen Schwierigkeiten. Die Sportwelt kennt zu viele solcher Fälle.
Was Normalverdiener von Profi-Finanzplanung lernen können
Die Prinzipien, nach denen Goretzka seinen Vertrag strukturieren sollte, gelten für jeden — der Maßstab ist kleiner, die Logik dieselbe. Wer eine Gehaltserhöhung, Prämie oder Erbschaft erhält, sollte sich dieselben Fragen stellen: Welcher Steuersatz greift? Wie strukturiere ich den Eingang optimal? Was investiere ich sofort, was halte ich liquide, und wie viel gehe ich langfristige Bindungen ein? Die Antworten unterscheiden sich individuell — aber die Fragen sind universell.
Wie Profisportler wie Thomas Müller den Übergang in die Post-Karriere finanziell planen, zeigt: Struktur und Weitblick sind kein Zufall — sie sind das Ergebnis professioneller Beratung, die früh einsetzt und konsequent fortgeführt wird.
Der richtige Zeitpunkt: Vor der Unterschrift, nicht danach
Der häufigste Fehler bei Sportlern und Hochverdienern: Der Experte wird erst konsultiert, wenn der Vertrag bereits unterzeichnet ist. Zu diesem Zeitpunkt sind Weichen gestellt, die sich nur schwer oder teuer korrigieren lassen — Steuerrechtswahl, Bonus-Strukturierung, Klauseln zur Abfindung.
Der goldene Grundsatz: Jede finanzielle Entscheidung von Bedeutung — ob Vertragsangebot, Immobilienkauf oder Investitionsplan — sollte mit einem qualifizierten Vermögensberater besprochen werden, bevor sie unterzeichnet wird.
Auf Expert Zoom finden Sie erfahrene Vermögensberater in Ihrer Region — spezialisiert auf komplexe Einkommensstrukturen, steueroptimierte Anlageplanung und langfristige Vermögenssicherung. Termin anfragen, Situation schildern, unverbindlich beraten lassen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung. Konsultieren Sie für persönliche Finanzentscheidungen stets einen zugelassenen Vermögensberater oder Steuerexperten.
