Die Eisheiligen 2026 stehen vor der Tür: Zwischen dem 11. und 15. Mai drohen in Deutschland Kälteeinbrüche, die das Immunsystem vieler Menschen auf eine harte Probe stellen. In diesem Jahr ist die Lage besonders tückisch – denn der Polarwirbel ist rund eine Woche früher als üblich zusammengebrochen, was bereits Anfang Mai für Temperatursturze sorgte. Gleichzeitig ist die Erkältungssaison 2025/26 laut der Arbeitsgemeinschaft Influenza noch immer aktiv. Wann Sie jetzt zum Arzt sollten – und wie Sie sich schützen.
Was sind die Eisheiligen 2026?
Die fünf Eisheiligen sind: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifazius (14. Mai) und die berühmte „Kalte Sophie" (15. Mai). Sie markieren traditionell die letzte Kälteperiode des Jahres in Mitteleuropa, in der noch Nachtfröste möglich sind.
Meteorologen erklären das Phänomen durch kalte Luftmassen aus Nordeuropa, die im Frühjahr auf bereits deutlich erwärmte Regionen im Süden treffen. Dieser Temperaturunterschied begünstigt die Bildung kräftiger Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa.
2026 gilt als besonderes Jahr: Frostnächte im Mai treten statistisch gesehen nur noch etwa jedes fünfte Jahr auf – der Klimawandel verschiebt das Frostrisiko tendenziell in den April. Dennoch ist ein Kälterückfall rund um die Eisheiligen nicht ausgeschlossen. Für das Immunsystem ist das besonders problematisch, weil der Körper sich bereits auf den Sommer eingestellt hat.
Warum Kälte im Mai das Immunsystem besonders belastet
Der menschliche Körper reagiert auf abrupte Temperaturwechsel mit Stress. Wer nach warmen Apriltagen mit bis zu 20 Grad plötzlich Temperaturen von 5 bis 8 Grad Celsius ausgesetzt ist, zwingt sein Immunsystem zu einer schnellen Anpassung. Die Folge: Die Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen – die erste Verteidigungslinie gegen Viren – kühlen ab und werden trockener.
Trockene Schleimhäute bieten Erkältungsviren wie Rhinoviren und Parainfluenzaviren eine deutlich leichtere Eintrittspforte. Diese Erreger sind seit dem Herbst 2025 in Deutschland aktiv und zirkulieren, anders als typische Grippeviren, bis weit in den Mai hinein.
Erschwerend kommt hinzu: Im Mai senkt sich bei vielen Menschen die psychologische Wachsamkeit gegenüber Infektionskrankheiten. Erkältungen werden mit dem Winter assoziiert – wer im Frühling erkrankt, denkt oft nicht daran, sich rechtzeitig zu schützen. Zudem haben viele Deutsche durch die Zeitumstellung und den damit verbundenen Schlafmangel ihr Immunsystem bereits geschwächt – ein Defizit, das bis in den Mai hinein anhalten kann.
Erkältungswelle 2025/26: Noch nicht vorbei
Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert Koch-Instituts veröffentlicht wöchentliche Berichte zur Infektionslage in Deutschland. Der aktuelle Wochenbericht 17/2026 zeigt: Die Infektionszahlen bei akuten Atemwegserkrankungen sind zwar rückläufig, aber noch immer auf einem erhöhten Niveau. Pro Woche erkranken weiterhin Millionen Menschen in Deutschland an einem Infekt der oberen Atemwege.
Besonders auffällig in der laufenden Saison: Rhinoviren und Parainfluenzaviren zirkulieren gleichzeitig. Das bedeutet, eine überstandene Erkältung schützt nicht unbedingt vor der nächsten – die Viren sind vielfältig und verändern sich ständig. Wer jetzt krank wird, riskiert außerdem, andere anzustecken – denn durch das wärmere Wetter verbringen viele Menschen mehr Zeit in Innenräumen ohne geöffnete Fenster.
Wann Sie jetzt unbedingt zum Arzt sollten
Die meisten Erkältungen heilen innerhalb von 7 bis 10 Tagen ohne ärztliche Behandlung ab. Es gibt jedoch klare Warnsignale, die einen Arztbesuch erforderlich machen:
Hohes Fieber über 39 Grad Celsius: Dies kann ein Hinweis auf eine bakterielle Superinfektion sein, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Eine reine Erkältung durch Viren verursacht selten Fieber über 38,5 Grad.
Atemnot oder anhaltende Brustschmerzen: Diese Symptome können auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) hindeuten. Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten bei diesen Zeichen sofort medizinische Hilfe suchen.
Starke Hals- oder Ohrenschmerzen: Sie können auf eine eitrige Mandelentzündung (Tonsillitis) oder eine Mittelohrentzündung hinweisen – beides erfordert eine ärztliche Untersuchung und oft eine Antibiotikabehandlung.
Symptome, die nach 10 Tagen nicht besser werden oder sich verschlimmern: Eine mögliche Ursache ist eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), die ohne Behandlung chronisch werden kann.
Risikogruppen sollten frühzeitig handeln: Ältere Menschen über 65 Jahre, Schwangere, Kinder unter zwei Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Immunschwäche sollten bei ersten starken Symptomen nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen.
So schützen Sie Ihr Immunsystem in der Eisheiligen-Zeit
Allgemeinmediziner und Internisten empfehlen in der Übergangszeit besondere Vorsichtsmaßnahmen:
Zwiebelprinzip beim Kleiden: In der Eisheiligen-Periode können die Temperaturen zwischen Tag und Nacht um bis zu 15 Grad schwanken. Eine leichte Funktionsjacke in der Tasche ist Pflicht.
Schleimhäute feucht halten: Ausreichend trinken – mindestens 1,5 Liter täglich – hält die Schleimhäute aktiv und widerstandsfähig. In trockenen Büros und Wohnungen empfiehlt sich ein Luftbefeuchter.
Regelmäßiges Händewaschen: Mindestens 20 Sekunden mit Seife – das bleibt der wirksamste Schutz vor viralen Infekten. Besonders nach dem Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln.
Vitamin D-Spiegel überprüfen lassen: Nach dem langen deutschen Winter haben viele Menschen einen niedrigen Vitamin-D-Wert. Da Vitamin D für die Immunabwehr essenziell ist, lohnt sich ein einfacher Bluttest beim Hausarzt.
Ausreichend schlafen: Das Immunsystem regeneriert sich im Schlaf. Wer nach der Zeitumstellung noch immer ein Schlafdefizit hat, sollte dieses dringend ausgleichen – Schlafmangel halbiert nachweislich die Immunabwehr.
Was ein Arzt für Sie tun kann
Ein erfahrener Hausarzt oder Allgemeinmediziner kann schnell einschätzen, ob es sich um eine harmlose Erkältung oder eine behandlungsbedürftige Infektion handelt. Bei Bedarf verordnet er ein Blutbild, einen Schnelltest auf Influenza oder Streptokokken, oder überweist an einen Facharzt. Gerade bei anhaltenden Symptomen rund um die Eisheiligen 2026 lohnt eine frühzeitige Einschätzung durch einen Arzt – um Komplikationen zu vermeiden und schneller wieder fit zu sein.
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei ernsthaften oder anhaltenden Symptomen wenden Sie sich immer an einen Arzt.

Lena Meyer