Am 2. Juni 2026 warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor heftigen Gewittern im Südwesten Deutschlands – und das ist erst der Auftakt. In den kommenden Wochen erwartet Meteorologe Dominik Jung Hitze bis 33°C, gefolgt von extremen Unwetterphasen. Ein Sommer, der Ihre Gesundheit auf die Probe stellt.
Was der Sommer 2026 für Deutschland bringt
Der DWD-Meteorologe Florian Engelmann bestätigt: Die Sommersaison 2026 beginnt mit einer Extremphase. Am 2. und 3. Juni treffen Gewitter mit Starkregen die Region südlich der Linie Münster–Berlin, lokal sind bis zu 120 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden möglich. Bereits am 26. Mai 2026 wurde in Regensburg mit 34°C ein Hitzerekord für den Monat gemessen.
Ab dem 6. bis 8. Juni steigt das Thermometer im Süden und Westen Deutschlands auf 30 bis 33°C. Klimatologe Karsten Brandt erwartet für Juli und August Hitzewellen mit bis zu 37 bis 38°C in Westdeutschland. Die Wahrscheinlichkeit für einen überdurchschnittlich heißen Sommer liegt laut ECMWF-Modellen bei über 80 Prozent.
Das bedeutet: Wetterwechsel in rascher Folge – von brütender Hitze zu massiven Unwettern und zurück. Genau diese Kombination ist für viele Menschen gesundheitlich riskant.
Wenn der Körper unter Druck gerät: Gesundheitsrisiken im Blick
Hitze: Ab welcher Temperatur wird es gefährlich?
Für gesunde Erwachsene beginnt die Belastungsgrenze bei anhaltenden Temperaturen über 30°C, insbesondere wenn die Nächte nicht unter 20°C abkühlen – sogenannte Tropennächte. Besonders gefährdet sind:
- Ältere Menschen ab 65 Jahren
- Säuglinge und Kleinkinder
- Schwangere
- Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder Diabetes
- Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen (Diuretika, Antihypertensiva, Psychopharmaka)
Alarmsignale, bei denen Sie sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notruf 112 rufen sollten:
- Körpertemperatur über 39°C trotz Abkühlung
- Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit
- Ausbleibender Schweiß bei starker Hitze (möglicher Hitzschlag)
- Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
- Sehr dunkler oder ausbleibender Urin
Ein Hitzeschlag ist ein medizinischer Notfall: Die Körpertemperatur steigt auf über 40°C, die Wärmeregulation versagt. Ohne schnelle Kühlung und ärztliche Hilfe kann er tödlich enden.
Gewitter: Mehr als nasse Kleidung
Starkregen wie am 2. Juni 2026 angekündigt birgt eigene Gesundheitsrisiken – jenseits der offensichtlichen Unfallgefahr durch überschwemmte Straßen:
- Blitzschlag: Auch in Gebäuden besteht bei Gewitter das Risiko über elektrische Leitungen. Fenster schließen, nicht duschen, Elektrogeräte vom Netz trennen.
- Schimmelpilzbelastung: Hochwasserschäden im Haus oder Keller begünstigen Schimmelbildung, die Atemwege und Immunsystem langfristig belasten kann.
- Psychische Belastung: Bei Sturz- und Überflutungsängsten oder nach einem traumatischen Wetterereignis kann ein Gespräch mit einem Arzt oder Psychologen helfen.
Was Risikopatienten jetzt tun sollten
Der plötzliche Wechsel von Hitze zu Kälte und zurück setzt chronisch Kranke besonders unter Druck. Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sind folgende Schritte sinnvoll:
Vor der Hitzephase (bis 6. Juni):
- Rücksprache mit Ihrem Hausarzt über Medikamentendosierungen (einige Blutdruckmittel wirken bei Hitze stärker)
- Vorrat an Elektrolytlösungen anlegen
- Notfallnummer des Hausarztes und ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) speichern
Während der Hitzewelle:
- Mindestens 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich trinken
- Körperliche Anstrengungen in die frühen Morgenstunden verlagern (vor 9 Uhr)
- Wohnung tagsüber abdunkeln, nachts lüften
- Niemals Kinder oder Tiere im geparkten Auto lassen – die Innentemperatur steigt innerhalb von Minuten auf über 60°C
Besonderer Schutz für Kinder und ältere Menschen
Kinder regulieren ihre Körperwärme langsamer als Erwachsene. Schon bei 32°C können sie innerhalb von 30 Minuten eine bedrohliche Überhitzung entwickeln, wenn sie in der Sonne spielen oder im Auto sitzen. Achten Sie auf:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Kinder unter 6 Jahren benötigen mindestens 1 Liter, ältere Kinder bis zu 2 Liter pro Tag in der Hitze
- Beschattete Spielzeiten und leichte Baumwollkleidung
- Niemals allein im Auto – selbst bei 28°C Außentemperatur steigt die Innentemperatur eines geparkten Autos innerhalb von 10 Minuten auf über 48°C
Für Senioren ab 75 Jahren gilt: Schon leichter Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt Konzentration und Kreislauf erheblich. Da das Durstgefühl im Alter abnimmt, empfehlen Geriater einen festen Trinkplan – z. B. ein Glas Wasser zu jeder Mahlzeit plus zwei weitere Gläser über den Tag verteilt.
Was eine ärztliche Beratung leisten kann
Viele gesundheitliche Hitzeschäden lassen sich durch ein einziges Vorgespräch beim Hausarzt vermeiden. Ein Arzt kann:
- Ihre persönlichen Risikofaktoren einschätzen
- Medikamentenpläne für die Hitzeperiode anpassen
- Individuelle Trink- und Verhaltensempfehlungen geben
- Einen Notfallplan für Bewohner alleinlebender älterer Angehöriger erstellen
Auf ExpertZoom finden Sie qualifizierte Hausärzte, Internisten und Allgemeinmediziner, die Sie gezielt auf die kommenden Wochen vorbereiten können.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt oder den Notruf 112.
Der Sommer 2026 als Probebelastung für Ihr Immunsystem
Meteorologe Dominik Jung fasst es treffend zusammen: Der Sommer 2026 wird turbulent. Heiße Hochdruckphasen wechseln mit heftigen Gewittern, der Norden bleibt teils trocken, während der Süden mit Überflutungen kämpft. Wer auf diese Extreme vorbereitet ist – medizinisch, aber auch praktisch – wird die Saison deutlich besser überstehen.
Aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes finden Sie jederzeit unter dwd.de/warnungen.
Nutzen Sie die ruhigen Tage vor dem nächsten Hitzeevent, um einen Arzt zu konsultieren – insbesondere wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören. Auf Expert Zoom finden Sie weitere Informationen und erfahrene Mediziner in Ihrer Nähe.

Lena Meyer