Die Schweiz ist Curling-Weltmeisterin. Am 22. März 2026 krönte das Schweizer Damen-Team beim BKT World Women's Curling Championship in Calgary seinen Triumph und setzte sich gegen den Gastgeber Kanada durch. Ein Schweizer Erfolg — und ein guter Moment, um über den Sport zu sprechen, der in der Schweiz immer mehr Anhänger findet, aber unterschätzte Verletzungsrisiken birgt.
Schweiz schlägt Kanada im Finale
Das Finale der 47. Weltmeisterschaft fand am 22. März 2026 im Markin MacPhail Centre in Calgary, Kanada statt. Dreizehn Nationen hatten an der Gruppenphase (14.–20. März) teilgenommen, die besten sechs qualifizierten sich für die Playoffs.
Die Schweiz war eines der ersten Teams, das sich für die Playoff-Runde qualifizierte. Im Finale besiegten sie den Titelverteidiger Kanada, der in den letzten beiden Jahren (2024 und 2025) Weltmeister gewesen war. Schweden sicherte sich Bronze.
Für die Schweizer Curling-Gemeinschaft ist der Titel ein Meilenstein. Curling hat in der Deutschschweiz und in Graubünden eine starke Tradition — und gewinnt auch unter Freizeitathleten zunehmend an Beliebtheit.
Was Curling körperlich fordert
Curling gilt oft als gemächlicher Sport. Das ist ein Trugschluss. Die Bewegungsabläufe sind technisch anspruchsvoll und belasten spezifische Körperpartien erheblich — besonders wenn man nicht regelmäßig trainiert oder die Technik nicht stimmt.
Die typischen Verletzungsrisiken:
Knie und Hüfte (Delivery-Position): Der Abwurf — das Gleiten auf dem Eis mit dem Stein in der Hand — erfordert eine tiefe Kniebeugeposition auf einem Bein. Diese Haltung belastet das Kniegelenk, den Meniskus und die Hüftflexoren erheblich. Hobbyathleten ohne spezifische Beinmuskulatur sind besonders gefährdet.
Schulter und Rotatorenmanschette: Das Sweeping (Schrubbern) auf dem Eis aktiviert intensiv die Schultermuskulatur. Bei wiederholtem Einsatz mit falscher Technik entstehen Überlastungsreaktionen in der Rotatorenmanschette — vergleichbar mit Schulterproblemen bei Schwimmern oder Tennisspielern.
Rücken: Die kombinierte Belastung aus Rotation, Vorbeugung und Sweeping-Bewegung macht den unteren Rücken anfällig. Bandscheibenbeschwerden sind bei Curling-Spielern, die ohne Aufwärmprogramm spielen, keine Seltenheit.
Sturzrisiko: Auf dem Eis können Stürze trotz besonderer Schuhausrüstung nicht vollständig ausgeschlossen werden. Handgelenke, Schultern und Hüften sind die häufigsten Aufprallpunkte.
Was Sportmediziner empfehlen
Ein Sportarzt oder Physiotherapeut kann nach einem WM-Sommer besonders viel bewirken: Viele neue Hobbyspieler beginnen die Saison motiviert, aber ohne angemessene Vorbereitung.
Vor der Saison:
- Beweglichkeitstest für Hüfte und Schulter — ermittelt Einschränkungen, bevor sie im Spiel zum Problem werden
- Kräftigungsprogramm — gezieltes Training der Beinstrecker und Schultermuskulatur reduziert das Verletzungsrisiko erheblich
- Technikanalyse mit Trainer — falsche Delivery-Technik schützt man am besten durch frühzeitige Korrektur, nicht durch Schmerzmittel
Bei Beschwerden:
Wer nach dem Curling anhaltende Knieschmerzen, Schulterschmerzen oder Rückenbeschwerden hat, sollte nicht darauf hoffen, dass sie von selbst verschwinden. Überlastungsschäden verschlimmern sich bei weiterer Belastung schnell. Ein Sportmediziner kann eine genaue Diagnose stellen und gezielt behandeln — oft ohne Operation.
Auf Expert Zoom finden Schweizer Sportlerinnen und Sportler qualifizierte Sportmedizinerinnen und -mediziner, die auf Überlastungsschäden und Freizeitsportverletzungen spezialisiert sind.
Curling in der Schweiz: Wo spielen?
Die Schweiz verfügt über zahlreiche Curling-Anlagen — von Genf über Bern bis Davos. Der Schweizerische Curling-Verband bietet Einführungskurse für Erwachsene an. Der WM-Titel dürfte die Nachfrage weiter anheizen.
Wer neu in den Sport einsteigt, profitiert davon, vorab einen kurzen Check beim Sportarzt zu machen — insbesondere wenn bereits Knie-, Schulter- oder Rückenbeschwerden bekannt sind.
Glückwunsch, Schweiz!
Der Titel beim BKT World Women's Curling Championship 2026 ist eine Bestätigung für einen Sport, der technisch, taktisch und körperlich mehr verlangt als er auf den ersten Blick zeigt. Wer mitspielt, sollte das mit dem nötigen Respekt vor den Anforderungen tun — dann ist Curling ein Sport, den man jahrzehntelang mit Freude betreiben kann.
Curling für Einsteiger: Was Sie wissen sollten, bevor Sie auf das Eis gehen
Wer durch den WM-Sieg inspiriert wurde und Curling ausprobieren möchte, sollte einige Grundlagen kennen:
Ausrüstung: Curlingschuhe haben einen glatten Gleitsohleneinsatz (Slider) auf dem Abwurffuss und Gumminoppen auf dem anderen. Normales Schuhwerk auf dem Eis ist gefährlich. Clubs verleihen Ausrüstung für Einführungskurse.
Technik vor Kraft: Der Abwurf (Delivery) sollte mit einem Trainer erlernt werden. Selbst beigebrachte Techniken führen oft zu den Knie- und Rückenproblemen, die oben beschrieben wurden.
Aufwärmen: Auch wenn Curling auf einem kalten Spielfeld stattfindet, sollte man sich aufwärmen — insbesondere Hüften, Oberschenkel und Schultern mobilisieren. Zehn Minuten Aufwärmen reduzieren das Verletzungsrisiko erheblich.
Kursangebot: Der Schweizerische Curling-Verband (swisscurling.ch) bietet Einführungskurse für Erwachsene an, viele Clubs veranstalten sogenannte „Try Curling"-Abende ohne Vorkenntnisse.
Wann sollte man einen Sportarzt aufsuchen?
Ein präventiver Check beim Sportarzt ist besonders sinnvoll:
- Wenn man über 40 ist und nach längerer Sportpause wieder aktiv wird
- Wenn bereits bestehende Beschwerden an Knie, Schulter oder Rücken vorhanden sind
- Wenn man beabsichtigt, intensiv zu trainieren und an Wettkämpfen teilzunehmen
Ein Sportarzt kann nicht nur Risiken beurteilen, sondern auch ein individuelles Präventionsprogramm empfehlen — Kraftübungen, Dehnroutinen und Technikhinweise, die auf Ihr Körperprofil zugeschnitten sind.
Auf Expert Zoom finden Schweizer Sportlerinnen und Sportler qualifizierte Sportmedizinerinnen und -mediziner, die auf Überlastungsschäden und Freizeitsportverletzungen spezialisiert sind — auch mit Videokonsultation verfügbar.
Glückwunsch, Schweiz!
Der Titel beim BKT World Women's Curling Championship 2026 ist eine Bestätigung für einen Sport, der technisch, taktisch und körperlich mehr verlangt als er auf den ersten Blick zeigt. Wer mitspielt, sollte das mit dem nötigen Respekt vor den Anforderungen tun — dann ist Curling ein Sport, den man jahrzehntelang mit Freude betreiben kann.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Bei anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt oder Physiotherapeuten. Sportmedizinische Diagnosen sollten immer von einem Fachspezialisten gestellt werden.
