Kitchen Impossible 2026: Was Sternekoch Martin Kleins Auftritt über Mut zur Veränderung lehrt

Sternekoch in professioneller Küche beim Plating, Salzburg, Gastronomie unter Druck
Lukas Lukas GruberAllgemein
4 Min. Lesezeit 20. April 2026

Am Sonntagabend, dem 19. April 2026, trat Sternekoch Martin Klein bei der neuen Staffel von Kitchen Impossible auf VOX gegen seinen einstigen Mentor Roland Trettl an. Was wie ein TV-Kochduell aussieht, wirft eine Frage auf, die viele Österreicherinnen und Österreicher kennen: Wie schafft man es, aus dem Schatten eines Vorbilds herauszutreten – und wann braucht man dabei professionelle Unterstützung?

Das Lehrer-Schüler-Duell auf VOX

In der zweiten Folge der elften Staffel von Kitchen Impossible übernimmt Roland Trettl – Südtiroler Spitzenkoch und langjähriger Chef von Martin Klein – erstmals die Gastgeberrolle von Tim Mälzer. Sein erster Herausforderer: Martin Klein, der seit Jahren als Küchenchef im legendären Salzburger Restaurant Ikarus im Hangar-7 arbeitet.

Die beiden kennen sich seit Anfang der 2000er-Jahre. Trettl war damals der direkte Vorgesetzte von Klein im Ikarus – jenem Restaurant, in dem Kleins internationale Karriere begann. Heute ist Klein selbst der Gastgeber der Weltelite in Salzburg. Laut den Restaurant-Ranglisten wurden unter seiner Leitung zwei Michelin-Sterne erkocht; im Jahr 2017 kürte ihn der renommierte Guide Gault&Millau zum Koch des Jahres.

Am 19. April 2026 wurden die Rollen getauscht: Klein reiste für seine Herausforderungen nach Köln und Helsinki, Trettl nach Amsterdam und auf die Färöer-Inseln – mit sichtlich gemischten Gefühlen angesichts der fermentierten nordischen Küche.

Rollenumkehr im Kochtopf – und im Berufsleben

Die Sendung inszeniert bewusst das Thema Rollenumkehr: Der Schüler soll zeigen, dass er den Lehrer übertroffen hat. Diese Dynamik ist aus der österreichischen Arbeitswelt bestens bekannt – und sie kann ebenso befreiend wie belastend sein.

Laut einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO erleben rund 38 Prozent der Beschäftigten in Dienstleistungsbranchen mindestens einmal in ihrer Karriere eine Phase, in der sie das Gefühl haben, im Schatten eines Vorgesetzten festzustecken. Gastronomie und Spitzengastronomie sind davon besonders betroffen: Die Hierarchien sind streng, die Erwartungen enorm hoch, das Burnout-Risiko überdurchschnittlich.

Martin Klein ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass der Weg aus diesem Schatten möglich ist. Aber er erfordert Geduld, die richtigen Entscheidungen – und oft auch externe Unterstützung.

Wann reicht der eigene Mut nicht mehr aus?

Ob in der Gastronomie, im Büro, im Handwerk oder im Gesundheitswesen: Viele Menschen träumen davon, sich beruflich neu aufzustellen, einen Wechsel zu wagen oder endlich aus einer festgefahrenen Situation herauszutreten. Doch ohne die richtige Orientierung bleibt dieser Wunsch oft unerfüllt.

Ein allgemeiner Berater oder zertifizierter Karriere-Coach kann helfen, wenn:

  • der nächste Karriereschritt unklar ist und man sich beruflich festgefahren fühlt
  • ein Jobwechsel, eine Beförderung oder eine Selbstständigkeit angedacht wird
  • Konflikte mit Vorgesetzten oder früheren Mentoren die eigene Entwicklung belasten
  • die Work-Life-Balance dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten ist
  • man sich schlicht fragt, ob das, was man tut, noch das Richtige ist

Ähnlich wie Martin Klein, der nach Jahren unter Trettl seinen eigenen Weg im Ikarus gegangen ist, brauchen viele Menschen jemanden, der von außen auf ihre Situation schaut – neutral, kompetent und ohne eigenes Interesse an ihrer Entscheidung.

Burnout in der Gastronomie: Ein unterschätztes Problem

Kitchen Impossible zeigt jede Woche eindrucksvoll: Spitzenköche stehen unter einem permanenten, extremen Druck. Lange Schichten, körperliche Belastung, der Anspruch an Perfektion, Kritik von allen Seiten – das Risiko, auszubrennen, ist real.

Das Bundesministerium für Gesundheit und Pflege stuft Gastronomieberufe in seinem Österreichischen Gesundheitsbericht zu den stressintensivsten Berufsgruppen überhaupt ein. Wer merkt, dass die Belastung chronisch geworden ist, oder wer das Gefühl hat, den eigenen Karriereweg nicht mehr steuern zu können, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe zu suchen.

In Österreich gibt es ein breites Netzwerk an zertifizierten Lebens- und Sozialberatern sowie Karriere-Coaches, die für genau diese Situationen ausgebildet sind – und die Erstgespräche sind oft kostenlos oder durch die Arbeiterkammer gefördert.

Die Lektion aus dem Ikarus

Was Martin Klein und Roland Trettl in ihrer Sendung vorführen, ist am Ende eine universelle Geschichte: Wachstum braucht manchmal eine Bühne, einen Widersacher – und den Mut, sich zu zeigen. Die kulinarischen Herausforderungen in Köln, Helsinki, Amsterdam und auf den Färöer-Inseln sind nur das Vehikel.

Die eigentliche Botschaft? Wer stagniert, verliert. Und wer den Sprung wagen will – in der Küche oder im Büro – der kommt manchmal nicht alleine weiter.

Was Sie jetzt tun können

Wenn Sie sich beruflich an einem Wendepunkt befinden, lohnen sich folgende erste Schritte:

  1. Ehrliche Bestandsaufnahme: Was läuft gut, was belastet mich? Schreiben Sie es auf.
  2. AMS-Beratung nutzen: Laut dem Arbeitsmarktservice Österreich gibt es in allen Bundesländern kostenlose Berufsberatungen – auch für Beschäftigte, die keinen Job suchen, sondern sich neu orientieren möchten.
  3. Einen Experten aufsuchen: Zertifizierte Lebens- und Sozialberater sowie Karriere-Coaches helfen Ihnen, Ihre Stärken zu erkennen, konkrete Ziele zu setzen und einen Plan zu entwickeln.

Kitchen Impossible unterhält Millionen – aber die Fragen, die das Format aufwirft, sind zutiefst menschlich. Wer wie Martin Klein aus dem Schatten seines Mentors tritt und seinen eigenen Weg geht, braucht nicht nur Mut. Manchmal braucht man auch jemanden, der dabei hilft, diesen Mut zu finden und in die richtige Richtung zu lenken.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Berufs- oder Lebensberatung.

Unsere Experten

Vorteile

Schnelle und präzise Antworten auf alle Ihre Fragen und Hilfsanfragen in über 200 Kategorien.

Tausende von Nutzern haben eine Zufriedenheit von 4,9 von 5 für die Beratung und Empfehlungen unserer Assistenten erhalten.

Kontaktieren Sie uns

E-Mail
Folgen Sie uns