Heimo Pfeifenberger als Red-Bull-Trainer: 3 Rechte, die Fußballcoaches 2026 kennen müssen

Heimo Pfeifenberger als Co-Trainer beim österreichischen Fußball-Nachwuchs

Photo : Steindy / Wikimedia

Anna Anna WeberRechtsanwälte
4 Min. Lesezeit 12. Mai 2026

Heimo Pfeifenberger, Legende des österreichischen Fußballs und ehemaliger Austria-Salzburg-Star, arbeitet 2026 als Co-Trainer der U16-Mannschaft der Red Bull Football Academy in Salzburg. Was viele nicht wissen: Sein Karriereweg zeigt exemplarisch, warum Fußballtrainer in Österreich ihre Vertragsrechte genau kennen sollten — besonders seit den neuen gesetzlichen Regelungen, die am 1. Jänner 2026 in Kraft getreten sind.

Wer ist Heimo Pfeifenberger?

Heimo Pfeifenberger gilt als eine der markantesten Persönlichkeiten im österreichischen Fußball. Als Spieler bei Austria Salzburg war er Teil der Mannschaft, die 1994 das UEFA-Cup-Finale erreichte — ein Meilenstein in der Geschichte des österreichischen Vereinsfußballs. Nach seiner aktiven Karriere schlug Pfeifenberger den Weg zum Coach ein und prägt heute als Co-Trainer bei der Red Bull Football Academy die nächste Generation österreichischer Nachwuchstalente.

Sein Karriereweg ist für viele ehemalige Profis typisch: Vom aktiven Spieler zum Trainer, oft ohne tiefgehende Kenntnisse über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die diese neue Berufsrolle mit sich bringt. In einer Sportlandschaft, die zunehmend professionalisiert und reguliert wird, ist dieses Informationsdefizit teuer — im wörtlichen Sinn.

Was hat sich 2026 für Trainer geändert?

Seit dem 1. Jänner 2026 gelten in Österreich erstmals gesetzliche Kündigungsfristen für freie Trainer. Das ist eine bedeutende Neuregelung — denn bisher fielen freiberufliche Coaches in einer rechtlichen Grauzone: Weder das klassische Angestelltengesetz (AngG) noch das Arbeitnehmerschutzrecht griffen für sie vollständig.

Die neue Regelung bedeutet konkret: Auch Trainer, die auf Basis eines freien Dienstvertrags tätig sind, haben nun Anspruch auf gesetzlich definierte Kündigungsfristen. Kollektivverträge können diese Regelungen sogar auf weitere Gruppen von Freelance-Coaches ausweiten. Das schützt Trainer besser vor abrupten Vertragskündigungen — ein häufiges Problem im Sport, wo Ergebnisse oft mehr zählen als Vertragssicherheit.

Laut der Vereinigung der Fußballer (VdF), die österreichische Profispieler und Trainer in Vertragsangelegenheiten berät, sind viele Coaches nach wie vor nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. Das kann im Konfliktfall teuer werden.

Die 3 häufigsten Rechtsprobleme für Fußballtrainer

1. Vertragstyp falsch eingestuft

Ob ein Trainer als Angestellter (AngG), freier Dienstnehmer oder Selbstständiger (Werkvertrag) tätig ist, hat weitreichende Konsequenzen: für Steuern, Sozialversicherung, Kündigungsschutz und Abfertigung. Häufig werden Coaching-Verhältnisse als "freier Dienstvertrag" deklariert, obwohl die tatsächliche Arbeitssituation einer echten Anstellung entspricht — eine rechtlich riskante Grauzone, die von Finanzamt und Sozialversicherungsanstalt (SVS) geprüft werden kann. Wer hier falsch klassifiziert ist, riskiert Nachzahlungen und Strafen.

2. Fehlende Abfertigungsansprüche

Trainer, die jahrelang für einen Verein arbeiten, gehen oft leer aus, wenn der Vertrag endet — weil keine Abfertigungsregelung explizit vereinbart wurde. Seit der betrieblichen Mitarbeitervorsorge (Abfertigung Neu) können auch freie Dienstnehmer Ansprüche ansammeln, sofern dies im Vertrag verankert ist. Ohne explizite Vereinbarung verlieren Coaches diesen Schutz vollständig.

3. Unklare Zielvereinbarungen im Vertrag

Tabellenplätze, Nachwuchsförderquoten oder Trainingsleistungskennzahlen — in Coaching-Verträgen werden oft Leistungsziele verankert, die bei Nichterreichen zur Kündigung berechtigen. Ohne klare Definition dieser Kriterien entstehen Graubereiche, die im Streitfall schwer aufzulösen sind. Eine anwaltliche Prüfung vor Unterzeichnung kann hier später teure Nachverhandlungen und Gerichtsverfahren ersparen.

Was können Trainer konkret tun?

Ein erster Schritt ist die genaue Prüfung des bestehenden oder geplanten Vertrags durch einen Experten. Dabei sollte geklärt werden:

  • Vertragsart: Angestelltenverhältnis, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag?
  • Kündigungsfristen: Sind die neuen gesetzlichen Mindestregelungen ab 2026 eingehalten?
  • Abfertigungsklausel: Gibt es eine klare Regelung zur betrieblichen Vorsorge?
  • Leistungsklauseln: Sind Zielvereinbarungen klar und messbar formuliert?
  • Haftung: Haftet der Trainer für Verletzungen von Spielern während des Trainings?

Für komplexere Fälle — etwa Streitigkeiten bei Vertragsauflösung oder unklare Arbeitsklassifikationen — ist ein auf Sportrecht oder Arbeitsrecht spezialisierter Anwalt unerlässlich. Auf ExpertZoom finden Trainer in Österreich schnell qualifizierte Rechtsanwälte, die auf Sport- und Arbeitsrecht spezialisiert sind und kurzfristig Beratungstermine anbieten.

Ähnliche Karrierefragen stellten sich auch Matthias Jaissle vor seinem möglichen Wechsel zu Wolfsburg sowie Robert Klauß bei seiner Rückkehr zu Rapid Wien — beides Beispiele dafür, dass Karriereplanung im Fußball rechtliche und finanzielle Expertise erfordert.

Warum ist das Thema gerade jetzt relevant?

Der österreichische Fußball erlebt 2026 einen strukturellen Wandel: Nachwuchsakademien wie jene von Red Bull Salzburg investieren massiv in ihre Trainerstäbe und professionalisieren ihre Strukturen. Gleichzeitig ist das Berufsfeld des Fußballtrainers rechtlich noch weniger gesichert als viele andere Berufsgruppen — trotz der jüngsten gesetzlichen Anpassungen.

Hinzu kommt: Im Zuge der Digitalisierung im Sport entstehen neue Coaching-Formate — Online-Coaching, Video-Analysen, Fernbetreuung. Auch hier sind die arbeitsrechtlichen Grenzen noch nicht vollständig definiert. Wer in diesem Umfeld tätig ist, sollte sich frühzeitig rechtlich absichern.

Das Beispiel von Heimo Pfeifenberger zeigt: Passion und Erfahrung allein reichen nicht aus, um als Trainer langfristig erfolgreich zu sein. Wer eine nachhaltige Coaching-Karriere aufbauen möchte, braucht auch das richtige vertragliche Fundament.

Fazit

Fußballtrainer in Österreich haben seit 2026 erstmals klare gesetzliche Mindestrechte — auch als freie Dienstnehmer. Doch ohne aktives Wissen um diese Rechte nützt das Gesetz wenig. Wer als Coach tätig ist oder werden möchte, sollte seinen Vertrag professionell prüfen lassen, bevor er unterschreibt. Die Investition in rechtliche Beratung zahlt sich aus — nicht nur beim ersten Karriereschritt, sondern bei jedem Wechsel im Trainerkarussell des österreichischen Fußballs.

Mehr Informationen zu Vertragsrechten für Trainer und Profisportler in Österreich finden Sie bei der Vereinigung der Fußballer (VdF).

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für Ihre konkrete Situation empfehlen wir das Gespräch mit einem spezialisierten Rechtsanwalt.

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