Robert Klauß kehrt am 14. Mai 2026 zu SK Rapid Wien zurück – allerdings nicht als Cheftrainer, sondern für ein Legendenspiel gemeinsam mit Rapid-Ikonen wie Steffen Hofmann und Erwin Hoffer. Der deutsche Coach, der im April 2025 beim Hütteldorfer Klub entlassen wurde, steht laut Medienberichten inzwischen auf der Kandidatenliste eines Champions-League-Vereins. Ein Vermögensberater erklärt, wie Fußballtrainer ihre Karrierepausen finanziell sinnvoll nutzen und welche Fehler sie dabei oft machen.
Klauß, Rapid und das Transferkarussel: Ein typischer Trainerfall
Der Fall Robert Klauß ist kein Einzelfall – er ist symptomatisch für die Karriererealität von Fußballtrainern im deutschsprachigen Raum. Verpflichtung mit Hoffnungen, Ergebnisdruck, Entlassung nach wenigen Monaten oder einem schlechten Saisonstart, dann Wartezeit. Und dazwischen: unregelmäßige Einnahmen, hohe Fixkosten und die Frage, wie das Geld bis zum nächsten Engagement reicht.
Laut Informationen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) sind Sporttrainer als Dienstverhältnis-Angestellte sozialversicherungspflichtig – allerdings nur dann, wenn sie vertraglich beschäftigt sind. In Phasen ohne aktiven Vertrag müssen sie sich selbst um Kranken- und Pensionsversicherung kümmern. Das übersehen viele Trainer, die nach einer Entlassung auf das nächste Angebot warten.
Das Trainer-Dilemma: Hohe Einnahmen, kurze Karriere
Profifußballtrainer in Österreich und Deutschland verdienen – je nach Liga und Verein – zwischen 150.000 und mehreren Millionen Euro im Jahr. Klingt komfortabel. Doch die durchschnittliche Amtszeit eines Bundesliga-Trainers beträgt nur rund 15 Monate. Wer in seiner aktiven Trainerzeit kein stabiles finanzielles Fundament aufbaut, riskiert nach der Karriere vor dem Nichts zu stehen.
Typische Fehler, die Vermögensberater bei Sporttrainern beobachten:
1. Zu viel Geld im Tagesgeldkonto parken: Das Geld wächst nicht, verliert durch Inflation an Wert und wird im Notfall zu schnell ausgegeben.
2. Keine Trennung zwischen privatem und beruflichem Vermögen: Wer als Trainerberater nebenher Beratungsleistungen erbringt oder mediale Engagements hat, muss steuerrechtlich klar trennen – sonst drohen Nachzahlungen beim Finanzamt.
3. Keine Rentenplanung trotz hohem Einkommen: In Österreich und Deutschland sind die gesetzlichen Rentenansprüche gedeckelt. Wer zehn Jahre lang gut verdient, aber nichts privat vorsorgt, erhält im Alter nur einen Bruchteil des gewohnten Einkommens.
4. Unterschätzung der Steuerbelastung: Ein Trainer, der in einem anderen Land engagiert wird (z.B. in einem britischen oder spanischen Champions-League-Verein), muss sich mit dem Thema Doppelbesteuerungsabkommen auseinandersetzen. Ohne Beratung können hier erhebliche Nachzahlungen entstehen.
Karrierepause als Chance: Wie Klauß die Zeit richtig nutzen kann
Eine Pause zwischen zwei Engagements muss keine rein passive Zeit sein. Für Trainer wie Robert Klauß, die noch aktiv auf Vereinssuche sind, bieten sich jetzt konkrete finanzielle Weichenstellungen an:
Portfolio-Check: Wurde das in aktiven Jahren angesparte Vermögen sinnvoll investiert? Ist die Asset Allocation noch passend zur aktuellen Lebenssituation?
Steueroptimierung: In Phasen geringerer Einnahmen lassen sich steuerlich relevante Maßnahmen besser umsetzen – etwa das Ausschöpfen von Freibeträgen oder die Umschichtung von Kapitalanlagen.
Absicherung: Wer nach dem Ende eines befristeten Vertrags nicht unmittelbar einen neuen schließt, verliert in vielen Ländern automatisch seinen Versicherungsschutz durch den Arbeitgeber. Eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung und eine private Krankenversicherung sollten für Profisportler und Trainer obligatorisch sein.
Netzwerk und Nebeneinnahmen: Viele ehemalige Trainer nutzen Karrierepausen, um als Kommentatoren, Berater oder Referenten aufzutreten. Auch diese Einnahmen müssen korrekt versteuert werden – und bieten gleichzeitig die Möglichkeit, das eigene Netzwerk zu pflegen.
Was österreichische Amateur- und Jugendtrainer daraus lernen können
Der Fokus auf Profitrainer wie Robert Klauß darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gleichen Grundsätze für Trainer auf allen Ebenen gelten. Auch ein gut bezahlter Nachwuchstrainer bei einem österreichischen Regionalligisten sollte:
- Seinen Vertragsstatus und die daraus resultierenden Versicherungspflichten kennen
- Rücklagen für eine mögliche Entlassungsphase bilden
- Frühzeitig mit einem Vermögensberater über Altersvorsorge sprechen – nicht erst kurz vor der Pensionierung
Wie auch der Fall Dusan Vlahovic zeigt, sind Fragen zur Vermögensplanung für Spitzensportler zeitkritisch – am besten löst man sie, bevor der Vertrag ausläuft, nicht danach. Auf Expert Zoom finden Sie Vermögensberater aus Österreich, die auf Finanzplanung für Selbstständige, Sportler und Fachleute mit unregelmäßigen Einkommensverläufen spezialisiert sind.
Champions-League-Wechsel: Welche Steuer- und Versicherungsfragen entstehen
Wenn ein österreichischer oder in Österreich tätiger Trainer tatsächlich zu einem Champions-League-Verein im Ausland wechselt – sei es in England, Spanien oder Deutschland –, entstehen umgehend komplexe steuerrechtliche und versicherungsrechtliche Fragen. Diese werden in der Aufregung rund um den Transfer oft vergessen:
Wohnsitz und Steuerpflicht: Wer aus Österreich nach England oder Spanien umzieht, muss nicht nur einen neuen Wohnort anmelden, sondern auch seine steuerliche Ansässigkeit klären. In den meisten Fällen gilt man für das laufende Jahr noch als unbeschränkt steuerpflichtig in Österreich – mit der Pflicht, das weltweite Einkommen zu versteuern.
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA): Österreich hat mit den meisten Fußballnationen Doppelbesteuerungsabkommen. Diese regeln, welches Land das Primärbesteuerungsrecht hat. In der Praxis führen diese Regelungen ohne professionelle Beratung dennoch zu Fehlern – weil die Fristen für Steuererklärungen und Nachweise je nach Land stark variieren.
Sozialversicherung im Ausland: Wer in einem EU-Mitgliedstaat angestellt wird, ist in der Regel auch dort sozialversichert. Das bedeutet: Die österreichische Sozialversicherung endet, und ausländische Systeme (z.B. das britische National Health System oder das spanische Seguridad Social) greifen. Was passiert aber mit Pensionsansprüchen aus früheren österreichischen Beschäftigungszeiten? Hier ist ein Experte unverzichtbar.
Fazit: Trainerkarrieren brauchen einen Finanzplan
Der Legends-Auftritt von Robert Klauß bei Rapid Wien zeigt: Fußballtrainer bleiben auch nach dem Ende eines Engagements sichtbar und relevante Persönlichkeiten. Doch Sichtbarkeit allein zahlt keine Rechnungen. Wer seine Finanzen nicht parallel zur Karriere plant, riskiert, nach dem letzten Trainervertrag finanziell unprepared dazustehen. Die beste Zeit für eine Beratung ist immer jetzt – unabhängig davon, ob man gerade auf der Trainerbank sitzt oder auf die nächste Chance wartet.
Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Finanzplanung und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Vermögensberater.
