Victoria von Schweden erwandert 31 Nationalparks: Was Hundebesitzer jetzt über Zecken wissen müssen

Frau wandert im Sommer mit angeleintem Hund auf einem Waldpfad durch einen Nationalpark
Clara Clara SchulzTiere und Tierärzte
4 Min. Lesezeit 15. Juli 2026

Kronprinzessin Victoria von Schweden hat am 14. Juli 2026 ihren 49. Geburtstag gefeiert – und sich selbst ein sportliches Versprechen gegeben: Innerhalb eines Jahres will die Thronfolgerin alle 31 Nationalparks ihres Landes zu Fuß erkunden. Kurz vor dem Ehrentag wurde sie bereits wandernd auf der schwedischen Insel Blå Jungfrun fotografiert. Was nach königlicher Freizeitgestaltung klingt, trifft einen Nerv: Auch in Deutschland zieht es im Sommer 2026 Millionen Menschen mit Wanderschuhen und Hund in Wald und Naturschutzgebiet. Wer dem royalen Vorbild folgt, sollte die Gesundheit seines Vierbeiners nicht dem Zufall überlassen.

Warum das Thema gerade jetzt relevant ist

Wandern mit Hund ist zum Breitensport geworden. Doch die Natur, die Victoria durchstreift, birgt Risiken, die viele Halterinnen und Halter unterschätzen – allen voran Zecken. Laut dem Robert Koch-Institut gelten 2026 bundesweit 185 Land- und Stadtkreise als FSME-Risikogebiete, zwei mehr als im Vorjahr. Neu hinzugekommen sind der Landkreis Nordsachsen und der Stadtkreis Halle an der Saale. Für das Jahr 2025 meldete das RKI insgesamt 693 FSME-Erkrankungen beim Menschen.

Für Hunde ist jedoch weniger die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) das Hauptproblem, sondern eine andere, oft übersehene Gefahr: die Babesiose. Die auch als „Hundemalaria" bekannte Erkrankung wird von der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen, die sich seit Jahren in Norddeutschland ausbreitet. Fälle ohne Auslandsbezug häufen sich inzwischen in Brandenburg, Berlin, Sachsen und im Saarland. Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), die häufigste Zeckenart hierzulande, überträgt daneben Borreliose und FSME.

Der Expertenblick: Was ein Tierarzt vor der Wandersaison rät

Ein spezialisierter Tierarzt betrachtet die Wanderplanung anders als der ambitionierte Freizeitsportler. Sein erster Rat lautet: Prävention beginnt Wochen vor der ersten Tour. Ein wirksamer Zeckenschutz – ob als Spot-on, Tablette oder Halsband – muss zum Gewicht, Alter und Gesundheitszustand des Tieres passen und rechtzeitig aufgebaut werden. Freiverkäufliche Produkte aus dem Supermarkt wirken nicht bei jeder Zeckenart gleich zuverlässig.

Zweitens weist der Fachmann auf die tägliche Kontrolle hin. Nach jeder Wanderung sollte das Fell gründlich abgesucht werden, besonders an Kopf, Ohren, Achseln und zwischen den Zehen. Eine früh entfernte Zecke überträgt seltener Krankheitserreger, weil viele Keime erst Stunden nach dem Stich in den Wirt gelangen. Wer die Zecke mit einer Zeckenzange oder -karte nah an der Haut fasst und gleichmäßig herauszieht, minimiert das Risiko.

Drittens zählt für den Tierarzt die Kenntnis der Symptome. Fieber, Fressunlust, Teilnahmslosigkeit oder auffällig dunkler Urin einige Tage bis Wochen nach einer Wanderung können auf eine Babesiose hindeuten – ein tiermedizinischer Notfall, der ohne rasche Behandlung tödlich enden kann. Bei Verdacht gilt: nicht abwarten, sondern zeitnah eine Praxis aufsuchen. Ähnlich reagieren Hunde übrigens auch auf andere Umweltreize sensibel; welche Rolle Stress und Umfeld spielen, zeigt der Blick auf ungewöhnliches Tierverhalten bei besonderen Naturereignissen.

Nicht nur Zecken: Hitze, Wildtiere und die richtige Ausrüstung

Sommerwanderungen bringen weitere Herausforderungen. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur schlechter als Menschen und können bei hohen Temperaturen einen Hitzschlag erleiden. Ausreichend Wasser, schattige Pausen und der Verzicht auf Mittagshitze gehören für Tierärzte zur Grundausstattung jeder Tour. Heißer Asphalt oder aufgeheizter Fels können zudem die empfindlichen Pfotenballen verbrennen.

In Naturschutzgebieten kommt der Schutz von Wildtieren hinzu. Während der Brut- und Setzzeit gilt in vielen deutschen Nationalparks und Schutzgebieten eine strikte Leinenpflicht – nicht nur zum Schutz von Rehkitzen und Bodenbrütern, sondern auch, um den eigenen Hund vor Konflikten mit Wildschweinen zu bewahren. Ein Tierarzt kann auch beraten, wie ein Hund konditionell auf längere Strecken vorbereitet wird: Junge, alte oder übergewichtige Tiere brauchen einen behutsamen Trainingsaufbau, damit Gelenke und Herz nicht überlastet werden.

Auch die Begegnung mit anderen Tieren will bedacht sein. In naturnahen Regionen können Hunde auf Kröten, Schlangen oder giftige Pflanzen treffen, die im heimischen Garten kaum eine Rolle spielen. Und wer mit dem Hund an Seen oder in Auen unterwegs ist, sollte in warmen Sommern auf Blaualgen achten: Cyanobakterien können bei Hunden nach dem Trinken oder Baden zu schweren Vergiftungen führen. Eine kurze Recherche zu den Besonderheiten der geplanten Route – idealerweise ergänzt durch tierärztlichen Rat – erspart im Ernstfall wertvolle Zeit.

Was Hundehalter jetzt konkret tun sollten

Wer die Wandersaison 2026 mit Hund plant, sollte drei Schritte gehen. Erstens: einen Kontrolltermin in der Tierarztpraxis vereinbaren, um den Impf- und Parasitenschutz zu prüfen. Zweitens: den passenden Zeckenschutz individuell abstimmen lassen, statt zum erstbesten Produkt zu greifen. Drittens: sich über regionale Risikogebiete informieren – die aktuelle FSME-Risikokarte des Robert Koch-Instituts zeigt, wo besondere Vorsicht geboten ist.

Gerade Familien mit einem jungen Hund unterschätzen oft, wie viel Vorbereitung ein aktiver Sommer erfordert. Ein frühzeitiges Beratungsgespräch klärt nicht nur medizinische Fragen, sondern auch praktische, etwa zur Ausrüstung oder zur Auslastung. Wer einen Welpen frisch im Haushalt hat, findet in einem tierärztlichen Ratgeber zur ersten Zeit mit Welpen hilfreiche erste Orientierung.

Kronprinzessin Victoria macht mit ihrer Nationalpark-Tour vor, wie schön aktive Naturerlebnisse sein können. Damit die eigene Version dieses Abenteuers für Zwei- und Vierbeiner sicher bleibt, lohnt sich vorab der fachkundige Rat. Über Expert Zoom lässt sich ein passender Tierarzt für ein Beratungsgespräch finden, bevor die erste große Tour ansteht.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche Untersuchung oder Beratung. Bei Krankheitszeichen sollten Sie umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen.

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