Alexander Zverev gewann am 7. Juni 2026 in Paris seinen ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open – und kurz darauf präsentierte er gemeinsam mit seiner Freundin Sophia Thomalla der Öffentlichkeit ein neues Familienmitglied: einen Welpen. Die Moderatorin und das Paar zeigten das junge Tier auf Social Media. Was viele dabei unterschätzen: Ein neuer Hund bringt im ersten Jahr erheblich mehr Verantwortung mit sich als ein Erwachsensenhund – und der erste Gang zum Tierarzt sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden.
Das neue Familienmitglied: Warum Welpen sofortige Tierarztbetreuung brauchen
Ein Welpe ist nicht einfach ein kleiner Hund. In den ersten Lebenswochen und -monaten ist das Immunsystem des Tieres noch nicht ausgereift, die Anfälligkeit für Krankheiten ist hoch. Neue Besitzer machen häufig den Fehler, den ersten Tierarztbesuch aufzuschieben – nach dem Motto: „Er sieht doch gesund aus." Doch sichtbare Gesundheit sagt wenig darüber aus, ob der Welpe entwurmt ist, ob Angeborenes vorliegt oder ob der Impfstatus stimmt.
Der erste Tierarzttermin sollte idealerweise innerhalb der ersten 48 bis 72 Stunden nach der Übernahme des Welpen stattfinden. Dabei wird der allgemeine Gesundheitszustand gecheckt, Parasiten werden ausgeschlossen, und Besitzer erhalten einen klaren Fahrplan für die kommenden Monate.
Impfplan 2026: Was Welpen in Deutschland wirklich brauchen
Die Bundestierärztekammer gibt unter bundestieraerztekammer.de aktuelle Impfempfehlungen heraus, die Tierärzte und Halter als Orientierung nutzen sollten. Für Welpen in Deutschland gilt folgendes Grundschema:
Ab der 8. Lebenswoche: Erste Schutzimpfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose (SHPL). Diese vier Erkrankungen können ohne Impfschutz lebensbedrohlich werden.
Ab der 12. Lebenswoche: Wiederholung der Grundimmunisierung sowie Erstimpfung gegen Tollwut – in Deutschland für Hunde, die ins Ausland reisen, Pflicht.
Ab der 16. Lebenswoche: Letzte Grundimmunisierungseinheit, je nach Tierarzt ergänzt um Bordetella (Zwingerhusten) und Borrelia.
Entwurmungen sind parallel dazu alle zwei Wochen bis zum Alter von zwölf Wochen fällig, anschließend monatlich bis zum sechsten Lebensmonat. Zusätzlich sollten regelmäßige Flohmittelbehandlungen stattfinden.
Reisen mit dem Hund: Besonderheiten für aktive Paare
Sophia Thomalla ist als Moderatorin viel unterwegs, Zverev reist als Tennisprofi nahezu durchgehend um die Welt. Wer mit einem Hund häufig reist – auch innerhalb Europas –, muss einige Dinge beachten.
Seit 2012 regelt die EU-Tiergesundheitsverordnung die Einreisevoraussetzungen für Haustiere. Für Hunde gilt: Ein gültiger EU-Heimtierausweis (Petpass) ist Pflicht, der Tollwutimpfschutz muss aktuell sein, und das Tier muss mit einem Mikrochip nach ISO-Standard 11784/11785 gekennzeichnet sein. In Deutschland ist die Mikrochipkennzeichnung für Hunde bereits seit 2011 gesetzlich verankert.
Für Reisen außerhalb der EU – etwa in die USA, wo Zverev regelmäßig bei Turnieren antritt – gelten strengere Vorschriften. Die USA verlangen seit April 2024 verschärfte Nachweise bezüglich der Tollwutimpfung, und Welpen unter vier Monaten dürfen teilweise gar nicht einreisen. Wer mit einem Hund international unterwegs ist, sollte diese Regelungen mindestens vier Wochen vor Reisebeginn mit einem erfahrenen Tierarzt klären.
Häufige Anfängerfehler bei der ersten Hundehaltung
Gerade Erstbesitzer – und das gilt unabhängig vom Prominenzstatus – machen im ersten Jahr mit ihrem Welpen oft dieselben Fehler:
Falsche Ernährung: Welpen brauchen kalorienreiches, calciumoptimiertes Futter für ihr Wachstum. Adultes Hundefutter reicht nicht aus. Auch „Natural Feeding" (rohes Fleisch) sollte ohne tierärztliche Begleitung nicht praktiziert werden, da es Keimbelastungen begünstigt.
Zu früh zu viel Auslauf: Lange Spaziergänge können bei Welpen Gelenk- und Skelettschäden verursachen. Tierärzte empfehlen als Faustregel: fünf Minuten Auslauf pro Lebensmonat, zweimal täglich – also zehn Minuten bei einem zwei Monate alten Welpen.
Sozialisation vernachlässigen: Die ersten 16 Lebenswochen sind die kritischste Prägephase. Welpen, die in dieser Zeit zu wenige Menschen, Geräusche und Situationen kennenlernen, entwickeln häufiger Ängste und Verhaltensauffälligkeiten im Erwachsenenalter.
Tierarztbesuche verschieben: Jeder verpasste Impftermin bedeutet eine Lücke im Schutz – in einer Phase, in der das Immunsystem des Tieres noch nicht selbst schützen kann.
Welpenversicherung: Lohnt sich das?
Operationskosten für Hunde können schnell in den vierstelligen Bereich gehen – selbst bei einem jungen, gesunden Tier. Tierhalter-Haftpflichtversicherung ist in fast allen deutschen Bundesländern Pflicht und schützt bei Schäden, die der Hund an Dritten verursacht. Eine Tierkrankenversicherung hingegen ist freiwillig, aber besonders in den ersten Jahren sinnvoll: Viele genetisch bedingte Erkrankungen zeigen sich erst im ersten oder zweiten Lebensjahr.
Für Zverev und Thomalla mit ihrer internationalen Lebensweise kann eine Versicherung mit weltweitem Schutz sinnvoll sein – das ist jedoch etwas, das ein spezialisierter Tierarzt je nach Rasse und Lebenssituation individuell einschätzen sollte. Welche finanziellen Möglichkeiten Zverev nach seinem Grand-Slam-Sieg hat, zeigt ein eigener Artikel.
Was tun, wenn der Welpe krank wird?
Auch bei bester Vorbereitung kann ein Welpe krank werden. Klare Warnsignale, die sofortigen Tierarztbesuch erfordern: Erbrechen oder Durchfall, der länger als 24 Stunden anhält, plötzliche Apathie oder Fressunlust, Fieber über 39,5 Grad Celsius sowie Husten oder Atemnot. Bei Anzeichen einer Parvovirus-Infektion – blutigem Durchfall und schwerem Erbrechen – ist sofortiges Handeln lebensnotwendig. Ohne Behandlung können Welpen innerhalb von 48 Stunden sterben.
Notfallpraxen für Tiere sind in deutschen Großstädten rund um die Uhr erreichbar, aber die Suche nach der nächstgelegenen Notaufnahme mitten in der Nacht kostet wertvolle Zeit. Erfahrene Tierhalter empfehlen, die Nummer der nächsten Tiernotaufnahme bereits vor dem ersten Krankheitsfall im Handy gespeichert zu haben.
Den richtigen Tierarzt finden
Die Wahl des Tierarztes ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Aufnehmen eines Welpen. Entscheidend sind Verfügbarkeit (gerade bei Notfällen), Erfahrung mit der jeweiligen Rasse und eine klare Kommunikation mit dem Tierhalter. Auf Expert Zoom finden Sie erfahrene Tierärzte in Ihrer Nähe, die bei der Welpen-Grundversorgung, bei Reisevorbereitungen und bei spezifischen Gesundheitsfragen zur Seite stehen – damit aus dem neuen Familienmitglied ein gesunder und glücklicher Hund wird.

Clara Schulz