Monfils' letztes Roland Garros 2026: Der Tennisstar will Vermögensberater werden — was das über Sportkarrieren lehrt

Gaël Monfils im Einsatz auf dem Tennisplatz

Photo : Edwin Martinez from The Bronx / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 25. Mai 2026

Monfils' letztes Roland Garros 2026: Der Tennisstar will Vermögensberater werden — was das über Sportkarrieren lehrt

Gaël Monfils hat heute Abend auf dem Court Philippe-Chatrier in Paris sein letztes Roland Garros gespielt. Das Match gegen Landsmann Hugo Gaston war sein Abschied von seinem Lieblingsturnier — und sehr wahrscheinlich sein letztes Grand-Slam-Erstrundenspiel der Karriere. Was kaum jemand weiß: Monfils plant nicht einfach einen ruhigen Ruhestand. Er will Vermögensberater werden. Was der 39-jährige Tennisstar damit über Finanzplanung nach einer Sportkarriere sagt.

Ein Abschied nach 20 Jahren auf der Tour

Monfils kündigte im Oktober 2025 an, dass 2026 seine letzte Saison auf der ATP-Tour sein würde. Am 21. Mai 2026 feierten ihn Fans, Familie und Künstler bei einem emotionalen "Gael & Friends"-Abend in Roland Garros — der letzten großen Bühne seiner Karriere. Er ist der letzte der legendären französischen "vier Musketiere" (neben Tsonga, Simon und Gasquet), die sich aus dem Profisport verabschieden.

Seine Bilanz: 13 ATP-Einzel-Titel, Weltranglistenposition Nummer 6 (Karriere-Hoch, 2016), über 22 Millionen Dollar an Preisgeldeinnahmen. Sein letzter Titel kam im Januar 2024 in Auckland, als er mit 38 Jahren der älteste Spieler war, der seit Jahrzehnten einen ATP-Titel gewann.

Im Match heute gegen Gaston — ATP 118, zehn Jahre jünger — verlor Monfils den ersten Satz mit 2:6. Das Ergebnis spiegelt die aktuelle Form wider: In den letzten 52 Wochen gewann er nur 3 von 10 Matches, die Weltrangliste zeigt ihn auf Platz 221.

Der Plan nach der Karriere: Vermögensberater

Was Monfils nach dem Sport vorhat, hat er in einem Interview mit dem Roland-Garros-Magazin klar formuliert:

"Ich wollte schon immer im Finanzbereich arbeiten. Das interessiert mich schon lange. Ich hatte das Glück, bereits außerhalb des Tennis etwas Erfahrung zu sammeln, und habe einige Menschen aus dieser Welt kennengelernt. Ich könnte mir vorstellen, Vermögensberater zu werden — mit Fortbildungen, um meinen Platz zu finden."

Seine Ehefrau Elina Svitolina, selbst Weltklasse-Tennisspielerin, bestätigte den Plan mit einem Lächeln: "Er arbeitet in der Finanzwelt. Er kann es kaum erwarten und spricht die ganze Zeit mit mir darüber."

Ab dem 1. Januar 2027 will Monfils regulär arbeiten — klassischer 9-to-5-Job. Ein radikaler Schnitt nach zwei Jahrzehnten des globalen Reisens, des freien Tagesrhythmus und der medialen Daueraufmerksamkeit.

Was Profiathlethen mit 22 Millionen Dollar Karriereeinnahmen wirklich brauchen

Monfils' Karriereverdienste klingen beeindruckend. Aber was bleibt nach 20 Jahren Profisport tatsächlich übrig? Diese Frage ist entscheidend — und die Antwort fällt schlechter aus, als viele erwarten.

Reisekosten und Entourage: Ein Spieler auf Monfils' Niveau investiert jährlich 100.000 bis 250.000 Euro in Coach, Physiotherapeut, Reisen und Equipment. Über 20 Jahre summiert sich das auf mehrere Millionen Euro.

Steuern in mehreren Ländern: Profis wie Monfils zahlen Steuern dort, wo sie Einnahmen erzielen — also überall, wo sie Turniere spielen. Doppelbesteuerungsabkommen helfen, aber die steuerliche Komplexität erfordert professionelle Begleitung in jedem Karriereschritt.

Sponsoring und Bildrechte: Monfils war jahrelang Athlet von ASICS und Nike sowie Rolex-Markenbotschafter. Wenn solche Verträge auslaufen, fällt ein bedeutender Teil des Einkommens weg — oft abrupt und ohne direkten Ersatz.

Keine betriebliche Altersvorsorge: Profisportler haben in den meisten Ländern keine automatische Rentenversicherung wie Arbeitnehmer. Wer nicht aktiv für den Ruhestand vorsorgt — etwa durch Immobilien, Aktienportfolios oder private Rentenversicherungen — riskiert einen deutlichen Lebensstandard-Rückgang nach der aktiven Karriere.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) empfiehlt auf ihrer Verbraucherseite grundlegende Prinzipien für den Aufbau von Vermögen: Diversifikation, langfristiger Anlagehorizont und die Wahl regulierter Finanzberater. Für Sportler mit unregelmäßigen, hochschwankenden Einnahmen ist professionelle Begleitung dabei besonders wertvoll.

Svitolina und Monfils: Ein Familienmodell für die Nachkarriere

Was das Ehepaar Monfils-Svitolina von vielen anderen Sportstars unterscheidet: Beide planen langfristig. Svitolina ist selbst noch aktiv auf der Tour, verdient eigene Sponsoringeinnahmen und beschreibt sie und Monfils als "calm" — ruhig und vorbereitet.

Gemeinsam haben sie eine Tochter, Skaï, geboren im Oktober 2022. Für eine Familie mit zwei internationalen Spitzensportlern bedeutet das: Schulwahl, Standortfrage, steuerliche Ansässigkeit und Vermögensverteilung müssen koordiniert werden. Auch Nachlassplanung und die Frage, wie das gemeinsam aufgebaute Vermögen verwaltet wird, rücken mit dem Karriereende eines Partners in den Vordergrund.

Genau das macht einen qualifizierten Vermögensberater so wichtig — nicht nur für Sportstars, sondern für alle, die einen großen Einschnitt im Leben planen: Berufsausstieg, Elternzeit, Unternehmensverkauf.

Was Monfils' Berufswunsch über die Branche sagt

Dass Monfils ausgerechnet die Vermögensberatung wählt, ist kein Zufall. Er hat aus eigener Erfahrung gelernt, was mit großen Einkünften ohne strukturierte Planung passiert — und was mit guter Beratung möglich ist. Dieser Blickwinkel könnte ihn zu einem glaubwürdigen Berater für andere Sportler machen.

Ähnliche Fragen zur Finanzplanung bei Sportergebnissen mit schwankenden Einnahmen hat auch der Fall Jan-Lennard Struff beim ATP Hamburg 2026 aufgeworfen: Wie verwaltet man ein Einkommen, das mit jedem Turnierergebnis steigt oder fällt?

Fazit: Das Ende einer Karriere ist der Anfang einer Finanzentscheidung

Monfils' Abschied von Roland Garros 2026 ist ein emotionaler Moment für den Tennissport. Aber dahinter steckt eine rationale, gut durchdachte Planung — und eine klare Botschaft: Wer mit einem langen Karriereende konfrontiert ist, braucht mehr als Abschiedsfeiern. Er braucht eine Strategie.

Ob Profiathlet, Freiberufler oder Angestellter kurz vor der Rente: Der richtige Moment für einen Vermögensberater ist nicht nach dem letzten Spieltag — sondern lange davor.

Dieser Artikel informiert allgemein über Finanzplanung. Für individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Vermögensberater.

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