Am 19. März 2026 übernahm Leni Klum in Folge 12 von Germany's Next Topmodel die Moderation — weil ihre Mutter Heidi Klum erkrankt war. Zum ersten Mal in der Geschichte der Sendung sprach jemand anderes den legendären Satz. Doch hinter dem Entertainment-Moment steckt ein Thema, das Dermatologen seit Jahren beschäftigt: Hautschutz ist keine Frage des Aussehens, sondern der Gesundheit.
Leni Klum übernimmt GNTM — und alle reden über Haut
Die Tochter von Heidi Klum ist seit Jahren als Model aktiv und absolviert parallel ihr Studium der Innenarchitektur an der NYU in New York. Ihr kurzfristiger Einsatz als Gastmoderatorin bei GNTM 2026 sorgte in Deutschland für enormes mediales Echo — Joyn, Promiflash und unzählige weitere Outlets berichteten ausführlich.
In der Sendung war Leni Klum als Gesicht einer aktuellen Intimissimi-Kampagne zu sehen. Damit rückte erneut ein Thema ins Rampenlicht: Wie schützen sich Models und Menschen in der Öffentlichkeit wirklich vor den Auswirkungen von UV-Strahlung?
Die Antwort der Dermatologie ist eindeutig — und für viele überraschend.
Hautkrebs in Deutschland: die Zahlen, die niemand kennt
Schwarzer Hautkrebs (Melanom) ist in Deutschland die vierthäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft veröffentlichten zuletzt diese Daten:
- 27.430 neue Melanomfälle pro Jahr in Deutschland (Stand 2023)
- 232.000 Menschen leben aktuell mit einer Melanomdiagnose
- 3.169 Todesfälle durch Melanom pro Jahr
- Die Fallzahlen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehr als verdoppelt
Die gute Nachricht: Bei früher Erkennung liegt die Fünfjahresüberlebensrate bei 96 Prozent (Frauen) und 94 Prozent (Männer). Das Melanom gehört damit zu den heilbarsten Krebsarten — vorausgesetzt, es wird rechtzeitig erkannt.
Was Dermatologen wirklich empfehlen
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt mindestens Lichtschutzfaktor 30 für den alltäglichen Gebrauch. Bei hellhäutigen Menschen, Kindern oder UV-empfindlichen Personen sollte es LSF 50+ sein.
Wichtig dabei: Der UV-Index in Deutschland erreicht bereits ab März Werte von 3 und höher — der Grenzwert, ab dem Sonnenschutz empfohlen wird. Auch an bewölkten Tagen gelangt bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung durch die Wolken.
Dermatologen betonen außerdem: Die meisten Menschen tragen zu wenig Sonnencreme auf. Die korrekte Menge beträgt 2 mg pro Quadratzentimeter Haut — das entspricht für einen Erwachsenen etwa 20 bis 23 Gramm oder 3 bis 4 Esslöffel.
Studien der Skin Cancer Foundation belegen: Wer täglich einen Lichtschutzfaktor von 15 oder höher verwendet, reduziert sein Melanomrisiko um 50 Prozent und sein Risiko für Plattenepithelkarzinom um 40 Prozent.
Der Früherkennungs-Check: wer hat Anspruch?
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening beim Hausarzt oder Dermatologen. Dieser Anspruch wird von vielen nicht wahrgenommen — aus Zeitmangel, fehlender Information oder schlicht Verdrängung.
Dermatologen empfehlen außerdem die regelmäßige Selbstuntersuchung nach der sogenannten ABCDE-Regel:
- A – Asymmetrie: Ist die Hautveränderung ungleichmäßig geformt?
- B – Begrenzung: Sind die Ränder unscharf oder unregelmäßig?
- C – Colorit: Hat der Fleck mehrere Farbtöne?
- D – Durchmesser: Ist er größer als 5 Millimeter?
- E – Erhabenheit: Ragt er über die Hautoberfläche hinaus?
Wer einen oder mehrere dieser Punkte bejaht, sollte zeitnah einen Dermatologen aufsuchen — nicht in Wochen, sondern in Tagen.
Wann sollte man einen Hautarzt konsultieren?
Nicht jeder Leberfleck ist gefährlich. Aber es gibt klare Signale, die eine ärztliche Abklärung erfordern:
- Ein Muttermal verändert sich in Größe, Form oder Farbe
- Eine Hautveränderung juckt, blutet oder heilt nicht ab
- Neue Pigmentflecken entstehen schnell
- Man arbeitet viel im Freien oder hatte in der Jugend Sonnenbrände
Das Gute: Online-Konsultationen mit spezialisierten Dermatologen auf Expert Zoom ermöglichen eine erste Einschätzung ohne Wartezeit beim Facharzt. Bei Verdachtsfällen wird immer eine persönliche Untersuchung empfohlen.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Bedenken wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Dermatologen oder Ihrer Hausarztpraxis.
Hautschutz ist Prävention — nicht Eitelkeit
Das öffentliche Interesse an Leni Klum, an ihrer Haut, ihrem Aussehen — es ist eigentlich eine Einladung, über etwas Wichtigeres zu sprechen. Hautpflege ist nicht Kosmetik. UV-Schutz ist nicht Luxus. Es ist eine der einfachsten und wirksamsten Maßnahmen zur Krebsprävention, die jeder Mensch täglich treffen kann.
Dermatologen sind sich einig: Wer jetzt mit regelmäßigem Sonnenschutz beginnt, kann sein Risiko substanziell senken — unabhängig vom Alter.
Nutzen Sie das kostenlose Hautkrebs-Screening, das Ihnen als gesetzlich Versicherter zusteht. Und wenn Sie Fragen zu Hautveränderungen haben, sprechen Sie mit einem Fachmann — online oder vor Ort. Spezialisten für Onkologie finden Sie ebenfalls auf Expert Zoom, wenn weitergehende Abklärungen nötig sind.
Häufige Fragen zum Thema Hautkrebs und Prävention
Wie oft sollte man zum Hautarzt? Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Screening. Wer Risikofaktoren hat (viele Muttermale, heller Hauttyp, Familiengeschichte), sollte jährlich oder nach Empfehlung des Arztes gehen.
Schützt Sonnencreme wirklich vor Melanom? Ja — mehrere klinische Studien bestätigen eine Reduktion des Melanomrisikos um bis zu 50 Prozent bei täglicher Anwendung. Voraussetzung ist die korrekte Menge und regelmäßige Erneuerung.
Kann man Hautkrebs auch im Gesicht bekommen? Ja. Gesicht, Ohren, Hals und Hände sind besonders exponiert und häufig betroffen. Tägliche Sonnencreme im Gesicht gilt inzwischen als dermatologischer Standard.
