Sportmediziner untersucht den Knöchel eines Fußballspielers in einer Klinik

Musiala-Verletzung: Was Sehnenschmerzen im Sprunggelenk bedeuten und wann Amateursportler zum Arzt müssen

Lena Lena SchmidtSportmedizin
4 Min. Lesezeit 21. März 2026

Bayern Münchens Mittelfeldspieler Jamal Musiala kämpft auch im März 2026 weiterhin mit hartnäckigen Sehnenproblemen im linken Sprunggelenk. Der 23-Jährige kann nicht am vollen Mannschaftstraining teilnehmen und trainiert stattdessen individuell auf dem Ergometer. Die Beschwerden sind eine direkte Folge eines schweren Wadenbeinbruchs, den sich der Nationalspieler beim FIFA Club World Cup im Sommer 2025 zuzog.

Nach Informationen von FCBInside.de vom 21. März 2026 verzichtet sowohl der FC Bayern als auch Bundestrainer Julian Nagelsmann darauf, Musiala für die anstehenden Länderspiele zu nominieren. Die Priorität liegt auf einer vollständigen Genesung. Ex-Profi Dietmar Hamann betonte, dass die Weltmeisterschaft noch "weit entfernt" sei und Musiala zunächst schmerzfrei werden müsse. Eine schrittweise Wiedereingliederung ins Mannschaftstraining wird nach der Länderspielpause angestrebt.

Vom Wadenbeinbruch zur Sehnenentzündung: Wie Musiala verletzt wurde

Während des Club World Cup im Sommer 2025 erlitt Musiala eine schwere Fibulafraktur – einen Bruch des Wadenbeins im linken Bein. Diese Art von Verletzung betrifft häufig auch die umliegenden Weichteile, insbesondere Bänder und Sehnen im Sprunggelenk. Die Fraktur wurde operativ versorgt, doch die eigentliche Herausforderung begann danach.

Bei der Heilung eines Wadenbeinbruchs können Sehnen durch Narbengewebe, Entzündungsprozesse oder biomechanische Fehlbelastungen in Mitleidenschaft gezogen werden. In Musiala's Fall entwickelte sich eine persistierende Sehnenentzündung, die klassischerweise mit Schmerzen bei Belastung einhergeht. Die Tatsache, dass der Spieler acht Monate nach der Verletzung noch immer nicht voll trainieren kann, zeigt die Komplexität solcher Sekundärschäden.

Laut FCBayern.com arbeitet der Verein eng mit Sportmedizinern zusammen, um eine Chronifizierung zu verhindern. Die konservative Therapie mit individueller Belastungssteuerung ist in solchen Fällen Standard – auch bei Profisportlern.

Sehnenverletzungen im Sport: Was steckt dahinter?

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und übertragen die Kraft bei jeder Bewegung. Im Sprunggelenk sind besonders die Achillessehne und die Peronealsehnen (die seitlich am Knöchel verlaufen) anfällig für Überlastung. Eine Tendinitis – also Sehnenentzündung – entsteht meist durch Mikrotraumata bei wiederholter Belastung.

Bei Musiala kam erschwerend hinzu, dass nach der Fraktur das Sprunggelenk möglicherweise instabil war oder eine veränderte Biomechanik aufwies. Das zwingt andere Strukturen, Mehrarbeit zu leisten. Genau das führt bei vielen Amateursportlern ebenfalls zu Problemen: Nach einer Verletzung wird zu früh wieder trainiert, ohne die tieferliegenden Defizite zu beheben.

Typische Symptome einer Sehnenentzündung sind belastungsabhängige Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Im Frühstadium sind die Beschwerden oft nur nach intensiver Belastung spürbar – ein trügerisches Signal, das viele ignorieren.

Die häufigsten Fehler von Amateursportlern bei Sehnenproblemen

Der größte Fehler: "Durchbeißen und hoffen, dass es von selbst verschwindet." Sehnenentzündungen heilen selten von alleine, wenn die Belastung nicht angepasst wird. Im Gegenteil – chronische Verläufe sind häufig und führen zu strukturellen Veränderungen im Sehnengewebe.

Viele Hobbysportler unterschätzen die Bedeutung von Aufwärmprogrammen und gezieltem Krafttraining. Schwache Muskulatur rund um das Sprunggelenk erhöht die Belastung auf die Sehnen exponentiell. Auch falsches Schuhwerk oder abrupte Trainingsumstellungen (z.B. von Laufen auf Hallensport) sind klassische Auslöser.

Ein weiterer Fehler: Eigentherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten über Wochen, ohne ärztliche Diagnostik. Während solche Mittel kurzfristig Schmerzen lindern, maskieren sie das Problem nur. Die zugrundeliegende Ursache – sei es eine Fehlbelastung, eine Instabilität oder eine degenerative Veränderung – bleibt unbehandelt.

Auch zu schnelles Wiedereinstieg nach einer Zwangspause ist riskant. Genau das passiert bei vielen Freizeitsportlern: Nach zwei schmerzfreien Tagen wird sofort wieder Vollgas gegeben. Die Folge sind Rückfälle, die die Heilung um Monate verzögern.

Wann ist ein Sportmediziner Pflicht?

Spätestens wenn Schmerzen im Sprunggelenk länger als zwei Wochen anhalten oder bei jeder Trainingseinheit auftreten, sollte ein Sportmediziner konsultiert werden. Auch plötzliche Schmerzen nach einem Umknicken oder Sturz – selbst wenn keine offensichtliche Schwellung vorliegt – erfordern eine professionelle Abklärung.

Warnsignale sind außerdem: Morgensteifigkeit im Sprunggelenk, Schmerzen beim Treppensteigen oder eine sichtbare Schwellung entlang der Sehnen. Bei Amateursportlern über 35 Jahren steigt zudem das Risiko für degenerative Sehnenveränderungen, die eine Entzündung begünstigen.

Ein Sportmediziner kann mittels klinischer Untersuchung, Ultraschall oder MRT die genaue Ursache identifizieren. Oft zeigt sich dabei eine Kombination aus Entzündung, Instabilität und muskulären Dysbalancen. Nur mit dieser Diagnose lässt sich ein zielgerichteter Therapieplan erstellen – von Physiotherapie über Einlagenversorgung bis hin zu biomechanischem Training.

Auf Plattformen wie ExpertZoom können Sportler schnell und unkompliziert einen qualifizierten Sportmediziner in ihrer Region finden. Gerade bei hartnäckigen Beschwerden lohnt sich eine Zweitmeinung, um chronische Verläufe zu vermeiden.

Wie lange dauert die Rehabilitation bei Sehnenproblemen?

Die Heilungsdauer variiert stark – von wenigen Wochen bei akuten Reizzuständen bis zu sechs Monaten bei chronischen Tendinopathien. Entscheidend ist die Konsequenz in der Therapie. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin zeigt, dass exzentrisches Krafttraining (kontrolliertes Abbremsen von Bewegungen) die Heilung signifikant beschleunigt.

Bei Musiala zeigt sich exemplarisch: Selbst mit besten medizinischen Ressourcen benötigen Sehnenverletzungen Zeit. Die geplante schrittweise Reintegration nach der Länderspielpause im März 2026 folgt einem klassischen Stufenplan: zunächst Ergometer-Training ohne Stoßbelastung, dann leichtes Lauftraining, später Richtungswechsel und Sprints.

Für Amateursportler gilt: Geduld ist der Schlüssel. Zu frühe Vollbelastung führt in über 60 Prozent der Fälle zu Rückfällen. Ein strukturierter Aufbauplan unter sportmedizinischer Begleitung reduziert dieses Risiko drastisch. Auch Ergänzungsmaßnahmen wie Stoßwellentherapie oder Dry Needling können in hartnäckigen Fällen sinnvoll sein.

Wenn Sie selbst unter Sprunggelenkschmerzen oder Sehnenproblemen leiden, warten Sie nicht zu lange. Finden Sie noch heute einen erfahrenen Sportmediziner auf ExpertZoom und lassen Sie Ihre Beschwerden professionell abklären. Gerade bei sportlichen Ambitionen lohnt sich die Investition in eine fundierte Diagnose – für eine nachhaltige Genesung und langfristige Leistungsfähigkeit.

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