Am 19. März 2026 analysierte Politikwissenschaftler Herfried Münkler bei Markus Lanz (ZDF) die Eskalation des Iran-Konflikts und warnte vor einem strukturellen Bruch der bisherigen Weltordnung — ein Wendepunkt, der laut Münkler größer und folgenreicher sein wird als der Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. Was das für Ihr Vermögen bedeutet, erklärt ein Blick auf die Empfehlungen von Finanzexperten.
Münkler bei Markus Lanz: „Die Euphorie der Globalisierung ist vorbei"
Herfried Münkler, Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist derzeit einer der meistzitierten Stimmen in der deutschen Sicherheitsdebatte. Sein neues Buch Macht im Umbruch beschreibt eine Welt, die sich in rivalisierende Blöcke aufteilt — und Europa, das sich neu positionieren muss.
In seinem Auftritt bei Markus Lanz am 19. März 2026 brachte er es auf den Punkt: „Wir erleben eine Wiederkehr der Geschichte." Der Iran-Konflikt sei kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer größeren Neuordnung, in der die USA unter Trump zunehmend unberechenbar agieren und Europa seinen eigenen strategischen Weg finden muss.
Besonders alarmierend: Münkler hält eine Aktivierung von Artikel 5 des NATO-Vertrags im Iran-Szenario für eine reale Möglichkeit — was das Bündnis, wie er schreibt, von einer Verteidigungs- in eine Offensivorganisation verwandeln würde.
Geopolitik als strukturelles Marktrisiko 2026
Was für Politikwissenschaftler eine intellektuelle Herausforderung ist, hat für Anleger ganz konkrete finanzielle Konsequenzen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Geopolitik bereits offiziell als eines der zentralen Fokusrisiken für 2026 eingestuft — neben der Ukraine, dem Iran-Konflikt und den China-Taiwan-Spannungen.
Für den deutschen Anleger bedeutet das:
Portfolios mit hoher Globalisierungsexposition sind verwundbar. Deutschland ist tief in globale Lieferketten integriert. Unternehmen, die stark vom Handel mit den USA oder dem Nahen Osten abhängig sind, reagieren besonders empfindlich auf geopolitische Schocks.
Illiquide Anlagen wie Immobilien oder Private Equity werden schwerer zu bewerten. In einer fragmentierten Welt fehlen klare Preissignale — Bewertungsmodelle, die in der Ära der Globalisierung funktionierten, stoßen an ihre Grenzen.
Währungsrisiken steigen. Wenn sich wirtschaftliche Blöcke auseinanderentwickeln, verlieren klassische Absicherungsstrategien an Wirksamkeit.
Was Vermögensberater jetzt empfehlen
Finanzexperten, die sich mit geopolitischen Risiken beschäftigen, geben 2026 konkrete Empfehlungen — gerade für Anleger mit mittelgroßen Vermögen, die bisher kaum geografisch oder sektoral diversifiziert haben:
Diversifikation jenseits des Westens. Märkte wie Indien und Japan gelten als weniger anfällig für die direkte Konfrontation zwischen den großen Mächten. Eine Aufstockung in diesen Regionen kann Klumpenrisiken abbauen.
Defensive Sektoren gewinnen an Bedeutung. Energie, Infrastruktur, Rohstoffe und Verteidigung sind in einer Welt geopolitischer Rivalitäten strukturell begünstigt — auch wenn einzelne Werte volatil bleiben.
Gold als Absicherung. Der Goldpreis hat im März 2026 neue Rekordniveaus erreicht. Professionelle Anlageberater empfehlen eine Beimischung von 5–10 % als Inflations- und Krisenabsicherung.
Währungsabsicherung prüfen. Wer Fremdwährungsanlagen hält — ob in US-Dollar, britischen Pfund oder aufstrebenden Währungen — sollte mit einem Berater die Sinnhaftigkeit von Hedging-Instrumenten prüfen.
Wann brauche ich einen professionellen Vermögensberater?
Die Analyse von Münklers Warnungen ist das eine — die richtige Reaktion im eigenen Portfolio das andere. Zwischen dem Verstehen geopolitischer Risiken und dem korrekten Umsetzen von Anlageentscheidungen liegt eine Expertise, die viele Privatanleger unterschätzen.
Ein professioneller Vermögensberater hilft in folgenden Situationen besonders:
- Wenn das Depot über mehrere Asset-Klassen und Regionen verteilt ist und eine kohärente Strategie fehlt
- Wenn Sie sich fragen, ob Ihre Immobilieninvestitionen in bestimmten Regionen noch sicher sind
- Wenn Sie Liquiditätsreserven in Fremdwährungen halten und nicht wissen, wie Sie diese absichern sollen
- Wenn Sie durch Erbschaft oder Unternehmensverkauf plötzlich größere Beträge anlegen müssen
Auf Expert Zoom finden Sie unabhängige Vermögensberater, die keine Produkte verkaufen, sondern Ihre individuelle Situation analysieren — auch in Zeiten, in denen die Welt nach Münkler gerade neu geordnet wird.
Was Münkler selbst sagt: Ein zweiter Wendepunkt
Im Interview mit der NZZ formulierte Münkler noch deutlicher: „Der Westen ist am Ende" — gemeint ist das von den USA geführte liberale Ordnungsmodell der letzten Jahrzehnte. Europa müsse jetzt eigenständig handeln, sonst werde es zum Spielball neuer Großmächte.
Diese Einschätzung teilen zunehmend auch Investmentstrategen. Globales Wachstum für 2026 wird auf lediglich 2,4 bis 2,5 % geschätzt — unter dem langjährigen Durchschnitt, gedrückt durch geopolitische Unsicherheiten, Zollkonflikte und fragmentierte Lieferketten.
Für Privatanleger in Deutschland heißt das konkret: Wer weiter nur in westlich orientierten Märkten investiert und keine Stresstests für sein Portfolio durchgeführt hat, sitzt auf einem Risiko, das er vielleicht noch nicht sieht.
Geopolitische Risiken sind keine Ausnahme mehr
Das Wichtigste, was Münklers Analyse für Privatanleger bedeutet: Geopolitische Krisen sind keine vorübergehenden Störungen mehr, auf die man „aussitzen" kann. Sie sind, wie die BaFin formuliert, ein strukturelles Marktrisiko — dauerhaft, komplex und schwer modellierbar.
Wer sein Vermögen in den nächsten Jahren schützen will, muss es mit denselben Augen sehen wie ein Politikwissenschaftler — und mit der Hilfe eines Finanzexperten in konkrete, belastbare Strategien übersetzen. Der erste Schritt ist ein Gespräch mit einem unabhängigen Berater — jemanden, der Ihr Portfolio kennt und keine Eigeninteressen an bestimmten Produkten hat.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater für Entscheidungen zu Ihrem persönlichen Vermögen.
Quellen: ZDF Markus Lanz, 19. März 2026 — Herfried Münkler, Macht im Umbruch (2026) — BaFin Fokusrisiken 2026 — NZZ-Interview mit Münkler (2026) — Handelsblatt, März 2026

Anna Schmidt