Am 7. April 2026 verzeichnete „Markus Lanz" im ZDF über 2.000 Suchanfragen in Deutschland — ein klares Zeichen für das hohe öffentliche Interesse an den Gästen und Themen der Sendung. Der Abend widmete sich den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges: Ein CSU-Landesgruppenchef, eine Iran-Forscherin, ein Sicherheitsexperte aus London und ein Chefreporter der „Welt" diskutierten, was die geopolitische Eskalation für Deutschland und seine Bürger bedeutet.
Die Fragen auf dem Tisch: Wie lange bleiben die Energiepreise hoch? Welche Auswirkungen hat der Konflikt auf Investitionen und Ersparnisse? Und was raten Vermögensberater jetzt ihren deutschen Kunden?
Was beim Lanz-Abend besprochen wurde — und was Ihnen der Fernseher nicht sagt
Die Talkshow-Debatte bleibt oft auf der politischen Ebene: Strategien, Allianzen, Szenarien. Was die meisten Deutschen aber bewegt, sind konkrete Alltagsfragen: Wird Benzin noch teurer? Steigen die Gaspreise wieder? Und was passiert mit meinem Depot?
Vermögensberater, die täglich mit verunsicherten Kunden sprechen, beobachten einen klaren Trend: Wenn geopolitische Krisen in der Hauptsendezeit landen, steigen die Anfragen nach Finanzberatung am nächsten Tag sprunghaft an. „Der Lanz-Effekt" nennen ihn manche in der Branche.
Hier sind die zentralen Punkte, die Vermögensberater 2026 ihren deutschen Kunden erklären:
Ölpreis und Energiekosten: Was ist dauerhaft, was vorübergehend?
Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des global gehandelten Öls transportiert werden, steht seit Wochen im Fokus. Bereits im März 2026 hatte das Bundeskartellamt erste Hinweise auf außergewöhnliche Preissteigerungen bei Kraftstoffen veröffentlicht.
Vermögensberater unterscheiden bei solchen Schocks zwischen zwei Szenarien:
Temporärer Schock: Wenn die Krise schnell deeskaliert, normalisieren sich Ölpreise erfahrungsgemäß innerhalb von drei bis sechs Monaten. In diesem Fall sind überstürzte Portfolioumschichtungen kontraproduktiv.
Struktureller Wandel: Wenn sich der Konflikt ausweitet oder dauerhaft destabilisierend wirkt, können Energiepreise langfristig hoch bleiben — mit Folgen für Inflation, Zinsen und den privaten Konsum.
Die Einschätzung, welches Szenario wahrscheinlicher ist, erfordert professionelles Urteilsvermögen. Privatanleger sollten keine voreiligen Entscheidungen auf Basis von Talkshow-Debatten treffen.
Was bedeutet die Lage für Ihr Depot?
Deutsche Privatanleger haben in den letzten Jahren massiv in ETFs, Aktien und Immobilienfonds investiert. Geopolitische Erschütterungen wirken auf diese Anlageklassen unterschiedlich:
Aktien und ETFs: Der DAX reagierte in den ersten Wochen des Iran-Konflikts mit erhöhter Volatilität, hat sich aber stabilisiert. Energiekonzerne und Rüstungsunternehmen verzeichneten Kursgewinne, während Airline- und Konsumwerte unter Druck standen.
Anleihen und Festgeld: Mit wieder steigenden Inflationserwartungen hat sich das Zinsumfeld leicht verschärft. Kurzlaufende Anleihen und Tagesgeldkonten bieten in diesem Umfeld mehr Flexibilität als langlaufende Rentenpapiere.
Rohstoffe: Gold als klassischer Krisensafe hat seit Februar 2026 deutlich zugelegt. Viele Vermögensberater empfehlen eine strategische Beimischung von drei bis fünf Prozent Gold im Portfolio als Absicherung.
Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist das Konsumklima in Deutschland im ersten Quartal 2026 gesunken — ein Signal, dass viele Haushalte Unsicherheit spüren und Ausgaben zurückhalten.
Drei konkrete Maßnahmen, die Vermögensberater jetzt empfehlen
1. Liquiditätsreserve prüfen: Stellen Sie sicher, dass Sie mindestens drei bis sechs Nettomonatsgehälter als liquide Reserve haben. Nicht in Aktien, nicht in Fonds — auf einem frei zugänglichen Konto. In unsicheren Zeiten ist Liquidität Schutz.
2. Portfolio auf Rohstoffabhängigkeit prüfen: Viele ETFs haben höhere Gewichtungen in Energieunternehmen als den Anlegern bewusst ist. Ein Blick auf die Top-10-Positionen Ihrer ETF-Bestände lohnt sich.
3. Kein Panik-Rebalancing: Studien zeigen, dass Anleger, die in Krisenzeiten umschichten, langfristig schlechter abschneiden als solche, die die Strategie halten. Handeln Sie nach Plan, nicht nach Nachrichtenlage.
Inflation und Kaufkraft: Was die meisten Deutschen unterschätzen
Ein häufig unterschätzter Effekt geopolitischer Energiepreisschocks ist ihre Wirkung auf die Kaufkraft der Ersparnisse. Wenn Benzin, Gas und Strom teurer werden, steigt die Inflation — und Inflation frisst die Kaufkraft von Bargeld und niedrig verzinstem Tagesgeld.
Vermögensberater erleben immer wieder, dass Kunden Hunderttausende Euro auf Konten liegen haben, die real — also nach Inflation — jedes Jahr an Wert verlieren. Im aktuellen Umfeld, mit Inflationsraten, die laut Bundesbank im ersten Quartal 2026 bei rund 3,1 Prozent lagen, verliert ein Tagesgeldkonto mit 2 Prozent Zinsen real jährlich rund 1,1 Prozent seines Wertes.
Das klingt gering, ist aber auf zehn Jahre erheblich: 100.000 Euro verlieren real über eine Dekade rund 10.000 Euro Kaufkraft — ohne dass der Kontoauszug es zeigt.
Was zu tun ist: Vermögensberater empfehlen eine Aufteilung zwischen kurzfristiger Liquidität (Tagesgeld für die Reserve), mittelfristiger Sicherheit (Festgeld, kurzlaufende Anleihen) und langfristigem Wachstum (breit gestreute Aktien-ETFs, Immobilien). Die genaue Gewichtung hängt vom Alter, der Risikotoleranz und den Lebenszielen ab.
Energieintensive Haushalte: Jetzt handeln
Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt, sollte prüfen, ob eine Wärmedämmung oder ein Wechsel zu einer Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll ist. Die aktuell hohen Energiepreise verbessern die Amortisationsrechnung für solche Investitionen erheblich.
Handwerker und Energieberater verzeichnen seit März 2026 eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Modernisierungsberatungen. Die staatlichen Förderprogramme der KfW-Bank sind weiterhin aktiv — aber die Mittel sind begrenzt, und Wartezeiten steigen.
Wann wird ein Gespräch mit einem Vermögensberater sinnvoll?
Nicht jeder braucht einen professionellen Vermögensberater. Aber es gibt Situationen, in denen ein Gespräch klar wertvoll ist:
- Sie haben in den letzten 24 Monaten keine professionelle Überprüfung Ihres Portfolios gehabt
- Sie wissen nicht, wie hoch Ihr Energiepreisrisiko im Portfolio tatsächlich ist
- Sie stehen vor einer größeren Anlageentscheidung (Immobilienkauf, Rentenbeginn, Erbschaft)
- Sie fühlen sich durch die aktuellen Nachrichten verunsichert und wissen nicht, was zu tun ist
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Der Markus-Lanz-Abend vom 7. April hat die richtigen Fragen gestellt. Die Antworten für Ihr persönliches Vermögen liefert ein Experte, der Ihre individuelle Situation kennt.
Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine Finanzinformationen und ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung.
