Benzinpreise über 1,90 Euro, steigende Energiekosten und anhaltende Inflation: Am 23. März 2026 diskutierte die ARD-Sendung Hart aber fair unter dem Titel „Tanken teuer, Angst vor Inflation – ist die Regierung machtlos?" live aus Berlin über die finanzielle Belastung deutscher Haushalte. Was Experten empfehlen, um das eigene Vermögen in diesem Umfeld zu schützen.
Hart aber fair: Was am 23. März diskutiert wurde
Die Sendung unter Moderator Louis Klamroth versammelte am Montagabend hochkarätige Gäste: SPD-Politiker Tim Klüssendorf, CDU-Europaabgeordneter Dennis Radtke, FDP-Politiker und Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner sowie mehrere Unternehmer aus dem Mittelstand.
Zentrales Thema: Die Kaufkraft der deutschen Haushalte. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag die Inflationsrate in Deutschland im Februar 2026 bei 2,3 Prozent. Gleichzeitig sind die Kraftstoffpreise im Frühjahr 2026 erneut gestiegen – der Bundesdurchschnitt für Super E10 liegt derzeit bei 1,91 Euro pro Liter, wie das ADAC am 22. März 2026 meldete.
Die Debatte drehte sich um die Frage, ob staatliche Maßnahmen reichen – oder ob Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden müssen, um ihre finanzielle Situation abzusichern.
Warum steigende Kosten Ihr Vermögen aufzehren
Inflation wirkt wie ein stiller Steuerräuber. Wer 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto mit 0,5 Prozent Zinsen lässt und bei 2,3 Prozent Inflation „wartet", verliert jährlich real etwa 180 Euro an Kaufkraft – ohne eine einzige Transaktion zu tätigen.
Besonders betroffen sind Haushalte mit:
- Hohem Bargeldanteil im Vermögen: Sparkonten und Girokonten bieten keinen Schutz vor Inflation
- Fixkosten-Lastigkeit: Wer einen hohen Teil des Einkommens für Energie und Kraftstoff aufwendet, hat weniger Spielraum für Ersparnisse
- Langfristigen Verbindlichkeiten: Annuitätendarlehen mit festem Zinssatz können vorteilhaft sein – aber nur, wenn die Rate im Verhältnis zum Einkommen stabil bleibt
Ein Vermögensberater kann helfen, die eigene Situation nüchtern zu analysieren und konkrete Maßnahmen zu definieren.
4 Strategien, die Vermögensberater aktuell empfehlen
1. Inflationsgeschützte Anlageformen einbeziehen
Rohstoffe, inflationsindexierte Anleihen (z. B. Bundeswertpapiere mit Inflationsschutz) und Immobilien gelten als klassische Puffer gegen Geldentwertung. Laut Bundesbank-Bericht vom März 2026 haben deutsche Privathaushalte ihren Anteil an Sachwerten in den letzten drei Jahren deutlich erhöht. Der Einstieg muss dabei nicht mit großen Summen beginnen: ETFs auf Rohstoffindizes sind ab 50 Euro monatlich im Sparplan möglich.
2. Kraftstoffkosten aktiv managen – und Einsparungen reinvestieren
Wer monatlich 200 Euro für Kraftstoff ausgibt, kann durch einen Wechsel auf günstigere Tankstellen oder eine effizientere Fahrweise 20 bis 40 Euro sparen. Gering klingt das – aber 30 Euro monatlich über 20 Jahre in einen breit gestreuten ETF investiert ergeben bei 6 Prozent jährlicher Rendite über 13.000 Euro. Jede Einsparung im Alltag, systematisch investiert, zählt.
3. Energiekosten langfristig absichern
Die Diskussion bei Hart aber fair zeigte: Viele Haushalte haben ihre Energieverträge nicht angepasst. Ein Wechsel zu einem Festpreisvertrag für Gas oder Strom kann je nach Anbieter und Laufzeit bis zu 300 Euro pro Jahr sparen, so die Verbraucherzentrale Bundesverband. Ein Finanzberater kann helfen, diese Einsparungen im Gesamtkontext des Haushaltsbudgets sinnvoll einzusetzen.
4. Den persönlichen Vermögensplan aktualisieren
Die meisten Deutschen haben keinen aktualisierten Finanzplan. Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2025 verfügen weniger als 22 Prozent der deutschen Haushalte über eine schriftliche Finanzstrategie. Dabei ist genau das die Grundlage: Wer weiß, was er hat, was er braucht und was er anstrebt, trifft bessere Entscheidungen – in Krisenzeiten und danach.
Ein unabhängiger Vermögensberater kann in einer ersten Beratungssitzung die eigene Ausgangssituation klären und konkrete Empfehlungen geben, die zum persönlichen Risikoprofil passen.
Was die Politik tun kann – und was nicht
Christian Lindner plädierte in der Sendung für Steuersenkungen als Entlastung für Bürger und Unternehmen. Dennis Radtke betonte die Notwendigkeit europäischer Koordination bei der Energiepolitik. Tim Klüssendorf verwies auf staatliche Fördermaßnahmen für einkommensschwache Haushalte.
Einig waren sich die Gäste in einem Punkt: Staatliche Maßnahmen allein reichen nicht aus, um die individuelle Kaufkraft zu erhalten. Die finanzielle Resilienz beginnt beim Einzelnen.
Das ist keine neue Erkenntnis – aber in einem Umfeld steigender Preise, politischer Unsicherheit und globaler Handelsturbulenzen (Stichwort: US-Zölle im Frühjahr 2026) ist sie relevanter denn je.
Was jetzt zu tun ist
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Geld trotz regelmäßigem Einkommen immer weniger wert wird, ist das kein subjektives Empfinden – es ist Realität. Die gute Nachricht: Sie müssen nicht passiv zusehen.
Folgende erste Schritte empfehlen Finanzexperten für den Einstieg:
- Monatliches Budget analysieren: Wo geht das Geld hin? Energie, Kraftstoff und Lebensmittel sollten separat erfasst werden.
- Notgroschen prüfen: 3 Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto sind Standard – prüfen Sie, ob dieser Puffer noch stimmt.
- Beratungsgespräch vereinbaren: Ein Vermögensberater kann Ihnen helfen, Ihr Portfolio inflationssicher aufzustellen.
Laut Handelsblatt sind die Warteschlangen bei unabhängigen Finanzberatern im März 2026 deutlich länger als im Vorjahr – das Interesse an professioneller Beratung wächst. Wer jetzt handelt, ist früh dran.
Auf Expert Zoom finden Sie qualifizierte Vermögensberater, die kurzfristige Termine anbieten. Lesen Sie auch unseren Bericht über Benzinpreise 2026 und wann sich ein Wechsel lohnt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Vermögensberater für auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlungen.
