Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat ab dem 1. April 2026 eine zeitlich begrenzte Tagesgeld-Zinsaktion gestartet: Wer bis zum 15. April 2026 frisches Geld von einem externen Konto einzahlt, erhält vom 1. Mai bis 31. August 2026 einen Zinssatz von 2,75 Prozent pro Jahr. Der Standardzins für Bestandskunden bleibt hingegen bei mageren 1,00 Prozent — und das ist das eigentliche Problem.
Die Aktion im Detail: Was genau bietet die DKB?
Die neue DKB-Zinsaktion gilt ausschließlich für Neugeld — also Geld, das zwischen dem 1. und 15. April 2026 von einem Konto einer anderen Bank auf das DKB-Tagesgeldkonto überwiesen wird. Der Maximalbetrag, auf den der Aktionszins gilt, liegt bei 100.000 Euro.
Der Zinssatz von 2,75 Prozent gilt dann für vier Monate (Mai bis August 2026). Danach fällt das Guthaben automatisch auf den Standardzins von 1,00 Prozent zurück — inklusive des neu eingezahlten Betrags.
Bestandskunden, die kein frisches Geld einzahlen, profitieren von der Aktion also gar nicht. Der reguläre DKB-Tagesgeldзins liegt seit Beginn des Jahres 2025 unverändert bei 1,00 Prozent pro Jahr — laut dem unabhängigen Finanzportal Finanztip deutlich unter dem Marktdurchschnitt für Tagesgeldkonten.
Warum suchen so viele Sparer nach „DKB Tagesgeld Bestandskunden"?
Die Antwort ist einfach: Die Ungleichbehandlung von Neu- und Bestandskunden ist ein weit verbreitetes Ärgernis in der Bankenbranche. Während Neukunden attraktive Aktionszinsen erhalten, bleiben treue Bestandskunden beim niedrigen Standardzins hängen.
Bei der DKB ist dieses Muster besonders ausgeprägt. Zwischen Mitte 2023 und Januar 2024 bot die Bank noch 3,5 Prozent Zinsen — auch für Bestandskunden. Seitdem sind die Zinsen schrittweise auf 1,00 Prozent gesunken. Wer sein Geld einfach auf dem DKB-Tagesgeld belassen hat, verliert also seit über einem Jahr Kaufkraft — denn die Inflationsrate in Deutschland lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts im März 2026 bei rund 2,2 Prozent.
Ein Tagesgeld-Zinssatz von 1,00 Prozent bedeutet realen Kaufkraftverlust — das Geld verliert auf dem Konto schleichend an Wert.
Wie hat sich die EZB-Zinspolitik auf das Tagesgeld ausgewirkt?
Der Rückgang der DKB-Zinsen ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer breiteren Entwicklung: Seit die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzinssenkungszyklus begonnen hat, haben viele Banken ihre Tagesgeldзinsen schrittweise reduziert. Die EZB hat den Einlagensatz zwischen Juni 2024 und Anfang 2026 mehrfach gesenkt, um die Konjunktur in der Eurozone zu stützen. Das schlägt direkt auf die Zinsen durch, die Banken an ihre Kunden weitergeben.
Für Sparer bedeutet das: Wer in den Jahren 2022–2024 von hohen Tagesgeldзinsen profitiert hat, muss heute umdenken. Das „Set and forget"-Modell — Geld auf dem Tagesgeldkonto parken und nichts weiter tun — funktioniert nicht mehr, wenn der Зins dauerhaft unter der Inflation liegt.
Die DKB-Aktion mit 2,75 Prozent klingt deshalb attraktiv. Aber sie gilt, wie beschrieben, nur für Neugeld und nur für vier Monate. Wer die Bedingungen nicht genau liest, könnte danach enttäuscht sein.
Was sollten Sparer jetzt konkret tun?
Für bestehende DKB-Kunden, die die Aktionszinsen nutzen wollen, gibt es eine klare Strategie: Geld temporär auf ein externes Konto verschieben und dann bis zum 15. April 2026 zurück zur DKB überweisen — sofern die Summe die Einzahlungsbedingungen erfüllt.
Aber Vorsicht: Diese Taktik lohnt sich nur für überschaubare Beträge und wenn man das Geld die nächsten vier Monate nicht braucht. Nach dem 31. August 2026 fällt der Zins zurück auf 1,00 Prozent.
Für langfristige Sparer sind drei Alternativen prüfenswert:
- Festgeld: Für Geld, das bis zu 12 Monate nicht benötigt wird, bieten viele Banken derzeit 2,5 bis 3,0 Prozent pro Jahr — ohne die Einschränkungen einer Neugeld-Aktion.
- Tagesgeldvergleich: Mehrere Direktbanken bieten dauerhaft höhere Zinsen als 1,00 Prozent für alle Kunden — ein Wechsel lohnt sich oft bereits ab 5.000 Euro Guthaben.
- Gemischte Strategie: Teile des Vermögens in Tagesgeld (Liquiditätsreserve), teile in Festgeld oder andere Anlageformen — je nach persönlicher Risikotoleranz und Zeithorizont.
Wann lohnt es sich, einen Finanzberater hinzuzuziehen?
Für Spareinlagen unter 10.000 Euro lohnt sich ein ausführliches Beratungsgespräch kaum. Ab 20.000 bis 30.000 Euro — und erst recht bei höheren Summen — kann die Entscheidung zwischen verschiedenen Anlageformen jedoch einen erheblichen Unterschied machen.
Ein unabhängiger Vermögensberater kann Ihnen helfen:
- Die aktuellen Tagesgeld- und Festgeldangebote systematisch zu vergleichen
- Ihre persönliche Liquiditätsreserve richtig zu bemessen
- Steuerliche Aspekte zu berücksichtigen (Freistellungsauftrag, Abgeltungsteuer)
- Eine Strategie zu entwickeln, die mehr als kurzfristige Aktionen abdeckt
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanzberatung dar. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Vermögensberater für Entscheidungen, die Ihrem persönlichen Profil entsprechen.
Steuern sparen beim Tagesgeld: der Freistellungsauftrag
Ein Punkt, den viele Sparer vergessen: Zinserträge auf dem Tagesgeldkonto sind in Deutschland steuerpflichtig. Es gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Aber: Jeder Sparer hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Verheirateten). Bis zu diesem Betrag sind Zinserträge steuerfrei — aber nur, wenn Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank gestellt haben.
Wer dies vergisst, bekommt zwar nach der Steuererklärung eine Erstattung, verliert aber zunächst Liquidität. Wer bei mehreren Banken Tagesgeldkonten hat, sollte seinen Freistellungsauftrag entsprechend aufteilen.
Ein unabhängiger Finanzberater kann prüfen, ob Ihr Freistellungsauftrag optimal aufgeteilt ist und ob Ihre gesamte Sparstrategie steuerlich sinnvoll strukturiert ist.
Auf ExpertZoom finden Sie unabhängige Finanzberater, die Ihnen helfen, das Beste aus Ihren Ersparnissen herauszuholen — jenseits kurzfristiger Bankaktionen.
