Am Samstag, den 5. September 2026, ab 17:45 Uhr greift Bastian Schweinsteiger im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund in die Lostrommel und entscheidet, wer wen in der 2. Runde des DFB-Pokals 2026/27 herausfordert. Die Begegnungen werden am 27. und 28. Oktober ausgetragen – und das ist kein gewöhnlicher Termin. Ende Oktober kann in weiten Teilen Deutschlands bereits Winter sein. Für Auswärtsfans, die hunderte Kilometer mit dem Auto zurücklegen, stellt sich damit nicht nur die Frage nach Fahrkarte und Hotel, sondern auch eine, die viele zu spät beantworten: Sind die Winterreifen schon drauf?
Die Auslosung: Rekord, Rücksicht und Schweinsteiger als Losfee
Die 2. Runde des DFB-Pokals 2026/27 ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Erstmals seit 18 Jahren haben sich alle 18 Bundesliga-Klubs für die zweite Runde qualifiziert – ein historischer Wert, der zeigt, wie ausgeglichen der Erstligist-Kader in dieser Saison aufgestellt ist. Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sind ebenso dabei wie Aufsteiger und Pokalüberraschungen aus den unteren Ligen.
Die Auslosung selbst wurde aus Rücksicht auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom Sonntag auf Samstag vorverlegt. Als Losfee fungiert Bastian Schweinsteiger, siebenfacher DFB-Pokal-Sieger und damit gemeinsam mit Manuel Neuer Rekordhalter dieser Kategorie. Die ARD überträgt live ab 17:45 Uhr, danach wissen 32 Teams, wen sie Ende Oktober empfangen oder wohin sie reisen.
Ab Runde 2 wird zudem der Videobeweis (VAR) eingesetzt – eine technische Neuerung, die für weniger umstrittene Szenen sorgen soll und nach dem Finale im Mai 2027 im Olympiastadion Berlin erstmals flächendeckend ausgewertet werden kann.
Oktober in Deutschland: Wann Winterreifen Pflicht werden
Die Spiele der 2. Runde fallen auf den 27. und 28. Oktober 2026. In Deutschland kennt jeder Autofahrer die Faustregel „O bis O" – Oktober bis Ostern. Doch das ist keine Rechtsnorm. Es ist eine Merkformel, die das Gesetz vereinfacht – und dabei gelegentlich vereinfacht bis zur Unkenntlichkeit.
Was tatsächlich gilt, regelt §2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte darf ein Fahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, die mindestens das M+S-Zeichen tragen – oder besser: das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke). Das Gesetz nennt keinen Monat. Es nennt Witterungsverhältnisse.
Das klingt zunächst nach Entlastung: Wenn kein Schnee liegt, können Sommerreifen bleiben. Stimmt – aber die Praxis sieht anders aus. Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes gab es in den vergangenen Jahren in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen regelmäßig ab der zweiten Oktoberhälfte erste Frost- und Glättenächte. Wer am Abend des 27. Oktober von Hamburg nach München fährt, kann auf der A9 Höhe Bayerische Alpen oder auf der A8 kurz vor dem Irschenberg auf eisglatte Abschnitte treffen – selbst wenn er morgens bei 14 Grad und Sonnenschein losgefahren ist.
Der entscheidende Punkt: Die Witterung beurteilt der Gesetzgeber nach dem Moment der Fahrt, nicht nach der Prognose beim Losfahren. Wer auf Sommerreifen in eine Glättezone fährt, verstößt gegen die StVO – auch dann, wenn er das nicht eingeplant hatte.
Was droht bei einem Verstoß – und wann die Versicherung kürzt
Die unmittelbaren Folgen eines Verstoßes gegen §2 Abs. 3a StVO sind überschaubar, solange nichts passiert: 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Doch was passiert, wenn es zu einem Unfall kommt?
Hier wird es teuer. Wer in einen Unfall verwickelt ist und keine geeigneten Reifen hatte, riskiert eine anteilige Mithaftung – selbst wenn der andere Unfallbeteiligte die Schuld trägt. Das Oberlandesgericht Hamm hat in einem vielbeachteten Urteil klargestellt, dass das Fahren ohne Winterreifen bei winterlichen Bedingungen als mitwirkendes Verschulden gewertet werden kann. Konkret: Wer 30 Prozent Mitschuld zugesprochen bekommt, zahlt 30 Prozent des gesamten Unfallschadens selbst.
Noch kritischer wird es bei der Versicherung. Kfz-Versicherer können bei grober Fahrlässigkeit – und das Fahren auf Sommerreifen bei erkennbarer Glätte kann so gewertet werden – ihre Leistung kürzen. Bei der Teilkasko ist das seltener, bei der Vollkasko häufiger und potenziell erheblich.
Hinzu kommt eine Neuregelung aus der EU: Ältere Reifen, die nur das M+S-Symbol tragen, aber kein Alpine-Symbol, verlieren nach EU-Verordnung 2021/2139 schrittweise ihre Anerkennung als vollwertige Winterreifen. Ein Kfz-Fachbetrieb kann prüfen, ob die eigenen Reifen noch den aktuellen rechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen – und ob die Profiltiefe (gesetzliches Minimum: 1,6 Millimeter; empfohlen: mindestens 4 Millimeter für Wintertauglichkeit) noch ausreicht.
Wer Informationen zu aktuellen Reifenrückrufen und Qualitätsfragen sucht, findet weitere Details im ExpertZoom-Artikel zu Reifenrückrufen 2026 und Verbraucherrechten.
Ein konkretes Szenario: Auswärtsfahrt nach Freiburg – auf dem falschen Reifen
Nehmen wir an, die Auslosung ergibt: SC Freiburg empfängt Borussia Dortmund am 28. Oktober 2026 im Schwarzwaldstadion. Ein BVB-Fan aus Dortmund plant die 430-Kilometer-Fahrt in den Schwarzwald. Abfahrt: früh morgens, Dortmund trocken, 11 Grad. Die App zeigt für Freiburg 6 Grad und Regen – kein Schnee.
Er fährt auf Sommerreifen, weil er denkt: „Ende Oktober ist noch kein Winter, auf der A5 ist es doch trocken." Kurz vor Freiburg auf der A5 Höhe Offenburg beginnt es jedoch zu schneien. Auf einer leicht ansteigenden Kurve verliert das Fahrzeug die Haftung, er kommt von der Spur ab und streift die Leitplanke. Kein Personenschaden, aber: rund 3.800 Euro Blechschaden am eigenen Fahrzeug und 600 Euro Schaden an der Leitplanke, für den die öffentliche Hand zunächst in Regress nehmen kann.
Seine Vollkaskoversicherung prüft den Fall. Ergebnis: grobe Fahrlässigkeit aufgrund vorhersehbarer Witterungsverhältnisse (aktuelle Wetterprognose war abrufbar). Die Versicherung kürzt die Leistung um 25 Prozent, was einem Eigenanteil von 950 Euro entspricht – zusätzlich zur bereits gezahlten Selbstbeteiligung von 300 Euro.
Hätte er vier Wochen vor dem Spiel einen Kfz-Fachbetrieb aufgesucht, wäre der Reifenwechsel für rund 70 bis 100 Euro Montage erledigt gewesen. Die Rechnung ist eindeutig: 70 Euro Vorsorge gegen 1.250 Euro Eigenanteil.
Wenn seine Reifen zudem älter als sieben Jahre sind, wäre bei der Gelegenheit auch die Sichtprüfung auf Risse oder Porösität sinnvoll gewesen. Kfz-Experten können auf einen Blick erkennen, ob ein Reifen noch sicher ist – oder ob er trotz ausreichender Profiltiefe ausgetauscht werden sollte.
Was Kfz-Experten jetzt raten
Die Auslosung am 5. September ist der richtige Moment, den Kalender zu öffnen – und gleichzeitig den Werkstatttermin zu buchen. Ende Oktober ist Hochsaison für Reifenwechsel: Wartezeiten von zwei bis drei Wochen in Fachbetrieben sind nicht ungewöhnlich. Wer jetzt wartet, bis die Paarungen feststehen, riskiert, keinen Termin mehr vor den Spielen zu bekommen.
Drei konkrete Handlungsschritte für Auswärtsfans:
1. Reifenalter und -typ prüfen: Sind die Winterreifen noch keine sieben Jahre alt? Tragen sie das Alpine-Symbol? Ist die Profiltiefe über 4 Millimeter?
2. Route und Wetterprognose checken: Welche Regionen werden durchquert? Bayern, Thüringen und der Schwarzwald sind im Oktober besonders risikobehaftet. Auch nächtliche Heimfahrten nach dem Spiel gehören zur Kalkulation.
3. Frühzeitig Termin buchen: September ist die beste Zeit für einen unkomplizierten Wechseltermin – bevor die Nachfrage Ende Oktober explodiert. Wer zusätzlich einen Satz Kompletträder auf Felgen gelagert hat, spart beim Wechsel Zeit und Geld: Die Montage ohne Felgenwechsel entfällt, und die Lagergebühr in der Werkstatt beträgt oft weniger als 10 Euro pro Monat.
Bonuscheckliste für Langstrecken-Auswärtsfans:
- Reifenluftdruck vor Fahrtantritt prüfen (bei Kälte sinkt er um etwa 0,1 bar pro 10 Grad Temperaturabfall)
- Scheibenwischblätter auf Wintertauglichkeit überprüfen
- Kühlflüssigkeit und Scheibenwaschanlage frostfest einstellen (mindestens bis −25 Grad)
- Notfallausrüstung im Kofferraum: Eiskratzer, Enteiser, reflektierende Warnweste
Ein vollständiger Fahrzeug-Check vor einer langen Herbst-Auswärtsfahrt kostet in der Regel 30 bis 50 Euro in einem Kfz-Fachbetrieb – und kann verhindern, dass eine technische Kleinigkeit zur teuren Panne auf der Autobahn wird.
Bei ExpertZoom finden Sie Kfz-Experten, die Ihnen schnell und unkompliziert sagen, ob Ihre Winterreifen für die Fahrt nach Freiburg, München oder Köln gerüstet sind – und wo Handlungsbedarf besteht.
Die 2. DFB-Pokal-Runde bringt große Spiele. Sorgen Sie dafür, dass Sie sicher ankommen – und sicher nach Hause kommen.
Dieser Artikel enthält allgemeine technische und rechtliche Informationen zur Winterreifenpflicht in Deutschland. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen zugelassenen Kfz-Fachbetrieb.

Michael Schmidt