DAX nahe Rekordstand 2026: Wie das neue Altersvorsorgedepot Ihre Rentenplanung verändert

Frankfurter Börse — DAX Altersvorsorge Rentenplanung 2026

Photo : Fred Romero from Paris, France / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 11. Juni 2026

Der DAX notiert im Juni 2026 bei rund 25.000 Punkten — knapp unterhalb seiner Allzeithochs vom Januar 2026. Gleichzeitig hat der Bundestag im März 2026 die größte Reform der privaten Altersvorsorge seit Jahren verabschiedet: das neue Altersvorsorgedepot. Für Millionen Deutschen verändert sich damit grundlegend, wie DAX-Kurse und die eigene Rentenplanung künftig zusammenhängen. Was Anleger jetzt wissen müssen.

Das neue Altersvorsorgedepot: Was der Bundestag beschlossen hat

Am 27. März 2026 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gesetz zum Altersvorsorgedepot — ein grundlegender Systemwechsel bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Das Kernprinzip: Bürgerinnen und Bürger können künftig staatlich gefördert direkt in Aktien, Fonds und ETFs investieren, anstatt wie bisher auf Versicherungsprodukte mit garantierten, aber oft mageren Renditen angewiesen zu sein.

Konkret sieht das Gesetz vor, dass jeder Arbeitnehmer ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot eröffnen kann, in das Beiträge bis zu einer jährlichen Höchstgrenze eingezahlt werden. Staatliche Zulagen und steuerliche Abzugsmöglichkeiten sind vorgesehen — ähnlich wie beim bisherigen Riester-Modell, aber ohne die Renditebremse der Kapitalgarantie.

Riester-Verträge sollen ab 2027 nicht mehr neu abgeschlossen werden dürfen. Bestehende Verträge laufen weiter — doch ob das sinnvoll ist, hängt stark vom Einzelfall ab. Das neue Depot bietet mehr Transparenz, niedrigere Kosten und direkten Zugang zu Kapitalmarkterträgen, also auch zu DAX-Titeln.

Riester und Rürup 2026: Wann alte Verträge zur Kostenfalle werden

Viele Riester- und Rürup-Produkte erwirtschaften nach Abzug von Verwaltungskosten und Inflation negative Realrenditen — ein Problem, das Experten seit Jahren kritisieren. Konkret: Wer 2006 einen klassischen Riester-Vertrag bei einer Versicherung abgeschlossen hat, besitzt 2026 in vielen Fällen weniger Kaufkraft als zu Beginn der Einzahlungen.

Bei Rürup-Renten liegt der maximale Beitrag für volle Steuervorteile 2026 bei 30.826 Euro (Einzelpersonen) bzw. 61.652 Euro (Verheiratete). Wer diese Grenzen ausschöpfen kann, profitiert noch immer von erheblichen Steuerersparnissen. Für alle anderen lohnt sich ein kritischer Blick auf die Gesamtkosten des bestehenden Vertrags.

Die entscheidende Frage für Bestandskunden lautet: Weitersparen, beitragsfrei stellen oder kündigen und in das neue Depot wechseln? Die Antwort hängt von Vertragsalter, Garantiezinsniveau, Kosten und persönlichem Steuersatz ab — und ist ohne individuelle Beratung kaum zu treffen.

Ein oft übersehener Faktor: Die Stornogebühren bei Riester-Versicherungen können bei einer vorzeitigen Kündigung erheblich sein. In einigen Fällen werden Abschlusskosten nachberechnet, die über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt worden wären. Wer jetzt wechseln möchte, sollte zuerst den exakten Rückkaufswert und die anfallenden Gebühren kennen.

Wie DAX-Kurse die Altersvorsorge direkt beeinflussen

Der DAX beendete den Mai 2026 bei rund 25.194 Punkten und notierte nach dem Allzeithoch im Januar 2026 weiterhin auf hohem Niveau. Für Sparer, die bereits DAX-ETFs im Depot halten, ist das eine gute Nachricht — zumindest kurzfristig. Doch wer kurz vor dem Renteneintritt steht, muss aufpassen: Marktvolatilität ist ein reales Risiko, das bei rein aktienbasierten Sparplänen nicht unterschätzt werden sollte.

Das sogenannte Sequence-of-Returns-Risiko ist ein klassisches Problem der kapitalmarktbasierten Altersvorsorge: Wer kurz vor der Entnahmephase einen starken Marktrückgang erlebt, verliert deutlich mehr an Rentensubstanz als jemand, der den gleichen Einbruch früh in der Ansparphase durchläuft. Auch das neue Altersvorsorgedepot bietet gegen dieses Risiko keinen Schutz — hier ist strategische Planung gefragt.

Chancen und Risiken des neuen Depots im DAX-Umfeld

Das neue Altersvorsorgedepot eröffnet echte Chancen. Wer über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren monatlich in einen diversifizierten ETF-Sparplan einzahlt — etwa einen, der den DAX oder den MSCI World abbildet — profitiert vom Zinseszinseffekt und historisch attraktiven Marktrenditen.

Die Risiken sind jedoch real:

  • Kein Kapitalschutz: Im Gegensatz zu klassischen Riester-Verträgen gibt es keine garantierte Mindestleistung.
  • Entnahmestrategie: Wer mit 67 Jahren Kapital entnehmen möchte, braucht einen Plan für Marktschwankungen — zum Beispiel einen Puffer in sicheren Anlagen.
  • Steuerliche Behandlung: Die genauen steuerlichen Bedingungen des neuen Depots sind komplex und sollten vor einem Wechsel geprüft werden.

Gleichzeitig gilt: Wer jetzt 30 oder 40 Jahre alt ist und in ein neues Depot einzahlt, hat langfristig gute Chancen, von DAX-nahen Renditen zu profitieren — sofern die Strategie zum persönlichen Risikoprofil passt.

Was ein Vermögensberater jetzt für Sie tun kann

Ob der Wechsel vom Riester-Vertrag ins neue Altersvorsorgedepot lohnt, ist keine allgemeingültige Frage — sondern eine hochindividuelle Entscheidung, die von Alter, Einkommen, Familienstand, Restlaufzeit und Risikotoleranz abhängt. Ein unabhängiger Vermögensberater kann für Sie:

  • Die tatsächlichen Kosten und die bisherige Rendite Ihres bestehenden Vertrags analysieren
  • Berechnen, ob eine Kündigung oder Beitragsfreistellung nach Steuern und Stornogebühren sinnvoll ist
  • Eine auf Ihren Renteneintritt abgestimmte Depot-Strategie entwickeln — mit passendem ETF-Mix, Entnahmeplan und Risikopuffer
  • Die steuerlichen Auswirkungen des Wechsels kalkulieren (Stichwort: nachgelagerte Besteuerung)
  • Alternativen prüfen: Beitrag reduzieren statt kündigen, beitragsfrei stellen und parallel Depot aufbauen, oder Kombination beider Modelle nutzen

Gerade wenn der DAX sich auf hohem Niveau bewegt, ist der richtige Einstiegszeitpunkt für ein neues Depot ein entscheidender strategischer Faktor. Mehr über Altersvorsorge und DAX-basierte Anlagestrategien erfahren Sie bei Vermögensberatern auf Expert Zoom.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Kapitalmarktanlagen sind mit Risiken verbunden — vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

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