Noah Atubolu vor Premier-League-Wechsel: So schützen junge Profisportler ihr Vermögen

Bundesliga-Profi Noah Atubolu vor seinem Premier-League-Wechsel im Sommer 2026

Photo : Steffen Prößdorf / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 21. Mai 2026

Noah Atubolu, 23-jähriger Stammtorhüter des SC Freiburg, steht Berichten vom Mai 2026 zufolge unmittelbar vor einem Wechsel in die Premier League. Clubs wie Tottenham Hotspur, Brighton & Hove Albion und West Ham United zeigen konkretes Interesse — Freiburg fordert rund 30 Millionen Euro Ablöse, der Marktwert des Keepers liegt laut Transfermarkt bei 20 Millionen Euro. Was für Atubolu ein Karriereschritt der Extraklasse ist, wirft zugleich eine Frage auf, die viele junge Sportler unterschätzen: Wie sichert man plötzlich hohes Einkommen nachhaltig ab?

Der Sprung ins Ausland: Mehr Geld, mehr Verantwortung

Der Wechsel von der Bundesliga in die Premier League bedeutet für einen Torhüter wie Noah Atubolu nicht nur sportlich eine andere Welt. Die Gehaltsstrukturen in England übersteigen deutsche Verhältnisse in vielen Fällen um das Zwei- bis Dreifache. Ein Premier-League-Stammkeeper verdient nach Angaben aus der Branche zwischen zwei und sechs Millionen Euro pro Saison — deutlich mehr als im Freiburger Bundesliga-Alltag.

Hinzu kommen Signing Bonuses: Spieler erhalten bei einem Transfer häufig Handgelder, die im Voraus ausgezahlt werden. Diese können bei einem Wechsel in dieser Größenordnung im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. Für einen 23-Jährigen kann das eine massive finanzielle Veränderung innerhalb weniger Wochen bedeuten — und eine, auf die die wenigsten wirklich vorbereitet sind.

Freiburg plant derweil die Nachfolge bereits konkret: Mit Mio Backhaus von Werder Bremen soll ein Ersatz für rund 17 Millionen Euro verpflichtet werden, wie am Rande der Europa-League-Finals bekannt wurde. Atubolu selbst soll von dieser Meldung überrascht worden sein — ein Zeichen dafür, wie schnell sich Transfersituationen im modernen Fußball entwickeln.

Steuerliche Fallstricke beim internationalen Karriereschritt

Wer als Profisportler ins Ausland wechselt, betritt steuerrechtliches Neuland. Deutschland und Großbritannien haben zwar ein Doppelbesteuerungsabkommen — doch die Details sind komplex und können für Sportler mit internationalem Einkommen erhebliche Konsequenzen haben.

Wohnsitzverlegung: Solange Atubolu noch einen deutschen Wohnsitz hat, kann das deutsche Finanzamt auf Teile seines Welteinkommens zugreifen. Eine saubere Abmeldung in Deutschland ist essenziell und muss rechtzeitig, nicht erst nach dem Transfer, geplant werden.

Britischer Spitzensteuersatz: Großbritannien erhebt auf Spitzengehälter einen Einkommensteuersatz von 45 Prozent plus National Insurance Contributions. Ohne professionelle Steuerberatung können hier leicht fünf- bis sechsstellige Beträge unnötig abgeführt werden.

Image Rights Companies: Viele Premier-League-Spieler nutzen sogenannte Image Rights Companies, um einen Teil des Einkommens steueroptimiert über eine eigene Gesellschaft abzuwickeln. Diese Strukturen sind in Großbritannien legal — aber komplex und erfordern frühzeitige Planung, idealerweise noch vor Vertragsunterzeichnung.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht empfiehlt bei grenzüberschreitenden Einkommenssituationen grundsätzlich, einen zugelassenen Finanz- und Steuerberater hinzuzuziehen. Informationen zur regulierten Anlageberatung bietet die BaFin auf ihrer Verbraucherseite.

Der Karrierehorizont eines Torwarts: Besonderheiten der Vermögensplanung

Torhüter haben gegenüber Feldspielern einen entscheidenden Vorteil: ihre aktive Karriere dauert in der Regel länger. Goalkeepers wie Manuel Neuer oder Edwin van der Sar waren noch mit 38 beziehungsweise 40 Jahren im Profieinsatz. Das verlängert das Fenster des hohen Einkommens erheblich gegenüber einem Stürmer, dessen Karriere oft deutlich früher endet.

Gleichzeitig enden selbst optimistisch geplante Profikarrieren spätestens zwischen 38 und 40. Wer mit 23 in die Premier League wechselt, hat statistisch gesehen 15 bis 17 aktive Hocheinkommensjahre vor sich — aber dann mehrere Jahrzehnte ohne Profigehalt. Das bedeutet: Vermögensaufbau und Altersvorsorge müssen früh beginnen, nicht erst in der Mitte oder am Ende der Karriere.

Zu den häufigsten Fehlern junger Profisportler gehören:

  • Überkonzentration im Immobilienmarkt ohne ausreichende Diversifikation
  • Vertrauen in nicht lizenzierte oder unzureichend spezialisierte Berater
  • Keine private Altersvorsorge ergänzend zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • Kurzfristige Konsumausgaben statt langfristiger Anlage in breit gestreute Portfolios
  • Fehlende Absicherung bei Berufsunfähigkeit durch Verletzung — ein einzelner Kreuzbandriss kann eine gesamte Karriere verändern

Ähnliche finanzielle Herausforderungen stellen sich auch anderen jungen Talenten — wie zuletzt die Vertragsdetails bei Kenan Yıldız und Juventus Turin gezeigt haben.

Was ein Vermögensberater jetzt empfehlen würde

Ein auf Profisportler spezialisierter Vermögensberater würde im Fall Atubolu mehrere konkrete Sofortmaßnahmen vorschlagen:

Steuerdomizil klären: Vor Vertragsunterzeichnung sollte der steuerliche Wohnsitz eindeutig in Großbritannien begründet werden. Doppelter Wohnsitz bedeutet doppeltes Steuerrisiko — mit erheblichen Konsequenzen für beide Länder.

Liquiditätsreserve aufbauen: Mindestens zwölf Monatsnettoeinkommen als liquide Reserve vorhalten — für den Fall eines langen Ausfalls durch Verletzung, eines unerwarteten Karrierewechsels oder einer Vertragsauflösung.

Diversifiziertes Anlageportfolio: Neben Immobilien auch börsennotierte Indexfonds (ETFs), Anleihen und alternative Investments. Kein überproportionaler Anteil in einem einzigen Markt oder einer einzigen Assetklasse — Klumpenrisiken vermeiden.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Sportler: Standardpolicen decken Profisportler oft nicht ausreichend ab. Spezialisierte Verträge sind teurer, aber unerlässlich — ein schwerer Knieschaden oder eine Augenverletzung kann eine gesamte Karriere beenden.

Nachlassplanung: Bei internationalen Transfers entstehen komplexe rechtliche Situationen, wenn kein Testament vorliegt. Britisches und deutsches Erbrecht können dabei in Konflikt geraten — rechtzeitige Regelung schützt auch Angehörige.

Wie wichtig langfristiges Karriere- und Finanzmanagement ist, zeigt auch die Karriereplanung von Robert Lewandowski: Wer früh plant, behält auch nach der aktiven Zeit finanzielle Stabilität.

Wann professionelle Beratung unverzichtbar wird

Nicht jeder ist Noah Atubolu — aber die Grundprinzipien gelten für jeden, der plötzlich ein deutlich höheres Einkommen bezieht: Steueroptimierung, Altersvorsorge und Investmentstrategie sind keine Themen, die man auf später verschieben sollte.

Wer heute Millionen verdient und keine fundierte Finanzstrategie verfolgt, riskiert, in zehn oder zwanzig Jahren weniger zu haben als erwartet. Die Karriere eines Fußballprofis endet abrupt — manchmal durch Verletzung, manchmal durch einen Formeinbruch, manchmal einfach durch das Alter. Die finanzielle Planung muss deshalb bereits in den besten Einkommensjahren starten, nicht erst wenn das Ende der Karriere absehbar ist.

Bei ExpertZoom finden Sie qualifizierte Vermögensberater, die auf Fragen zu Investitionen, Altersvorsorge und internationaler Steuerplanung spezialisiert sind — unverbindlich und direkt online erreichbar.


Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung.

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