Am 18. April 2026 lieferten sich der Modedesigner Harald Glööckler und der Ex-Fußballprofi Thorsten Legat auf ProSieben ein spektakuläres Duell bei „Schlag den Star" – und Millionen Zuschauer in Deutschland und Österreich saßen gebannt vor dem Bildschirm. Was die wenigsten dabei denken: Wer beim Quiz-Wettkampf im Fernsehen mitfiebert, aktiviert exakt jene Gehirnregionen, die auch beim Lernen entscheidend sind.
Schlag den Star 2026: Glööckler gegen Legat
Die Sendung läuft seit Jahren erfolgreich auf ProSieben und gehört zu den meistgesehenen Unterhaltungsformaten im deutschsprachigen Raum. Am 18. April 2026 traten ab 20:15 Uhr zwei Persönlichkeiten gegeneinander an, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Harald Glööckler, der für seine Extravaganz bekannte Modeschöpfer, und Thorsten Legat, der langjährige Bundesliga-Profi und Reality-TV-Veteran.
Gespielt wird über mehrere Runden: Sportwettbewerbe wechseln sich mit Wissensquizzes, Geschicklichkeits- und Reaktionstests ab. Wer die Mehrheit der Runden gewinnt, erhält das Preisgeld von 100.000 Euro. Das Format mischt bewusst körperliche und geistige Aufgaben – und genau das macht es so interessant aus neurowissenschaftlicher Sicht.
Was im Gehirn passiert, wenn wir mitquizzen
Quizshows wie „Schlag den Star" oder das ebenfalls in Österreich populäre „Wer wird Millionär?" sind keine passive Unterhaltung. Wer aktiv mitdenkt, Antworten antizipiert und sein Ergebnis mit dem Kandidaten auf dem Bildschirm vergleicht, betreibt ein niedrigschwelliges Gehirntraining.
Laut der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie aktiviert das Abrufen von Wissen unter Zeitdruck – wie es Quizfragen erfordern – den präfrontalen Kortex und den Hippocampus, zwei Regionen, die zentral für Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis sind. Dabei gilt: Je öfter eine Information unter Abruf-Bedingungen aktiviert wird, desto stabiler wird die Gedächtnisspur.
Das ist kein Zufall – es ist der gleiche Mechanismus, den Lernforscher als „Retrieval Practice" oder „Testing Effect" bezeichnen. Kurz gesagt: Wer sich Dinge aktiv versucht zu erinnern (statt sie passiv zu lesen), lernt sie deutlich nachhaltiger. Quizshows sind populärkulturelle Anwendungen dieses Prinzips.
Warum Schulkinder beim Quizschauen profitieren – aber nicht genug
Österreichische Eltern, die ihre Kinder beim Mitquizzen vor dem Fernseher beobachten, ahnen oft, dass da mehr passiert als bloße Unterhaltung. Und sie haben Recht: Das Mitdenken bei einer Quizshow fördert Wissensvernetzung, Schnelligkeit und das Arbeitsgedächtnis.
Aber: Fernsehquizzes ersetzen keine strukturierte Lernförderung. Warum?
- Kein Feedback auf Fehler: Wenn das Kind eine Antwort falsch weiß, erfährt es zwar die richtige Lösung – aber kein Nachholfeedback, das die Fehlkonzeption korrigiert
- Kein Curriculum-Bezug: Quiz-Fragen folgen keinem Lehrplan und können kaum gezielt Lücken im Schulstoff schließen
- Keine Differenzierung: Die Fragen sind für alle Altersgruppen gleich – zu einfach für Ältere, zu schwer für Jüngere
- Kein Beziehungsaufbau: Das Vertrauen zwischen Lernenden und Lehrenden, das Nachhilfe so wirksam macht, fehlt vollständig
Der Unterschied: Quizshow-Wissen vs. Schulstoff
Quizshows bilden vorrangig enzyklopädisches Allgemeinwissen ab: Welcher Fluss fließt durch Wien? Wer sang „99 Luftballons"? Wie viele Knochen hat der menschliche Körper? Das ist nützliches Wissen – aber nicht das, was in Mathematikschularbeiten oder in Deutschaufsätzen den Ausschlag gibt.
Für schulische Leistungsverbesserung braucht es anderes: systematisches Üben von Rechenstrategien, Verstehen grammatischer Strukturen, strukturiertes Lesen und Zusammenfassen von Texten. Das kann eine Quizshow nicht leisten – ein guter Nachhilfelehrer schon.
Ein Nachhilfelehrer, der die Lernpsychologie kennt, baut Retrieval-Practice-Elemente bewusst in den Unterricht ein: kurze Wissensabruftests zu Beginn der Stunde, aktive Wiederholung von Gelerntem nach einigen Tagen, spielerische Quiz-Elemente für Motivation. Genau das verbindet die Stärken von Quizshows mit dem strukturierten Lernen.
Wann Nachhilfe sinnvoll ist
Nicht jedes Kind, das von Quizshows begeistert ist, braucht Nachhilfe. Aber folgende Signale zeigen, dass strukturierte Lernunterstützung sinnvoll sein könnte:
- Regelmäßige Noten unter dem Klassendurchschnitt trotz erkennbarer Bemühung
- Angst vor Tests oder Prüfungen (Prüfungsangst als eigenständiges Problem)
- Sprung in der Schwierigkeit (z. B. beim Übergang in die Mittelschule oder AHS)
- Spezifische Lücken in einem Fach (z. B. Bruchrechnen, Grammatik, Englisch Zeiten)
- Mangelnde Lernmotivation, die Eltern alleine nicht durchbrechen können
Auf Expert Zoom finden Eltern in Österreich qualifizierte Nachhilfelehrer und Lerncoaches, die nicht nur Stoff erklären, sondern auch Lernstrategien vermitteln – damit Kinder nicht nur beim nächsten Schlag-den-Star-Abend mitquizzen können, sondern auch in der Schularbeit punkten.
Das Quizshow-Prinzip für zuhause nutzen
Wer von „Schlag den Star" inspiriert ist, kann das Quiz-Prinzip direkt in den Lernalltag übertragen. Einfache Ideen:
- Tägliche Quizminute: 5 Fragen zum Schulstoff des Tages, mündlich, ohne Unterlagen
- Flashcards mit Spaced Repetition: Apps wie Anki nutzen den Testing Effect systematisch
- Familienquiz: Einmal pro Woche testen sich alle Familienmitglieder gegenseitig – Eltern inklusive
Das Fernsehen kann dabei Inspiration sein. Aber das eigentliche Lernen passiert woanders: in der stillen Stunde mit dem Nachhilfelehrer, beim Wiederholen und Erinnern, beim Verstehen – nicht nur beim Anschauen.
Schlag den Star endet für Glööckler oder Legat – das Lernen hört nie auf.
Quiz und Lernen: Was die Wissenschaft sagt
Die Verbindung zwischen populären Quizformaten und Lernmechanismen ist gut erforscht. Schon 2013 zeigten Roediger und Butler in einer vielzitierten Studie, dass aktives Erinnern (Retrieval) den Lerneffekt um bis zu 50 Prozent steigern kann, verglichen mit bloßem Wiederlesen. Quizshows im Fernsehen sind eine Art kollektives, niedrigschwelliges Experiment – Millionen Menschen testen ihr Wissen gleichzeitig, motiviert durch Spannung und emotionale Bindung an die Kandidaten.
Für Österreichs Eltern bedeutet das: Gemeinsames Quizschauen ist eine unterschätzte Möglichkeit, Kinder für das Thema Wissen zu begeistern. Es zeigt, dass Lernen Spaß machen kann – eine Botschaft, die Nachhilfelehrer täglich vermitteln. Wer diesen Funken zündet und mit strukturierter Lernunterstützung kombiniert, gibt Kindern das Beste aus beiden Welten.
Mehr darüber, wie Quizwissen und Gehirnaktivierung zusammenhängen, lesen Sie auch in diesem Artikel: Kai Pflaume und der Quotenrekord: Was Quizshows mit Gehirntraining zu tun haben.
