Joel Mattli bei Let's Dance 2026: Was intensives Tanztraining mit dem Körper macht — und wann ein Arzt hilft

Tanzpaar bei einem professionellen Tanzwettbewerb auf der Bühne

Photo : Anoko / Wikimedia

Claudia Claudia GruberGesundheit
4 Min. Lesezeit 11. April 2026

Joel Mattli tanzte sich in der fünften Folge von Let's Dance 2026 mit einem makellosen Jive und dem ersten perfekten Score der Staffel an die Spitze — doch hinter den glitzernden Bühnenkleidern steckt ein körperlicher Tribut, den viele Zuschauer unterschätzen.

Ninja-Krieger trifft Tanzboden: Ein Weltklasse-Athlet kämpft mit neuen Bewegungsmustern

Joel Mattli, 31, Schweizer Ninja-Warrior-Champion und Weltrekordhalter im Stangenweitsprung, ist kein Mann, der körperliche Herausforderungen scheut. Seit dem Start der 19. Staffel am 27. Februar 2026 zeigt er beim RTL-Tanzformat jedoch eine überraschende Verletzlichkeit — nicht wegen mangelnder Fitness, sondern weil Tanzen gänzlich andere Muskeln und Bewegungsmuster erfordert als Kraftsport.

„Das Schwierigste ist nicht das Körperliche, sondern das Mentale", sagte Mattli gegenüber Joyn.ch. Gleichzeitig muss er mit seiner Tanzpartnerin Malika Dzumaev Koordination, Haltung, Rhythmus und Ausdruck simultan kontrollieren — eine kognitive Mehrfachbelastung, die selbst Hochleistungssportler herausfordert.

Beim Training kassierte er einen Ellenbogen seiner Tanzpartnerin ins Gesicht — ein Zwischenfall, der glimpflich ausging, aber illustriert, wie intensiv die Proben wirklich sind. Die Reaktion des MBA-Absolventen der Universität St. Gallen war dabei pragmatisch: Er passte sein gesamtes Trainingsprogramm an und setzte sein gewohntes Armkrafttraining aus.

Warum Tanzen den Körper anders fordert als Kraftsport

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet regelmäßige körperliche Bewegung als eine der wichtigsten Maßnahmen für die Gesundheit von Erwachsenen — empfiehlt jedoch, neue sportliche Aktivitäten schrittweise zu steigern, um Überbelastungsschäden zu vermeiden. Diese Warnung gilt besonders für Sportartwechsler wie Mattli.

Tanzwettbewerbe stellen extreme physische Anforderungen: Achillessehnen-Reizungen, patellofemorale Schmerzen, Sprunggelenkverdrehungen und Hüftprobleme gehören zu den häufigsten Diagnosen bei ambitionierten Tänzern. Besonders gefährdet sind Teilnehmer, die aus anderen Sportarten kommen und unbewusst falsche Muskeln aktivieren.

Mattlis sportmedizinisch sinnvolle Reaktion: Er hat sein intensives Armkrafttraining pausiert und konzentriert sich auf Hüftrotation und fließende Bewegungen. „Ich delegiere die technische Führung an Malika", erklärte er. Diese Anpassung reduziert das Verletzungsrisiko erheblich und zeigt, was erfahrene Sportler von neuen Disziplinen lernen können: Ego zurückstellen, Technik vorziehen.

Die häufigsten Tanzschäden — und wann ein Arzt nötig ist

Nicht jede Muskelverspannung nach dem Training ist harmlos. Wer durch Let's Dance 2026 inspiriert wurde, selbst Tanzkurse zu belegen, sollte diese Warnsignale ernst nehmen:

Sofort zum Arzt:

  • Anhaltende Schmerzen im Sprunggelenk oder Knie nach einem Sturz oder Umknicken
  • Schwellung, die nicht innerhalb von 48 Stunden zurückgeht
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Extremitäten nach dem Training

Hausarzt oder Sportmediziner aufsuchen:

  • Wiederkehrende Schmerzen im unteren Rücken nach mehr als einer Woche intensivem Tanztraining
  • Anhaltende Hüftschmerzen, die die Beweglichkeit im Alltag einschränken
  • Schmerzen, die trotz Pause und Eiskühlung nach mehreren Tagen nicht nachlassen

Besonders wichtig: Schmerzen, die während des Tanzens auftreten und sich bei Belastung verschlimmern, sollten niemals „durchgetanzt" werden. Dieser Fehler ist in der Tanzwelt verbreitet — und führt oft zu langwierigen Verletzungen.

Was professionelles Körpermanagement bedeutet — im Fernsehen und im Alltag

Joel Mattli demonstriert auf Let's Dance 2026 etwas Wertvolles: Selbst Weltklasse-Athleten müssen auf ihren Körper hören und ihr Training anpassen. Sein bewusstes Herunterfahren des Krafttrainings zugunsten tänzerischer Technik ist kein Eingeständnis von Schwäche — es ist professionelles Körpermanagement.

Für österreichische Hobbysportler gilt dasselbe Prinzip. Wer einen neuen Sport beginnt, sollte die erste Phase langsam angehen, um Überbelastungen zu vermeiden:

  • Erste vier Wochen: Intensität auf maximal 60 % der Trainingskapazität begrenzen
  • Schmerzsignale dokumentieren: Wo, wann, wie stark? Diese Informationen helfen dem Arzt.
  • Warme und kühle Muskulatur unterscheiden: Aufwärmen vor dem Training, Dehnen danach
  • Schlaf priorisieren: Regeneration findet nachts statt, nicht im Training selbst

Ein Sportmediziner kann durch gezielte Diagnostik feststellen, ob eine Überbelastung vorliegt — bevor aus einer kleinen Reizung ein längerer Ausfall wird.

Let's Dance 2026: Mehr als ein Tanzwettbewerb

Die 19. Staffel von Let's Dance läuft seit dem 27. Februar 2026 auf RTL und erreicht regelmäßig Millionen Zuschauer auch in Österreich. Joel Mattli ist als erster Kandidat dieser Staffel, der die perfekte Punktzahl von 30 erzielte, zum Gesprächsthema geworden — Juror Joachim Llambi bescheinigte ihm echte Siegesambitionen.

Doch die Show leistet einen unbeabsichtigten gesellschaftlichen Beitrag: Sie sensibilisiert für die körperlichen Anforderungen des Tanzens. Wenn ein Ninja-Warrior-Champion über muskuläre Koordination und mentale Belastung spricht, erreicht diese Botschaft ein breites Publikum, das sonst selten über Sportmedizin nachdenkt.

Für alle, die durch Mattlis Auftritt inspiriert wurden, selbst Tanzschritte zu wagen: Hören Sie auf Ihren Körper. Scheuen Sie sich nicht, bei anhaltenden Schmerzen einen Arzt aufzusuchen. Auf Expert Zoom finden Sie österreichische Gesundheitsexperten, die Ihnen weiterhelfen können — ähnlich wie auch andere Let's Dance-Teilnehmer ihre körperlichen Grenzen beim Tanzen lernten zu respektieren.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

Tanzen als Volksport: Österreichs wachsende Tanzkultur

Österreich hat eine lange Tradition als Tanzland — vom Wiener Walzer bis zum modernen Gesellschaftstanz. Millionen Österreicherinnen und Österreicher nehmen an Tanzkursen teil oder tanzen im Verein. Gerade in der Zeit nach Let's Dance-Staffeln steigen die Anmeldezahlen in Tanzschulen erfahrungsgemäß deutlich an.

Diese Popularisierung ist grundsätzlich positiv. Tanzen verbessert Koordination, Gleichgewicht, Herz-Kreislauf-Gesundheit und kognitive Funktionen. Für ältere Menschen gilt Tanzen als besonders wirksame Bewegungsform, weil es Körper und Geist gleichzeitig fordert.

Aber wie Joel Mattlis Erfahrung zeigt: Wer motiviert beginnt und zu früh zu viel will, riskiert Verletzungen. Ein guter Tanzlehrer achtet auf korrekte Technik. Ein Sportmediziner hilft, wenn Beschwerden auftreten.

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