Iga Świątek verdient rund 20 Millionen Euro pro Jahr durch Sponsorings – ON, Porsche, Rolex, Visa und Lego gehören zu ihren Partnern. Was der Fall der polnischen Tennisweltklassespielerinnen über Finanzplanung für Spitzensportlerinnen verrät.
WTA Nummer 3 mit 24 Jahren: Świątek im Jahr 2026
Iga Świątek steht derzeit auf Platz 3 der WTA-Weltrangliste (Stand: 4. Mai 2026, 6.948 Punkte) – nach einem Jahr, das mit dem Wimbledon-Triumph 2025 ihren Status als Tenniselite zementierte. Anfang 2026 zeigte sich allerdings, dass auch Weltklassesportlerinnen Höhen und Tiefen haben: Niederlagen bei den Australian Open im Viertelfinale gegen Jelena Rybakina und beim Miami Open gegen ihre polnische Landsfrau Magda Linette.
Im Mai 2026 meldete sie sich mit einer starken Leistung zurück: Beim Rome Open besiegte sie Jessica Pegula 6:1, 6:2 und erreichte ihr erstes Halbfinale der Saison. Und das alles trotz eines weiteren Rückschlags: Ihr neuer Coach Francisco Roig (ehemals Rafael Nadalsr Trainer) erlitt beim Italian Open im Mai 2026 einen Achillessehnenriss und musste pausieren.
Doch Świąteks Dominanz geht über die Ergebnisse auf dem Platz hinaus – und genau hier beginnt die Geschichte, die für österreichische Sportlerinnen und ihre Berater besonders relevant ist.
20 Millionen Euro im Jahr: Wie Spitzensportlerinnen Sponsoring-Einnahmen strukturieren
Laut einem aktuellen Bericht von CapitalRally (2026) verdient Świątek rund 20 Millionen US-Dollar jährlich aus Sponsoringverträgen – deutlich mehr als die meisten Sportlerinnen in ihrer Generation. Ihre wichtigsten Partner:
- ON Running (Schuh- und Bekleidungssponsor, seit 2023 – das Unternehmen hinter Roger Federer)
- Porsche (Premiumauto-Partnerschaft)
- Rolex (Luxusuhrenmarke)
- Visa und Infosys (Technologie- und Finanzdienstleister)
- Lego (Massenmarkenpartnerschaft für jüngeres Publikum)
Diese Diversifizierung ist kein Zufall. Ein gut strukturiertes Sponsoringportfolio schützt Athleten vor dem Ausfall einzelner Verträge – etwa bei Verletzungen, Leistungseinbrüchen oder öffentlichen Kontroversen.
Was viele österreichische Nachwuchssportlerinnen unterschätzen: Sponsoringverträge sind komplexe rechtliche und finanzielle Dokumente. Sie regeln nicht nur die Vergütung, sondern auch Nutzungsrechte, Exklusiverklauseln, Krisen-Klauseln und Rückzahlungspflichten bei Vertragsbruch.
Coaching-Wechsel im März 2026: Was passiert finanziell?
Im März 2026 trennte sich Świątek von Trainer Wim Fissette – trotz des gemeinsamen Wimbledon-Erfolgs. Solche Trennungen betreffen nicht nur den sportlichen Aspekt, sondern haben auch finanzielle Konsequenzen: Trainerverträge können Abfindungsklauseln, Vertraulichkeitsvereinbarungen und Bonusregelungen beinhalten, die rechtlich präzise formuliert sein müssen.
Für österreichische Tennisspielerinnen und andere Profisportlerinnen, die mit Trainern, Agenten oder Sponsoren arbeiten, gilt dasselbe: Jede geschäftliche Beziehung im Sportumfeld sollte durch einen klar formulierten Vertrag geregelt sein.
Was aus Hertha Müller und Daniela Iraschko-Stolz zu lernen ist
Österreich hat eine beeindruckende Tradition leistungsstarker Sportlerinnen – von Daniela Iraschko-Stolz im Skispringen bis zu Anna Gasser im Snowboard. Was viele dieser Athletinnen eint: Die Frage der Finanzplanung kommt oft zu spät auf die Agenda, wenn die aktive Karriere bereits vorbei ist.
Świąteks Fall zeigt, dass professionelle Sponsoringverhandlungen und Vermögensverwaltung längst keine Frage des Starniveaus mehr sind. Auch Spielerinnen auf WTA-250-Ebene, die einige Tausend Euro im Jahr aus Sponsoring verdienen, profitieren von einem klaren Vertrag und einer strukturierten Finanzplanung.
Konkret bedeutet das: Wer einen Sponsoringvertrag über 5.000 Euro unterschreibt, sollte wissen, ob darin eine Exklusivitätsklausel für bestimmte Produktkategorien enthalten ist. Wer 20.000 Euro in einem Jahr verdient, sollte wissen, ob er steuerlich als Gewerbetreibende gilt. Wer 100.000 Euro erhält, sollte wissen, wie er das Geld kurz- und langfristig anlegt.
Steuerpflicht für Sportlerinnen in Österreich
Neben Sponsoring-Einnahmen stellt sich für Profisportlerinnen, die in Österreich ansässig sind, immer auch die steuerliche Frage. Wer in mehreren Ländern Turnierprämien und Sponsoringgelder verdient, unterliegt möglicherweise der Steuerpflicht in mehreren Jurisdiktionen.
In Österreich unterliegen natürliche Personen mit unbeschränkter Steuerpflicht grundsätzlich allen weltweiten Einkünften. Der österreichische Staat bietet jedoch eine Reihe von Regelungen und Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung. Das Bundesministerium für Finanzen – Steuern & Finanzen informiert über steuerliche Pflichten und Rechte für österreichische Steuerpflichtige.
Für Sportlerinnen mit internationalen Einkünften empfiehlt sich die Beratung durch einen auf Sportsteuerrecht spezialisierten Steuerberater oder Vermögensberater.
Die Karriere ist endlich – das Vermögen soll bleiben
Die durchschnittliche Karriere einer Tennisprofi-Spielerin dauert zehn bis fünfzehn Jahre. Danach folgen niedrigere Einnahmen, möglicherweise Beratungs- oder Coaching-Tätigkeiten, aber kein vergleichbares Gehalt mehr. Świąteks Fall zeigt, dass kluges Vermögensmanagement während der Aktivjahre entscheidend ist.
Gut strukturiertes Vermögensmanagement für Sportlerinnen umfasst:
- Diversifikation der Einkommensquellen (Preisgelder, Sponsoring, Investitionen)
- Steueroptimierung mit internationaler Perspektive
- Vorsorge und Rentenplanung jenseits des staatlichen Systems
- Schutz vor kurzfristigen Ausgabenentscheidungen in Hoch-Einkommens-Jahren
Einen vergleichbaren Einblick in Vermögensplanung bei Tennisstars bietet unser Artikel über Daniil Medvedev und seine Karriereverdienste.
Roland Garros 2026: Ein Millionenturnier mit Vermögensfragen
Roland Garros, das French Open, findet traditionell Ende Mai / Anfang Juni statt und bietet 2026 Preisgelder von über 60 Millionen Euro. Für die Finalistin warten Prämien von mehreren Millionen Euro. Für Spielerinnen, die regelmäßig auf diesem Niveau konkurrieren, ergibt sich in wenigen Jahren ein erhebliches akkumuliertes Vermögen – das professionell verwaltet werden muss.
Wichtig zu wissen: Preisgelder bei internationalen Turnieren werden grundsätzlich am Austragungsort versteuert. Das bedeutet, dass eine österreichische Spielerin, die in Paris gewinnt, sowohl in Frankreich als auch in Österreich steuerliche Pflichten haben kann. Ohne spezialisierte Beratung können hier unnötig hohe Steuerbelastungen entstehen.
So finden Sie den richtigen Finanzberater
Ob Sie selbst als Sportlerin Karriere machen, ein Kind fördern oder einfach verstehen wollen, wie Hochverdiener ihre Finanzen strukturieren: Auf Expert Zoom finden Sie zertifizierte Vermögensberater, die auf Sportfinanzen und internationale Einkommensstrukturen spezialisiert sind.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information zu Finanzplanung für Sportlerinnen. Er ersetzt keine individuelle steuerliche oder finanzielle Beratung. Für konkrete Fragen wenden Sie sich an einen zugelassenen österreichischen Steuerberater oder Vermögensberater.
