Medvedev: 47 Mio. Karriereverdienst – was Spitzensportler bei der Vermögensplanung beachten

Daniil Medvedev beim Tennisturnier in Nizza, ATP-Weltklassespieler 2015

Photo : Dacoucou / Wikimedia

Markus Markus WeberVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 13. Mai 2026

Daniil Medvedev bestreitet in dieser Woche das Masters-Turnier in Rom und belegt mit einem Karriereverdienst von rund 47,3 Millionen Dollar Platz 9 der ATP-Weltrangliste. Hinter dem russischen Tennisprofi steht ein ausgeklügeltes Wirtschaftsmodell: rund 15 Millionen Euro jährlich aus Sponsoring-Verträgen mit Lacoste, BMW, Bovet-Uhren und der Tinkoff Bank. Was dieses Modell für österreichische Spitzensportler und Selbstständige mit hohem Einkommen bedeutet – und wann ein Vermögensberater unbedingt notwendig ist.

Wie ein Tennisprofi heute sein Geld verdient

Die Einnahmen eines Profitennisspielers gliedern sich in drei Bereiche: Preisgeld aus Turnieren, Sponsoring-Einnahmen und Investitionen. Medvedev gewann in der Saison 2026 bereits Titel in Brisbane und Dubai und sicherte sich damit Preisgeld im sechsstelligen Bereich. Entscheidender für seine finanzielle Stabilität sind jedoch langfristige Sponsoring-Verträge. Lacoste stattet ihn mit Kleidung und Schuhen aus, Tecnifibre liefert die Schläger, BMW stellt Fahrzeuge bereit.

Im November 2023 investierte Medvedev zudem in die E-Sport-Organisation M80 und diversifizierte damit sein Portfolio abseits des Tennisplatzes. Dieser Schritt zeigt, was Vermögensberater seit Jahren empfehlen: Einkommensquellen müssen breiter aufgestellt sein als die aktive Karriere – denn diese ist stets endlich.

Das Problem mit sportabhängigem Einkommen

Profisportler verdienen in einem eng begrenzten Zeitfenster enorme Summen – und stehen danach vor der Herausforderung, dieses Vermögen zu sichern und zu mehren. Medvedev ist mit 30 Jahren statistisch in der zweiten Hälfte seiner aktiven Karriere. Eine schwere Verletzung kann Preisgeld und Marktwert innerhalb weniger Monate drastisch senken. Das ist kein abstraktes Risiko: Zahlreiche Profis haben nach dem Karriereende finanzielle Schwierigkeiten erlebt, weil die Planung fehlte.

Dieses Risiko ist kein reines Sportlerproblem. Auch Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer in Österreich kennen die Situation: Das Einkommen ist projektgebunden und schwankend. In guten Jahren fließt viel Geld, in Phasen mit Auftragsrückgang oder Krankheit bricht es ein. Ohne langfristige Strategie kann das zur ernsthaften finanziellen Bedrohung werden.

Drei Säulen der Vermögensplanung für Hochverdiener

Vermögensberater in Österreich empfehlen ein Drei-Säulen-Modell für alle mit überdurchschnittlichem oder schwankendem Einkommen:

Säule 1: Liquiditätssicherung. Mindestens zwölf bis achtzehn Monatseinkommen sollten als liquide Reserve gehalten werden – auf Tagesgeldkonten oder in kurzfristig verkäuflichen Wertpapieren. Medvedev finanziert damit seinen Lebensunterhalt auch in turnierschwachen Wochen oder bei Verletzungspausen.

Säule 2: Langfristige Vermögensbildung. Wer heute gut verdient, muss für morgen investieren. Breit gestreute Aktienfondsstrategien, Immobilien oder Unternehmensanteile sichern den Lebensstandard auch nach dem aktiven Berufsleben ab. Ähnliche Überlegungen treffen Spitzentrainer wie Jogi Löw nach seinem Abschied aus dem Fußball, die nach Jahrzehnten auf Topniveau früh strategisch vorsorgen müssen.

Säule 3: Private Altersvorsorge. Das österreichische Pensionssystem berechnet Ansprüche auf Basis von Beitragsjahren und Einkommen. Wer als Selbstständiger wenig in die gesetzliche Pension einzahlt oder lange im Ausland tätig war, muss privat vorsorgen. Steuerlich begünstigte Produkte wie die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge oder Pensionskassenmodelle können dabei helfen.

Steuer und Recht: Wenn Einkommen international wird

Medvedev verdient an Turnieren in Australien, den USA, Europa und Asien. Jedes dieser Länder hat eigene Steuerregelungen für sportliche Einkünfte. Österreich hat mit rund 90 Staaten Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, die regeln, wer das Besteuerungsrecht hat und wie eine Doppelbelastung vermieden wird.

Für Österreicher, die international tätig sind – als Freelancer, Berater oder Sportler – gilt dasselbe Prinzip. Wer Einkünfte aus mehreren Ländern bezieht, braucht einen Steuerberater mit Kenntnissen im internationalen Steuerrecht. Die Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) empfiehlt grundsätzlich, bei komplexen Vermögensfragen auf lizenzierte Fachleute zu setzen und nicht auf Eigenrecherche zu vertrauen.

Sponsoring-Verträge: Was Selbstständige wissen müssen

Medvedevs Lacoste-Deal ist ein Musterbeispiel für einen klassischen Sponsoring-Vertrag: mehrjährige Laufzeit, exklusive Nutzung des Namens- und Bildrechts, Erscheinungspflichten bei Events und konkrete Vorgaben für Social-Media-Auftritte. Für österreichische Selbstständige, die mit Marken kooperieren wollen – als Influencer, Markenbotschafter oder in B2B-Partnerschaften –, gelten ähnliche Strukturen.

Wichtige Punkte, die in Sponsoring-Verträgen klar geregelt sein müssen:

  • Exklusivitätsklauseln (Ausschluss von Konkurrenzmarken)
  • Morality Clauses (Verhaltensrichtlinien bei öffentlichen Auftritten)
  • Vergütungsmodell (Fixum, leistungsabhängige Boni oder beides)
  • Dauer des Vertrags und Kündigungsbedingungen
  • Regelungen bei Krankheit, Verletzung oder Leistungsabfall

Auch Fußballprofi Dušan Vlahović und sein Vertragsende bei Juventus zeigt eindrücklich, wie wichtig klare Klauseln bei der Vermögensplanung sind: Unklare Regelungen kosten im Ernstfall erheblich.

Wann sollten Sie einen Vermögensberater aufsuchen?

Nicht erst bei einem Jahreseinkommen wie Medvedevs lohnt sich professionelle Beratung. Schon bei folgenden Situationen sollten Österreicher aktiv werden:

  • Das Jahreseinkommen übersteigt 60.000 Euro netto
  • Einnahmen stammen aus mehreren Ländern oder Quellen
  • Eine größere Investition – Immobilie, Unternehmensanteil, Wertpapierportfolio – steht an
  • Der Ruhestand naht, aber eine konkrete Vorsorgestrategie fehlt noch
  • Sponsoring- oder langfristige Beraterverträge sollen abgeschlossen werden

Ein zugelassener Vermögensberater prüft die individuelle Situation, kennt die österreichischen und internationalen Steuergesetze und kann realistische Renditeerwartungen einschätzen. Viele Vermögensberater bieten ein erstes Orientierungsgespräch kostenlos an – ein guter Einstieg, um zu beurteilen, ob und welche Unterstützung sinnvoll ist.

Das Honorar für professionelle Beratung zahlt sich in aller Regel durch eingesparte Steuern und bessere Renditeentscheidungen aus. Wer heute in eine gute Beratung investiert, schützt das Vermögen von morgen. Medvedevs Karriere zeigt eindrucksvoll: Wer früh und strategisch plant, kann auch nach dem aktiven Berufsleben auf der Gewinnerseite stehen – ganz unabhängig davon, ob man auf dem Tennisplatz oder im Büro Spitzenleistungen erbringt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung. Steuerliche und rechtliche Fragen sollten mit einem zugelassenen Fachexperten besprochen werden.

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