Helmut Marko verlässt Red Bull: Was sein 10-Millionen-Abfindungspaket über Karriereplanung und Vermögensabsicherung lehrt

Dr. Helmut Marko am Steuer eines Porsche 908 beim Schauinslandrennen

Photo : Willy Pragher / Wikimedia

Markus Markus WeberVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 18. April 2026

Helmut Marko, der langjährige Motorsportberater von Red Bull Racing, verlässt nach über 20 Jahren das Unternehmen — und erhält dabei laut Medienberichten eine Abfindung im achtstelligen Bereich, rund 10 Millionen Euro. Der Fall des gebürtigen Grazer Motorsport-Managers wirft Fragen auf, die weit über die Formel 1 hinausgehen: Wie sichert man nach Jahrzehnten in einer Führungsposition das eigene Vermögen ab? Und was können österreichische Führungskräfte daraus lernen?

Wer ist Helmut Marko?

Für alle, die nicht mit der Formel 1 vertraut sind: Helmut Marko, geboren 1943 in Graz, ist eine österreichische Motorsportlegende. Als Rennfahrer gewann er 1971 die 24 Stunden von Le Mans, bevor eine Augenverletzung seine Fahrerkarriere beendete. Als Manager baute er das Red Bull-Juniorprogramm auf — das erfolgreichste Nachwuchsprogramm der Formel-1-Geschichte. Vier Weltmeistertitel von Sebastian Vettel (2010–2013) und Max Verstappens aktuelle Dominanz tragen Markos Handschrift.

Was bei Red Bull passiert ist

Helmut Marko war seit 2005 die prägende Figur im Red Bull-Nachwuchsprogramm und als Motorsportberater direkt in alle strategischen Entscheidungen eingebunden. Mit ihm wurden Max Verstappen, Sebastian Vettel und zahlreiche weitere Fahrer zu Weltmeistern.

Ende 2025 entschied der österreichische Mutterkonzern, die Kontrolle über die Formel-1-Aktivitäten intern neu zu strukturieren. Markos Beraterrolle wurde aufgelöst. Laut Berichten von Motorsport.com erhält der gebürtige Grazer sein volles 2026-Jahresgehalt als Abfindung — ein achtstelliger Betrag, der in der Motorsportbranche als außerordentlich gilt.

Marko selbst blieb dem Red Bull-Kosmos verbunden: Seit April 2026 ist er offizieller Botschafter des Red Bull Ring in Spielberg, Steiermark. Aus einer operativen Führungsposition wurde eine repräsentative — ein Übergang, den viele Führungskräfte in Österreich kennen.

Die stille Wahrheit über Abfindungen in Österreich

Achtstellige Abfindungen sind die Ausnahme. Aber das Thema Trennung vom Arbeitgeber nach langer Betriebszugehörigkeit betrifft Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher — und nur die wenigsten sind darauf vorbereitet.

Laut dem österreichischen Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetz (BMVG) erwerben Arbeitnehmer seit 2003 kontinuierliche Ansprüche in der betrieblichen Vorsorgekasse (sogenannte „Abfertigung neu"). Doch die gesetzliche Abfertigung deckt in den meisten Fällen nur einen Bruchteil des tatsächlichen Einkommensausfalls nach einer Kündigung. Was fehlt, muss durch kluge Karriere- und Vermögensplanung aufgefangen werden.

Konkret entstehen beim Ausscheiden aus einer langjährigen Führungsposition drei kritische Vermögensfragen:

1. Liquiditätsplanung: Wie lange reichen die eigenen Reserven, bis neue Einnahmen fließen? Finanzberater empfehlen einen Liquiditätspuffer von mindestens 12 bis 24 Monaten für Führungskräfte ab dem 50. Lebensjahr.

2. Steuerliche Optimierung der Abfindung: Größere Abfindungszahlungen können unter Umständen begünstigt besteuert werden — etwa durch Verteilung auf mehrere Veranlagungsjahre oder durch die Nutzung von Sonderausgabenabzügen. Ein Steuerberater oder Vermögensberater sollte spätestens bei Aufnahme der Verhandlungen einbezogen werden.

3. Langfristige Vorsorge: Wer nach einer langen Angestelltenkarriere ausscheidet, verliert oft auch betriebliche Vorsorgebausteine (Firmenpensionen, Aktienoptionen, Benefits). Diese Lücken müssen rechtzeitig durch private Vorsorge oder Investitionen geschlossen werden.

Wie häufig betrifft das Österreicher?

Karrieretransitionen in Führungspositionen sind kein Einzelschicksal. Laut Statistik Austria waren im Jahr 2024 rund 180.000 Österreicherinnen und Österreicher über 55 Jahre arbeitslos gemeldet — ein erheblicher Teil davon nach langen Karrieren in Unternehmen. Die Herausforderung: Wer lange auf hohem Einkommensniveau gearbeitet hat, lebt oft mit einem Lebensstil, der eine entsprechende finanzielle Absicherung voraussetzt. Ein unvorbereiteter Karriereabbruch kann dieses Fundament erschüttern.

Besonders gefährdet: Führungskräfte in der Privatwirtschaft, die keine starke betriebliche Pensionsvorsorge aufgebaut haben. Während öffentliche Bedienstete oft auf solide Pensionskassen zurückgreifen können, hängt die Altersabsicherung von Privatmanagern häufig von individuell aufgebauten Vermögenswerten ab.

Was Helmut Markos Karriereende über Karrieretransitionen lehrt

Marko ist 82 Jahre alt und kehrt nun als Botschafter des Red Bull Ring in die Motorsportwelt zurück — in einer Rolle, die Einfluss ohne operativen Druck verbindet. Das ist kein Rückzug, sondern eine bewusste Neupositionierung.

Diese Art des Karriereendes wird in der Managementliteratur als „Portfolio Career" bezeichnet: Eine Kombination aus Beratungsmandaten, Aufsichtsratspositionen und repräsentativen Rollen, die Einkommen, Netzwerk und persönliche Erfüllung verbinden. Laut der Arbeiterkammer Österreich ist beim Ausscheiden aus einem langen Dienstverhältnis besonders auf die korrekte Berechnung und steuerliche Behandlung der Abfertigung zu achten — insbesondere wenn weitere Einkünfte (z.B. aus einer neuen Tätigkeit als Berater oder Botschafter) hinzukommen.

Für österreichische Führungskräfte in ähnlichen Situationen ergeben sich daraus klare Handlungsempfehlungen:

  • Frühzeitig planen: Spätestens fünf Jahre vor dem erwarteten Karriereende sollten Vermögens- und Vorsorgestrategien überprüft werden
  • Verhandlungsposition stärken: Wer seinen Marktwert kennt und frühzeitig mit einem Berater verhandelt, erzielt nachweislich bessere Abfindungsergebnisse
  • Steuerliche Gestaltung nutzen: Österreichische Steuerrecht bietet legale Gestaltungsspielräume bei Abfindungen und Karrieretransitionen
  • Netzwerk als Kapital: Wie Marko zeigt, ist das Netzwerk nach Jahrzehnten oft wertvoller als das Gehalt

Vermögensberatung bei Karrieretransitionen

Ob Führungskräftewechsel, Abfindungsverhandlung oder Vorbereitung auf die Pensionsphase — diese Übergänge sind finanziell komplex und haben langfristige Konsequenzen. Ein qualifizierter Vermögensberater kann individuelle Strategien entwickeln, die gesetzliche Spielräume optimal nutzen und die finanzielle Absicherung langfristig gewährleisten.

Auf Expert Zoom finden Sie außerdem Hintergründe zum Mateschitz-Erbe und zur Vermögensnachfolge im Red Bull-Imperium — ein weiterer Aspekt, den österreichische Vermögensberater regelmäßig begleiten.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Steuer- oder Vermögensberatung. Wenden Sie sich bei konkreten Fragen an einen zugelassenen Steuer- oder Vermögensberater in Österreich.

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