Mateschitz-Erbe: Was der 45-Milliarden-Nachlass über Ihre eigene Vermögensplanung verrät

Red Bull Dosen und Finanzdokumente auf einem Büroschreibtisch in Salzburg
Markus Markus WeberVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 9. April 2026

Mark Mateschitz, der Sohn des 2022 verstorbenen Red-Bull-Gründers Dietrich Mateschitz, gilt im April 2026 als der reichste Millennial Europas — mit einem geschätzten Nettovermögen von rund 45,8 Milliarden US-Dollar. In Österreich sind die Namen Mateschitz und Red Bull derzeit omnipräsent: Das Unternehmen meldete für 2025 einen Rekordumsatz von 12,2 Milliarden Euro, 13,97 Milliarden verkaufte Dosen und ein Mitarbeiterwachstum auf 21.924 Personen weltweit.

Was die wenigsten wissen: Dieser Milliardenerfolg begann mit einem der größten privaten Erbschaftsvorgänge in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Und er wirft präzise Fragen auf, die auch für Privatpersonen relevant sind — denn die Prinzipien der Vermögensplanung gelten unabhängig von der Höhe des Betrags.

Wie die Mateschitz-Nachfolge vollzogen wurde

Dietrich Mateschitz verstarb am 22. Oktober 2022 im Alter von 78 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er hinterlieβ seinen 49-Prozent-Anteil an Red Bull GmbH sowie erhebliche weitere Beteiligungen und Liegenschaften — ohne eine öffentlich bekannte testamentarische Kontroverse oder einen Erbschaftsstreit.

Sein Sohn Mark übernahm die 49-Prozent-Beteiligung direkt. Red Bull entschied sich bewusst gegen die Bestellung eines einzelnen CEOs und für ein dreiköpfiges Führungsteam: Franz Watzlawick (CEO Beverage Business), Alexander Kirchmayr (CFO) und Oliver Mintzlaff (CEO Corporate Projects & Investments). Mark selbst hält sich aus dem operativen Tagesgeschäft heraus und konzentriert sich auf strategische Investitionen — darunter ein 12-Millionen-Euro-Ausbau des Schönbrunn Hotels am Red Bull Ring und ein 600-Millionen-Euro-Kauf einer F1-Rennwagenkollektion von Bernie Ecclestone.

Im Mai 2025 transferierte die Yoovidhya-Familie (die anderen 49 Prozent halten die Erben des Thai-Mitgründers) zwei Prozent ihrer Beteiligung an ein Genfer Treuhandunternehmen (Fides Trustees SA) — ein klassisches Instrument der internationalen Vermögensstrukturierung.

Erbschaftsteuer in Österreich: eine aktuelle Debatte

Österreich schaffte die Erbschaftsteuer 2008 ab. Seitdem können Vermögen zwischen Generationen weitgehend steuerfrei übertragen werden — was internationale Vermögende und Unternehmer anzieht, aber auch politische Kritik auf sich zieht.

Aktuell, im Frühjahr 2026, fordern Grüne und Teile der SPÖ eine Wiedereinführung der Erbschaftsteuer auf große Vermögen. Laut einer aktuellen Diskussion, dokumentiert unter anderem vom Nachrichtenportal Salzburger Nachrichten, wird spekuliert, ob eine solche Reform Mark Mateschitz bewegen könnte, seinen Wohnsitz oder seine Strukturen aus Österreich zu verlagern.

Für Privatpersonen mit weitaus bescheidenerem Vermögen ist die Frage nicht weniger relevant: Wie strukturieren Sie Ihr Vermögen so, dass es möglichst reibungslos an die nächste Generation übergeht — unabhängig davon, welche Gesetze in Zukunft gelten?

Vier Lektionen aus dem Mateschitz-Nachlass für normale Haushalte

1. Frühzeitig testamentarisch handeln. Dietrich Mateschitz hatte klare Nachfolgeregelungen getroffen, bevor er erkrankte. Jede erwachsene Person mit Vermögen, Wohneigentum oder Unternehmensanteilen sollte ein Testament haben. In Österreich gibt es ohne Testament gesetzliche Erbfolgen, die oft nicht dem Willen des Erblassers entsprechen.

2. Die Struktur des Vermögens mitdenken. Mark Mateschitz hält seine Beteiligung direkt — nicht über eine GmbH oder einen Trust. In anderen Familien sind Holdingstrukturen sinnvoll, um Haftung zu begrenzen und Übergaben zu erleichtern. Eine individuelle Beratung ist unerlässlich.

3. Treuhandstrukturen und Stiftungen kennen. Der Schritt der Yoovidhya-Familie, einen Teil ihrer Beteiligung an ein Genfer Treuhandunternehmen zu übertragen, ist kein Zufall. Private Stiftungen oder Treuhandkonstruktionen können Vermögen generationenübergreifend schützen — auch in kleinerem Maßstab.

4. Auf politische Risiken vorbereitet sein. Steuergesetze ändern sich. Wer heute plant, sollte Szenarien berücksichtigen, in denen Erbschaftsteuern oder Vermögenssteuern wieder eingeführt werden. Ein Vermögensberater kann Ihnen helfen, flexible Strukturen aufzubauen, die verschiedene politische Konstellationen überstehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Bitte wenden Sie sich für Ihre persönliche Situation an einen qualifizierten Vermögensberater oder Steuerexperten.

Österreichische Privatstiftung: ein unterschätztes Instrument

Ein Instrument, das im Mateschitz-Kontext besonders relevant ist, wird von vielen Österreicherinnen und Österreichern unterschätzt: die Privatstiftung nach österreichischem Recht.

Eine österreichische Privatstiftung ermöglicht es, Vermögen in einen rechtlich eigenständigen Rahmen zu überführen, der unabhängig vom Ableben des Gründers fortbesteht. Die Begünstigten — in der Regel Familienmitglieder — erhalten Ausschüttungen nach klar definierten Regeln. Für größere Vermögen ab etwa einer Million Euro kann diese Struktur signifikante steuerliche und rechtliche Vorteile bieten.

Vorteile im Überblick:

  • Vermögen wird nicht durch Erbstreitigkeiten oder gesetzliche Erbfolgen zerteilt
  • Begünstigte können schrittweise eingesetzt werden (z. B. Kinder erst ab einem bestimmten Alter)
  • Bei professioneller Gestaltung kann die Struktur steueroptimiert ausgeschüttet werden
  • Schutz vor Gläubigern des Stifters unter bestimmten Voraussetzungen

Der Aufwand für die Errichtung einer Privatstiftung ist erheblich — und sie lohnt sich nicht für jedes Vermögen. Aber der Fall Mateschitz zeigt, dass selbst bei Familienunternehmen von Weltrang die Frage der richtigen Struktur über den langfristigen Erfolg entscheidet.

Vermögensplanung ist nicht nur für Milliardäre

Das Mateschitz-Erbe zieht alle Blicke auf sich, weil die Zahlen astronomisch sind. Aber die Grundprinzipien — Testament, Struktur, Steuerstrategie, Flexibilität — gelten für jeden, der Vermögen aufgebaut hat oder aufbaut.

Ein Eigenheim in Wien, ein kleines Betriebsvermögen in der Steiermark, ein Wertpapierportfolio in Vorarlberg: All das verdient eine strukturierte Übergabeplanung, bevor die Gesetzgebung sich ändert — oder bevor der Erbfall unvorbereitet eintritt.

In Österreich gibt es qualifizierte Vermögensberater, die Ihnen helfen können, Ihre Situation realistisch einzuschätzen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, bevor gesetzliche Änderungen Sie unvorbereitet treffen.

Auf Expert Zoom finden Sie erfahrene Vermögensberater in Ihrer Region, die Ihnen bei Nachfolgeplanung, Testamentgestaltung und Vermögensstrukturierung weiterhelfen — ganz gleich, ob Sie ein Einfamilienhaus oder ein Unternehmensportfolio übergeben möchten.

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