Hans Zimmer beendet Mega-Tour: Was Musikerinnen und Musiker in Österreich über ihr Urheberrecht wissen müssen

Hans Zimmer bei einem Live-Konzert auf der Bühne

Photo : kitmasterbloke / Wikimedia

Anna Anna WeberRechtsanwälte
4 Min. Lesezeit 13. April 2026

Hans Zimmer beendet Mega-Tour: Was Musikerinnen und Musiker in Österreich über ihr Urheberrecht wissen müssen

Hans Zimmer hat am 1. April 2026 seine „The Next Level"-Europatournee in Lissabon beendet – nach 50 ausverkauften Shows in 17 Ländern vor insgesamt 600.000 Fans. Die Produktion mit 150 Mitarbeitenden, 20 Trucks und 100 Tonnen Equipment gilt als eine der aufwändigsten Filmmusik-Tourneen der Geschichte. Was kaum jemand weiß: Hinter jedem gespielten Ton steckt ein komplexes Geflecht aus Urheberrecht und Lizenzierungen – und das betrifft nicht nur Weltstars wie Zimmer, sondern jeden Musikschaffenden in Österreich.

Hans Zimmer und die Dimension von Musik-Rechten

Der in Deutschland geborene Komponist Hans Zimmer hat mit Soundtracks wie Der König der Löwen, Interstellar, Inception und Oppenheimer Musikgeschichte geschrieben. Seine Werke werden weltweit gespielt, verfilmt, gesampelt und gestreamt – jedes Mal mit weitreichenden rechtlichen Konsequenzen.

Für seine Tournee musste ein umfangreiches Lizenzpaket geschnürt werden: Aufführungslizenzen für jedes Land, Verträge mit Band- und Orchestermitgliedern, Synchronisationsrechte für die visuelle Bühnenprojektion und die Live-Mitschnitte für Streaming-Plattformen. Ein internationales Tour-Projekt dieser Größe erfordert Spezialanwälte für Musikrecht in jedem der 17 Länder.

Das österreichische Musikrecht: Was Sie wissen müssen

Österreich verfügt über eines der stärksten Urheberrechtssysteme Europas. Die zentrale Verwertungsgesellschaft für Musikkomponisten und Liedtexter ist die AKM – Autoren, Komponisten und Musikverleger. Gemeinsam mit der Austro Mechana nimmt sie die Rechte für die meisten Formen der Musiknutzung wahr.

Was die AKM regelt:

  • Aufführungsrechte bei Konzerten, Events, im Radio und TV
  • Rechte für das Streaming auf Plattformen wie Spotify oder Apple Music
  • Nutzung von Hintergrundmusik in Gaststätten, Einkaufszentren und Fitnessclubs

Was die AKM nicht regelt: Synchronisationsrechte – also die Verbindung von Musik mit Video- oder Filmmaterial – werden nicht von der AKM vergeben. Diese müssen direkt mit den Urhebern oder Musikverlagen ausgehandelt werden. Genau hier entstehen häufig rechtliche Fallstricke, vor allem für kleinere Künstlerinnen und Künstler.

Wann brauchen Musikschaffende in Österreich einen Anwalt?

Die meisten Musikerinnen und Musiker kennen die AKM, unterschätzen jedoch die Vielzahl weiterer rechtlicher Szenarien, in denen professionelle Beratung unerlässlich ist:

1. Verlagsverträge und Musikverlage Wer einen Vertrag mit einem Musikverlag unterschreibt, überträgt oft Rechte für Jahrzehnte. Ohne anwaltliche Prüfung können Klauseln zur Rechteübertragung, zu Tantiemen oder zur Kündigung erhebliche finanzielle Nachteile bringen.

2. Kooperationen und Band-Verträge Österreichische Bands gründen sich oft ohne schriftliche Vereinbarungen – was bei Auflösung zu langwierigen Streitigkeiten über die Nutzung gemeinsam geschaffener Werke führen kann. Ein Bandvertrag regelt klar, wer welche Rechte behält.

3. Sampling und Coverversionen Das Sampeln eines fremden Musikstücks – selbst nur weniger Sekunden – ist in Österreich eine Urheberrechtsverletzung, sofern keine Lizenz eingeholt wurde. Coverversionen benötigen hingegen lediglich eine Aufführungslizenz der AKM.

4. Social Media und YouTube Wer selbst produzierte Musik auf YouTube oder TikTok hochlädt, ist grundsätzlich geschützt – sofern registriert. Aber: Wird eigene Musik ohne Genehmigung von anderen genutzt, brauchen Sie möglicherweise anwaltliche Hilfe, um Ihre Rechte durchzusetzen.

5. Internationale Lizenzierung Wie die Hans Zimmer-Tour zeigt: Sobald Musik internationale Grenzen überschreitet, wird es rechtlich komplex. Internationale Tourneen, Export von Musikproduktionen oder Streaming-Deals mit ausländischen Plattformen erfordern Expertise im internationalen Urheberrecht.

Was passiert bei Verstößen gegen das Musikurheberrecht?

Das österreichische Urheberrechtsgesetz (UrhG) sieht bei Verstößen zivilrechtliche Ansprüche vor: Unterlassung, Schadenersatz und Herausgabe des Gewinns. Wer zum Beispiel Musik ohne Lizenz bei einem öffentlichen Event abspielt oder auf seiner Website streamt, kann von der AKM oder direkt vom Urheber auf Schadenersatz geklagt werden.

Die AKM versendet regelmäßig automatisierte Aufforderungsschreiben, wenn bei Events keine Meldung erfolgte. Viele Veranstalterinnen und Veranstalter sind überrascht, wenn sie Nachforderungen erhalten – obwohl die Meldepflicht gesetzlich verankert ist.

Musikrecht im digitalen Zeitalter: Neue Herausforderungen

Die Art, wie Musik konsumiert wird, hat sich in den letzten Jahren radikal verändert – und das Recht hinkt hinter der Realität her. Streaming-Plattformen zahlen Tantiemen nach komplizierten Formeln, die für Laien kaum nachvollziehbar sind. Wer als österreichischer Musiker auf Spotify vertreten ist, erhält zwar Ausschüttungen der AKM, versteht aber oft nicht, wie diese berechnet werden.

KI-generierte Musik stellt das Urheberrecht aktuell vor neue Herausforderungen: Darf eine KI den Stil von Hans Zimmer imitieren? Technisch ja – stilistisch ist Musik nicht schützbar. Doch sobald direkte Melodiepassagen oder konkrete Samples verwendet werden, ist die Rechtslage eine andere. In Österreich und der gesamten EU wird derzeit intensiv diskutiert, wie der AI Act auf Musikschöpfung anzuwenden ist.

Was Veranstalter in Österreich unbedingt beachten müssen

Wer eine Veranstaltung mit Musik organisiert – egal ob Konzert, Firmenevent oder Festival – muss dies der AKM im Voraus melden. Das gilt auch für kleinste Veranstaltungen und sogar für Hintergrundmusik im Gastronomiebetrieb. Die Jahrespauschalen der AKM werden nach Betriebsgröße berechnet.

Unterbleibt die Meldung, kann die AKM rückwirkend Lizenzgebühren plus einen Aufschlag von bis zu 100 Prozent einfordern. Ein Rechtsanwalt für Musikrecht kann dabei helfen, nicht nur Nachforderungen abzuwehren, sondern auch die richtigen Pauschalen auszuhandeln und Verträge mit Booking-Agenturen oder Musikern rechtssicher zu gestalten.

Der Lerneffekt aus dem Hans Zimmer-Phänomen

Das globale Interesse an der Hans Zimmer-Tour – auch in Österreich waren seine Produktionen in Wien und Innsbruck ein Kassenschlager – zeigt, wie wertvoll Musikrechte sein können. Was für einen Weltstar gilt, gilt auch für aufstrebende heimische Musikerinnen und Musiker: Die eigenen Werke frühzeitig zu schützen, zu registrieren und bei der AKM anzumelden, ist die Grundlage jeder erfolgreichen Musikkarriere.

Wenn Sie als Künstlerin oder Künstler, Event-Veranstalter oder Musikproduzent rechtliche Fragen zu Ihren Urheberrechten haben, bieten qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte auf Expert Zoom Beratung zu österreichischem Musikrecht und internationalem Urheberrecht an – auch online und kurzfristig.

Übrigens: Wer interessante Einblicke in das Thema Filmrecht in Österreich sucht, kann sich auch über den aktuellen Kevin Costner dreht in Österreich: Was internationale Filmproduktionen rechtlich bedeuten informieren – ein anderes Beispiel für die Komplexität internationaler Medienrechte.

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