Am 3. Juni 2026 steht der Name Florian Wiegele in allen österreichischen Sportnachrichten. Ralf Rangnick hat den 24-jährigen Steirer in den 26-Mann-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA berufen – und gleichzeitig verhandelt der griechische Erstligist Panathinaikos Athen nach Berichten vom Mai/Juni 2026 intensiv mit Viktoria Pilsen über einen Transfer. Für einen Keeper, der noch vor vier Jahren in der Regionalliga des Bezirks Weiz stand, ist es ein Karrieresprung, den österreichische Vermögensberater als "Wendepunkt" einordnen – und der wichtige Finanzentscheidungen nötig macht.
Von Gleisdorf auf die größte Bühne der Welt
Florian Wiegele kam über Umwege auf die internationale Bühne. Der 2,05 Meter große Torwart spielte bis 2022 noch für einen Klub in der Regionalliga des Weizer Bezirks – einer der hunderten Amateurtorwarte, die jedes Wochenende auf kleinen Plätzen stehen. Den Durchbruch schaffte er bei Viktoria Pilsen in der tschechischen ersten Liga, wo er sich als unumstrittener Stammtorhüter etablierte und einen Vertrag bis 30. Juni 2029 unterschrieb.
Sein aktueller Marktwert liegt laut Transfermarkt bei rund 2,2 Millionen Euro. Sein ÖFB-Debüt feierte Wiegele im März 2026 – kaum drei Monate später steht er im WM-Aufgebot. Rangnick kommentierte die Nominierung mit knappen Worten: "Vom Körperbau hat er mit über zwei Meter Voraussetzungen, die kein anderer hat von uns."
Warum Panathinaikos Wiegele will
Panathinaikos steht vor einem Torhüterproblem: Stammkeeper Alban Lafont (27, Frankreich) verlässt den Klub im Sommer 2026 ablösefrei. Wiegele gilt als hohe Priorität der Athener, die Verhandlungen mit Viktoria Pilsen sollen Anfang Juni 2026 in einer intensiven Phase sein.
Für Wiegele würde ein Wechsel erstmals einen Großklub-Kontrakt bedeuten – mit deutlich höheren Gehältern als bisher in Tschechien. Branchenkenner schätzen das Niveau bei einem Torhüter seiner Qualität in der griechischen Super League auf 400.000 bis 800.000 Euro brutto pro Jahr, zuzüglich Boni und Bildrechte.
Was ein Auslandsgehalt für österreichische Sportler steuerlich bedeutet
Genau an diesem Punkt setzen Finanzexperten an. Wer als österreichischer Staatsangehöriger im Ausland arbeitet, muss klären, wo er steuerlich ansässig ist. Zieht Wiegele nach Griechenland, richtet sich die Besteuerung primär nach dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) Österreich–Griechenland: Unselbstständige Einkünfte werden grundsätzlich im Tätigkeitsstaat versteuert.
Gleichzeitig kennt das österreichische Steuerrecht eine besondere Regelung für international tätige Sportler: die Einkommensteuerpauschalierung. Wer nachweislich mehr Tage pro Jahr im Ausland tätig ist als in Österreich, kann in Österreich eine pauschale Steuerbemessungsgrundlage von nur 33 Prozent des weltweiten Einkommens beantragen. Der Progressionsvorbehalt gilt allerdings weiterhin – das Gesamteinkommen bestimmt den anzuwendenden Steuersatz. Für Details empfiehlt das Bundesministerium für Finanzen, einen Steuerberater mit Erfahrung in grenzüberschreitenden Sportlereinkünften hinzuzuziehen: bmf.gv.at/themen/steuern.
Ähnlich wie bei anderen österreichischen Profis, die ins Ausland wechselten – darunter Stefan Schwab, der seinen Vertragsabgang zu Holstein Kiel finanzplanend vorbereitete – beginnt die Grundregel: Steuerberatung vor Vertragsunterschrift, nicht danach.
Transferablöse: Das Geld fließt nicht an den Spieler
Ein verbreitetes Missverständnis: Die Transfersumme, die Panathinaikos an Viktoria Pilsen zahlt, geht an den abgebenden Klub – nicht an Wiegele persönlich. Was der Spieler aushandeln kann, sind Vertragsbonus, Grundgehalt, Leistungsprämien und Bildrechte. Genau hier ist ein erfahrener Spielerberater und Rechtsanwalt entscheidend, der alle Klauseln prüft – von Rückkaufsrecht bis zu Vertragsauflösungsklauseln.
Erling Haalands Transfer zu Real Madrid zeigte deutlich: Selbst bei Superstar-Deals ist die finanzielle Nachsorge entscheidend – Steuern auf aufgeschobene Auszahlungen, Imagerechte und Pensionsplanung werden gerne übersehen.
Früh investieren: Die Karriere nach dem Fußball mitplanen
Profifußballer sind selten über das 35. Lebensjahr aktiv. Florian Wiegele ist 24 – hat also statistisch noch rund zehn bis elf aktive Jahre vor sich. Vermögensberater, die auf Sportlervermögen spezialisiert sind, empfehlen eine Faustregel: mindestens 40 bis 50 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens regelmäßig investieren – in ETFs, Immobilien und private Pensionsvorsorge.
Der Zinseszinseffekt über zehn Jahre bei einem angenommenen Netto von 25.000 Euro monatlich und 45 Prozent Sparquote entspricht über 1,5 Millionen Euro angespartem Kapital, abhängig von Rendite und Inflationsrate. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, hat nach der Karriere deutlich weniger Spielraum.
WM-Teilnahme steigert Marktwert: Der Sommer 2026 als Katalysator
Die Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft gilt in der Branche als einer der stärksten Faktoren für die kurzfristige Steigerung des Marktwerts eines Spielers. Besonders für junge Torhüter, die zuvor wenig internationale Sichtbarkeit hatten, kann ein solides WM-Auftreten den Marktwert um 30 bis 50 Prozent erhöhen – das entspricht bei Wiegele potenziell einem Anstieg von 2,2 auf über 3 Millionen Euro.
Für Panathinaikos ist das Timing also klar: Jetzt verhandeln, bevor Wiegele bei der WM in den USA aufzeigt und teurer wird. Für Wiegele bedeutet das, dass sein Transferwert in den kommenden Wochen an jedem WM-Spieltag neu bewertet werden könnte.
Was der WM-Sommer für junge Sportler bedeutet
Wiegeles Karriere ist auch eine Botschaft für alle, die in einer Nische groß werden: Das internationale Profitum kommt manchmal schneller als erwartet. Für denjenigen, der noch vor vier Jahren keine Transfersumme hatte, die er erwähnen musste, ist 2026 ein finanzieller Wendepunkt – im Positiven.
Wer auf dem Weg zu einem ersten Profigehalt oder internationalen Wechsel steht, findet auf ExpertZoom zugelassene Vermögensberater mit Erfahrung in Sportler- und Freiberuflerfinanzierung, die grenzüberschreitende Steuersituationen und Vertragsklauseln einschätzen können. Eine frühzeitige Beratung kostet wenig – ein versäumter Steuervorteil oder eine ungeprüfte Vertragsklausel können hingegen über Jahre erhebliche finanzielle Konsequenzen haben.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung. Steuerliche Auswirkungen eines Auslandsengagements hängen von den individuellen Umständen ab und sollten mit einem Fachexperten besprochen werden.

Markus Weber