FC Bayern München plant nach Informationen der Bavarian Football Works für den Sommer 2026 Transfers im Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro. Hauptziel ist Anthony Gordon von Newcastle United, der eine Ablöse in dieser Größenordnung einbringen soll. Wenn Spitzensportler für solche Summen wechseln, entstehen nicht nur sportliche Fragen — sondern auch steuerliche und finanzielle Herausforderungen, die oft unterschätzt werden.
Bayern im Transferfieber: Was der Sommer 2026 bringt
Die Transferplanung des FC Bayern für 2026 läuft auf Hochtouren. Laut Berichten von Transfermarkt und Bavarian Football Works stehen zwei Positionen im Fokus: linkes Mittelfeld und rechtes Mittelfeld/Flügelposition.
Anthony Gordon, englischer Nationalspieler bei Newcastle United, gilt als Wunschkandidat von Sporting Director Max Eberl. Trotz Interesse von Chelsea, Arsenal und Liverpool sollen persönliche Gespräche bereits stattgefunden haben. Daneben ist Fisnik Asllani von Hoffenheim mit einer Ausstiegsklausel unter 30 Millionen Euro im Gespräch, sowie der junge Kennet Eichhorn von Hertha Berlin als langfristige Investition.
Auf der Abgangsseite stehen Hiroki Ito und Min-Jae Kim, die Interesse aus Italien wecken. Konrad Laimer, österreichischer Nationalspieler und Rapid-Wien-Produkt, verhandelt derweil über eine Vertragsverlängerung bei Bayern.
Was ein Wechsel für Millionen steuerlich bedeutet
Ein Transfer für 80 Millionen Euro klingt aus Spielerperspektive nach einer anderen Liga — doch was bleibt nach Steuern und Abgaben tatsächlich übrig? Für Profi-Fußballer, die aus dem Ausland nach Deutschland wechseln oder in mehreren Ländern Einkünfte erzielen, ist das eine zentrale Frage.
Doppelbesteuerungsabkommen: Deutschland hat mit den meisten Ländern — auch mit Österreich — ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Das heißt: Ein österreichischer Spieler bei Bayern zahlt Einkommensteuer grundsätzlich dort, wo er seinen Lebensmittelpunkt hat. Bei einem Wechsel nach München muss die Steuerpflicht sorgfältig abgeklärt werden — erst recht, wenn der Spieler noch Immobilien oder Kapitaleinkünfte in Österreich hat.
Signing Bonus und Ablöse: Ein Signing Bonus wird in dem Land versteuert, in dem er ausgezahlt wird — und zählt nicht zur Spielertransferablöse, die der Klub zahlt. Wird ein österreichischer Spieler mit Vertragsbindung transferiert, erhält er möglicherweise eine Beteiligung am Transfererlös oder einen erhöhten Bonus — auch das hat Steuerwirkung.
Bildrechte und Sponsoring: Top-Spieler erzielen erhebliche Nebeneinnahmen aus Sponsoring und Bildrechtverwertung. Werden diese über eine eigene Gesellschaft abgewickelt — in Deutschland, Österreich oder einem Drittland —, entstehen komplexe Steuerstrukturen, die professionelle Begleitung erfordern.
Warum österreichische Fußballer besonders gut planen müssen
Konrad Laimer steht exemplarisch für eine Generation österreichischer Profi-Spieler, die einen erheblichen Teil ihrer aktiven Laufbahn in Deutschland verbringen. Was in einer Karriere von zehn bis fünfzehn Jahren verdient wird, muss klug für die Zeit nach dem Sport angelegt werden.
Laut dem Bundesministerium für Finanzen Österreich unterliegen in Österreich ansässige Personen mit ausländischen Einkünften der beschränkten oder unbeschränkten Steuerpflicht — je nachdem, ob der Lebensmittelpunkt in Österreich liegt. Wer als österreichischer Profi nach dem Karriereende nach Hause zurückkehrt, muss zudem prüfen, wie im Ausland aufgebaute Pensionsansprüche in Österreich behandelt werden.
Internationale Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil professioneller Fußballer nach dem Karriereende finanzielle Schwierigkeiten erlebt — trotz hoher Einkommen während der aktiven Zeit. Frühe, strukturierte Vermögensplanung ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Vermögensberatung für Profisportler: Was konkret hilft
Profis wie Gordon oder Laimer haben typischerweise folgende Bausteine in ihrer Finanzplanung:
Immobilien als Wertspeicher: Investitionen in Wohnimmobilien in Österreich oder Deutschland gelten als stabile Anlage. Bei einem Transfer ändert sich die steuerliche Behandlung der Mieteinnahmen — wer das nicht im Blick hat, zahlt möglicherweise doppelt.
Pensionsvorsorge im Ausland: Wer in Deutschland in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat später Ansprüche dort — unabhängig vom Wohnort. Wie diese Ansprüche mit österreichischen Pensionsansprüchen koordiniert werden, regeln bilaterale Sozialversicherungsabkommen.
Absicherung bei Karriereende: Profifußball endet früh. Wer mit 32 oder 34 in Pension geht, muss die verbleibenden Jahrzehnte eigenständig finanzieren. Kapitalbildende Versicherungen, ETF-Sparpläne oder eine eigene GmbH können hier sinnvolle Instrumente sein.
Ein auf Sportler spezialisierter Vermögensberater kennt die Besonderheiten des Profisports: kurze Einkommensfenster, internationale Steuerpflicht, hohe Einkommensschwankungen. Er kann — im Gegensatz zu einem allgemeinen Finanzberater — auch die sportrechtliche und steuerliche Seite eines Vereinswechsels einschätzen.
Wie ähnliche Fragen bei anderen Profis aussehen, zeigt etwa die Situation von Dusan Vlahovic bei Juventus, dessen auslaufender Vertrag grundsätzliche Fragen zur Vermögensplanung von Spitzensportlern aufwirft.
Was Spielerberater und Agenten wissen sollten
Nicht nur der Spieler selbst, auch sein Agent und sein persönliches Umfeld sind von einem Transfer betroffen. Spielerberater erhalten in der Regel eine Provision von fünf bis zehn Prozent der Transfersumme — ein Betrag, der ebenfalls der Besteuerung unterliegt. In Deutschland sind Beratervergütungen an lizenzierte Spielervermittler unter bestimmten Bedingungen abzugsfähig.
Auch die Familie des Spielers sollte frühzeitig einbezogen werden: Bei einem Umzug von Österreich nach Deutschland entstehen Fragen zu Schulen, Krankenkasse, Kfz-Zulassung und Wohnsitzmeldung — die allesamt steuerliche Konsequenzen haben können. Ein ganzheitlicher Ansatz in der Beratung — der neben Steuern auch Sozialversicherung und Lebensplanung umfasst — ist gerade bei internationalen Transfertransaktionen unverzichtbar.
Jetzt handeln: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Viele Profis warten zu lange. Die optimale Zeit für Vermögensplanung ist nicht am Ende der Karriere — sondern während der Hochverdienstphase. Ein Transfer wie jener von Anthony Gordon zu Bayern München ist ein idealer Anlass, die eigene Finanzstrategie auf den Prüfstand zu stellen.
Auf Expert Zoom finden Sie österreichische Vermögensberater mit Erfahrung im Profisport — für eine erste vertrauliche Einschätzung Ihrer Situation, unabhängig davon, ob Sie selbst Profisportler sind oder Familienmitglieder in dieser Situation unterstützen möchten.
Wie für österreichische Trainer ähnliche Überlegungen gelten, zeigt die Situation von Jogi Löw im Ruhestand — auch dort sind internationale Einkünfte und langfristige Vermögensabsicherung die zentralen Herausforderungen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Vermögensberatung. Für konkrete Fragen zur internationalen Steuerplanung wenden Sie sich an einen qualifizierten Steuerberater oder Vermögensberater.

Markus Weber