Vlahovic lässt Juventus zittern: Was Spitzensportler in Vertragspausen über ihr Vermögen wissen müssen

Dušan Vlahović im Nationalteam-Trikot Serbien beim Fußballspiel

Photo : Vux33 / Wikimedia

Markus Markus WeberVermögensberatung
5 Min. Lesezeit 8. Mai 2026

Vlahovic lässt Juventus zittern: Was Spitzensportler in Vertragspausen über ihr Vermögen wissen müssen

Dušan Vlahović lässt die Fußballwelt rätseln. Der serbische Stürmer von Juventus Turin hat seinen Vertrag, der am 30. Juni 2026 ausläuft, noch immer nicht verlängert – und soll laut übereinstimmenden Medienberichten auf ein Angebot von Barcelona oder Bayern München warten. Juventus bietet angeblich rund sechs Millionen Euro pro Saison – etwa die Hälfte seines aktuellen Gehalts. Für Vlahović ist es eine knifflige Entscheidung. Für Finanzberater ist es ein Lehrbuchbeispiel: Was passiert mit dem Vermögen eines Hochverdieners in der unsichersten Phase seiner Karriere?

Die kritische Lücke: Wenn das Gehalt stoppt und kein neuer Vertrag da ist

Vlahović verdient derzeit geschätzt zwölf Millionen Euro pro Saison. Ab 1. Juli 2026 verdient er – wenn kein neuer Vertrag unterzeichnet ist – nichts. Diese Situation, die in der öffentlichen Wahrnehmung als Verhandlungsmacht des Spielers gilt, hat eine finanzielle Kehrseite: Auch Top-Verdiener müssen liquide bleiben, Steuern zahlen und Verpflichtungen erfüllen.

Besonders perfide: Spitzensportler zahlen auf ihre Gehälter oft erhebliche Steuern. In Italien, wo Vlahović spielt, greift der progressive Einkommensteuersatz ab einem bestimmten Betrag. In Spanien (Barcelona) oder Deutschland (Bayern München) wären die steuerlichen Konsequenzen andere. Wer als Profisportler den Klub wechselt, wechselt damit auch häufig sein Steuerdomizil – mit weitreichenden Folgen.

Internationale Steuern: Das unterschätzte Risiko beim Klubwechsel

Ein Profifußballer, der von Italien nach Spanien oder Deutschland wechselt, ist plötzlich in einem anderen Steuersystem. Was er in der Übergangsphase verdient – zum Beispiel Prämien, die noch beim alten Klub anfallen – kann in mehreren Ländern steuerpflichtig sein.

Österreich kennt dieses Phänomen gut: Das österreichische Einkommensteuergesetz regelt in §§ 1 ff., wann eine natürliche Person in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig ist – nämlich dann, wenn sie einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich hat. Ein Sportler, der zwischen zwei Klubs wechselt und dabei kurz in Österreich lebt oder eine Immobilie besitzt, kann schnell in österreichische Steuerpflicht geraten.

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) existieren zwar zwischen den meisten Ländern, aber ihre korrekte Anwendung ist komplex. Ohne spezialisierten Steuerberater oder Vermögensberater können Fehler teuer werden.

Vermögensaufbau im Profisport: Die drei kritischen Fehler

Viele Profisportler verdienen während ihrer Karriere mehrere Millionen Euro – und stehen mit 35 oder 40 Jahren vor finanziellen Problemen. Drei Fehler sind besonders häufig:

1. Gesamtes Vermögen liegt in Immobilien oder einem Club-Investment Sportler neigen dazu, ihr Vermögen in eine Anlageklasse zu konzentrieren – oft Immobilien. Das ist nicht falsch, aber illiquide. Wer in einer Vertragspause rasch Geld braucht, kann eine Immobilie nicht von heute auf morgen verkaufen.

2. Keine Trennung zwischen Persönlichkeit und Vermögen Viele Top-Spieler führen ihre Finanzgeschäfte über persönliche Konten – ohne Gesellschaftsstruktur, ohne Holdinggesellschaft. Das hat steuerliche Nachteile und erhöht das persönliche Haftungsrisiko.

3. Kein Plan für die Zeit nach dem Sport Die Karriere eines Fußballers dauert im Durchschnitt etwa 15 aktive Jahre auf Spitzenebene. Wer mit 18 anfängt, ist mit 33 oft am Ende. Pensionsvorsorge und passive Einkommensquellen müssen frühzeitig aufgebaut werden.

Was ein Vermögensberater in dieser Situation tun würde

In Vlahovićs Situation – Vertragsende, mehrere Interessenten, hohe Gehaltsvorstellungen – würde ein erfahrener Vermögensberater mehrere Dinge gleichzeitig tun:

Liquiditätspuffer sichern: Für mindestens sechs bis zwölf Monate ohne reguläres Einkommen muss die Liquidität gesichert sein – auch für laufende Steuerzahlungen, die sich aus dem Vorjahreseinkommen ergeben.

Steuerliche Szenarien durchrechnen: Welcher Klub und welches Land sind unter Berücksichtigung aller Steuern und Sozialversicherungsabgaben am vorteilhaftesten? Ein Bruttoangebot von 12 Millionen Euro in Spanien kann nach Steuern besser oder schlechter sein als 10 Millionen Euro in Deutschland.

Vertragsstruktur optimieren: Signing Bonus, Grundgehalt, Prämien, Bildrechte – die Struktur eines Sportlervertrags hat große finanzielle Auswirkungen. Gut beraten ist, wer alle Komponenten aus steuerlicher und finanzieller Sicht versteht.

Signing Bonus vs. Gehalt: Die clevere Vertragsstruktur

Ein häufig übersehener Aspekt bei Sportlerverträgen ist die Unterscheidung zwischen Signing Bonus und laufendem Gehalt. Ein Signing Bonus ist eine einmalige Zahlung bei Vertragsabschluss und wird steuerlich oft anders behandelt als monatliche Gehaltsauszahlungen. Je nach Land und Steuerjahr kann eine geschickte Aufteilung zwischen diesen beiden Komponenten Millionenbeträge an Steuern sparen.

Für Vlahović konkret: Wenn er im Sommer 2026 zu einem neuen Klub wechselt, könnte ein hoher Signing Bonus – etwa in Höhe von mehreren Millionen Euro – attraktiver sein als ein gleichwertig hohes Monatsgehalt über die Vertragslaufzeit. Grund: Der Signing Bonus fällt im Beitrittsjahr an, das möglicherweise noch Übergangsstatus im Steuersystem des Zieldlands hat.

Auch die Vermarktungsrechte (Bildrechte, Werbeeinnahmen, Social Media) spielen eine Rolle. Viele Topstars wie Ronaldo oder Messi haben diese Einnahmeströme über externe Gesellschaften strukturiert, um steuerliche Effizienz zu erreichen. Was in der Vergangenheit teilweise zu rechtlichen Problemen geführt hat, ist in korrekt strukturierter Form vollkommen legal – und für einen Spieler vom Kaliber Vlahovićs sicher ein Thema.

Was österreichische Anleger vom Profi-Fußball lernen können

Das Beispiel Vlahović lässt sich auf eine Grundregel der Vermögensplanung herunterbrechen, die für alle gilt: Wer hohe Einkommen in einer begrenzten Zeit erzielt, muss diese Phase optimal nutzen.

Das gilt für Profifußballer mit Millionengehältern – aber auch für Unternehmer, die ihren Betrieb nach zwanzig Jahren verkaufen, für Ärzte in den Hocheinkommensjahren oder für Freelancer mit schwankendem Einkommen. Die Fragen sind dieselben:

  • Wie viel muss ich monatlich investieren, um in zwanzig Jahren von passivem Einkommen leben zu können?
  • Welche Anlageklassen passen zu meinem Risikoprofil und meinem Zeithorizont?
  • Wie vermeide ich Klumpenrisiken?
  • Wann lohnt sich eine Holdinggesellschaft für die steueroptimierte Thesaurierung von Gewinnen?

Ein Vermögensberater beantwortet diese Fragen nicht pauschal, sondern maßgeschneidert für die individuelle Lebenssituation. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem Finanzproduktverkäufer.

Österreichische Sportler als Referenz

Was für Vlahović gilt, gilt in kleinerem Maßstab auch für österreichische Profisportler. Ski-Olympioniken, Fußballer in der Bundesliga, Tennisprofis – alle stehen irgendwann vor der Frage: Was mache ich mit dem Geld, das ich in relativ kurzer Zeit verdiene?

Wie Benjamin Karl nach seinem Olympia-Gold gezeigt hat, stehen auch österreichische Spitzensportler vor denselben Fragen der finanziellen Absicherung nach dem Karriereende. In Österreich gibt es gut ausgebildete Vermögensberater, die sich auf die spezifischen Bedürfnisse von Sportlern spezialisiert haben: Kurzkarrieren, Spitzengehälter, internationale Einkommen, frühe Pensionierungen. Wer frühzeitig in die Planung einsteigt – idealerweise beim ersten Profivertrag –, ist im Alter besser gestellt.

Auf Expert Zoom finden Sie Vermögensberaterinnen und -berater in Österreich, die auf sportlergerechte Finanzplanung und internationale Steueroptimierung spezialisiert sind.


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung.

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