Dancing-Stars-Traumpaar sagt Ja
Am 21. Mai 2026 heirateten der Profitänzer und Rennfahrer Danilo Campisi (38) und Businessfrau Corinna Kamper (31) in der Steiermark. Genau drei Jahre nach dem Finale der ORF-Tanzshow "Dancing Stars" gaben die beiden ihr Eheversprechen. Dompfarrer Toni Faber traute das Paar im kleinen Kreis von Familie und Freunden. Danilo sagte "Ja", Corinna antwortete mit "Sì" - eine Reminiszenz an seine italienischen Wurzeln.
Das Motto der Feier lautete "I colori dell'amore" - die Farben der Liebe. Die Hochzeitsringe schmiedeten Corinna und Danilo selbst. Diese romantische Zeremonie ist mehr als ein Society-Ereignis: Sie wirft Fragen auf, die jedes österreichische Paar vor dem Gang zum Standesamt klären sollte.
1. Namenswahl: Wer bekommt welchen Namen?
Die symbolische Geste von Danilo und Corinna - "Ja" und "Sì" - zeigt: Kulturelle Identität spielt bei Hochzeiten eine große Rolle. Doch welchen Namen tragen die beiden rechtlich?
In Österreich haben Ehepaare folgende Optionen:
Gemeinsamer Familienname: Entweder der Name eines Partners wird zum Ehenamen, oder einer der Partner nimmt einen Doppelnamen an. Welcher Name gemeinsamer Ehename wird, entscheiden beide Partner gemeinsam.
Beibehaltung beider Nachnamen: Jeder Partner behält seinen Geburtsnamen. Es gibt keinen gemeinsamen Ehenamen. Diese Variante ist in Österreich weit verbreitet.
Kombination: Ein Partner kann den Namen des anderen annehmen und trotzdem einen Doppelnamen führen.
Die Namensentscheidung muss bei der Heirat oder spätestens innerhalb eines Jahres beim Standesamt erklärt werden. Eine nachträgliche Änderung ist aufwendiger und mit Kosten verbunden.
2. Güterrecht: Was gehört nach der Hochzeit wem?
In Österreich gilt das gesetzliche Gütertrennungsprinzip. Das bedeutet: Jeder Ehepartner bleibt Eigentümer seines Vermögens. Was vor der Ehe erworben wurde, bleibt das Eigentum des jeweiligen Partners.
Im Fall einer Scheidung greift jedoch § 82 Ehegesetz. Grundsätzlich gilt: Alles, was während der Ehe gemeinsam angeschafft oder aufgebaut wurde, wird im Scheidungsfall aufgeteilt - unabhängig davon, wer formal Eigentümer war. Das betrifft auch Ersparnisse und Unternehmensgewinne aus der Ehezeit.
Wer klare Regelungen möchte, schließt einen Ehevertrag ab. Dieser kann vor oder nach der Heirat beim Notar beurkundet werden.
3. Internationale Ehen: Welches Recht gilt?
Bei Paaren mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund wie Danilo (mit italienischen Wurzeln) und Corinna stellt sich die Frage, welches Recht im Streitfall gilt.
Für in Österreich geschlossene Ehen gilt österreichisches Recht, solange beide Partner in Österreich wohnen. Wenn ein Partner ins Ausland zieht oder ein Partner ausländischer Staatsbürger ist, können internationale Kollisionsnormen relevant werden.
Im Erbfall richtet sich das anwendbare Recht nach dem gewöhnlichen Aufenthaltsort zum Todeszeitpunkt. Bei Paaren mit Bezügen zu mehreren Ländern ist rechtliche Beratung besonders wichtig. Die EU-Erbrechtsverordnung (EU 650/2012) regelt, welches nationale Recht bei grenzüberschreitenden Erbfällen Anwendung findet.
4. Heiratsformalia: Was das Standesamt verlangt
Wer in Österreich heiraten will, muss beim zuständigen Standesamt eine Reihe von Dokumenten einreichen. Dazu gehören:
- Geburtsurkunden beider Partner
- Lichtbildausweis (Reisepass oder Personalausweis)
- Staatsbürgerschaftsnachweis
- Bei ausländischen Partnern: Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland
- Bei Geschiedenen: rechtskräftiges Scheidungsurteil
Die Anmeldefrist variiert je nach Standesamt, beträgt in der Regel mehrere Wochen. Wer eine Hochzeitsfeier plant, sollte frühzeitig einen Termin vereinbaren. Alle relevanten Informationen zu Partnerschaft und Heirat in Österreich bietet oesterreich.gv.at.
5. Ehevertrag: Nicht nur für Prominente sinnvoll
Ein Ehevertrag ist nicht dem Showbusiness vorbehalten. Wie das Beispiel der stillen Hochzeit von Marcel Hirscher zeigt, greifen auch Sportler und Unternehmer zu diesem rechtlichen Instrument.
Ein Ehevertrag kann folgende Bereiche regeln:
Vermögenstrennung: Klare Festlegung, was bei einer Trennung wem gehört. Besonders relevant für Partner, die eigene Unternehmen oder Immobilien in die Ehe mitbringen.
Unterhaltsvereinbarungen: Gegenseitige Unterhaltspflichten können im Voraus geregelt werden. Das schafft Klarheit und verhindert kostspielige Gerichtsverfahren.
Schutz von Unternehmensbeteiligungen: Ohne Ehevertrag kann eine Scheidung eine Unternehmensaufteilung erzwingen. Ein Ehevertrag schützt das Lebenswerk.
Schuldenregelung: Wer haftet für welche Verbindlichkeiten? Besonders wichtig, wenn ein Partner selbständig ist.
Unterhalt und Erbrecht: Was nach der Hochzeit noch wichtig ist
Neben Namensrecht und Güterrecht gibt es zwei weitere Bereiche, die Ehepaare oft unterschätzen:
Unterhalt: In Österreich besteht zwischen Ehepartnern eine gegenseitige Unterhaltspflicht nach § 94 ABGB. Wer seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann, hat Anspruch auf angemessenen Unterhalt vom anderen Ehepartner. Das gilt auch bei unterschiedlichem Einkommen. Wer genau weiß, was im Trennungsfall zu erwarten ist, kann im Vorhinein eine faire Regelung treffen.
Erbrecht: Verheiratete Partner haben in Österreich ein gesetzliches Erbrecht, auch ohne Testament. Laut § 757 ABGB erbt der überlebende Ehegatte je nach Familiensituation zwischen einem Drittel und der Hälfte des Nachlasses. Wer über ein Testament sicherstellen will, dass der Partner mehr oder weniger erhält, muss das schriftlich und rechtskonform festhalten.
Bei internationalen Paaren wie Corinna und Danilo gilt zudem die EU-Erbrechtsverordnung (Verordnung EU 650/2012). Sie legt fest, welches nationale Erbrecht angewendet wird, wenn der Erblasser in einem anderen EU-Mitgliedsstaat seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.
Wann hilft ein Familienrechtsanwalt?
Ob Fragen zum Güterrecht, zum Ehenamen oder zur Scheidungsfolgenvereinbarung: Das Eherecht in Österreich ist komplex. Ein Rechtsanwalt oder Notar kann:
- Einen rechtssicheren Ehevertrag aufsetzen und beurkunden
- Bei internationalen Ehen Zuständigkeitsfragen klären
- Im Trennungsfall die Vermögensaufteilung verhandeln und begleiten
- Beim Erbrecht grenzüberschreitende Regelungen erklären
Auf Expert Zoom finden Sie spezialisierte Familienrechtsanwälte in Österreich. Gerade bei internationalen Bezügen oder wenn Vermögen, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen im Spiel sind, lohnt eine frühzeitige Beratung.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Anna Weber