Ruud scheitert im Achtelfinale: Was 61,7 Millionen Euro Preisgeld über Finanzplanung im Profisport verraten

Casper Ruud beim ATP 500 Basel 2025 auf dem Tennisplatz, CC BY-SA 4.0 Skyscraper2010

Photo : Skyscraper2010 / Wikimedia

Markus Markus WeberVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 1. Juni 2026

Am 31. Mai 2026 schied Casper Ruud im Achtelfinale von Roland Garros aus: Der Norweger unterlag dem Brasilianer João Fonseca mit 5:7, 6:7(8), 7:5 und 2:6. Dennoch nimmt Ruud aus dem Turnier erhebliches Preisgeld mit – aus einem Topf, der laut offiziellen Roland-Garros-Angaben in diesem Jahr 61,7 Millionen Euro umfasst.

Roland Garros 2026: Das steckt hinter den Zahlen

Das French Open 2026 (18. Mai bis 7. Juni in Paris) schüttet insgesamt 61,7 Millionen Euro aus – ein Anstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Tennismagazin berichtete. Wer das Turnier gewinnt, kassiert 2,8 Millionen Euro. Finalistinnen und Finalisten erhalten 1,3 Millionen Euro. Bereits die erste Runde bringt 87.000 Euro pro Spielerin oder Spieler.

Ruud hat das Achtelfinale (Runde der letzten 16) erreicht und verdient damit deutlich mehr als den Erstrunden-Betrag. Branchenmedien schätzen die Achtelfinale-Prämie auf rund 300.000 bis 400.000 Euro.

Ruuds Geschichte bei Roland Garros

Für Casper Ruud ist Roland Garros kein unbekanntes Terrain. 2022 stand er im Finale und verlor gegen Rafael Nadal. 2023 kämpfte er sich erneut ins Finale vor, diesmal gegen Novak Djokovic. Beide Male blieb er ohne Titel.

2026 war das Turnier früher beendet als erhofft. Sein Bezwinger im Achtelfinale: der 21-jährige João Fonseca, der gerade zu einer der aufregendsten Tennisüberraschungen des Jahres avanciert. Ruud selbst nannte seine Niederlage in einem Interview nach dem Match „unglücklich", kommentierte aber auch eine strittige Schiedsrichterentscheidung.

Was Profisportler mit Preisgeld wirklich tun müssen

Ein Preisgeld von mehreren Hunderttausend Euro klingt nach einem sorgenfreien Leben. Die Realität für Profisportler sieht meist anders aus: Die Karriere ist kurz, die Ausgaben hoch, und das Steuerrecht in mehreren Ländern gleichzeitig relevant.

Für Tennisspieler entstehen steuerliche Pflichten oft in jedem Land, in dem sie antreten. Wer in Österreich wohnhaft ist oder seinen Hauptwohnsitz hat, unterliegt der österreichischen Einkommensteuer auf sein weltweites Einkommen. Das gilt auch für Preisgelder aus dem Ausland.

Hinzu kommen: hohe Turnierkosten (Trainer, Reisen, Ausrüstung), Sozialversicherungsbeiträge und der Aufbau einer privaten Altersvorsorge. Anders als Angestellte haben Profisportler keine betriebliche Pensionskasse – sie müssen selbst vorsorgen.

Das Dreisäulen-Prinzip für Sportler-Finanzen

Vermögensberater empfehlen Profisportlern häufig ein Modell mit drei Säulen:

  1. Liquiditätsreserve: Mindestens 12 bis 24 Monatseinkommen als Puffer für Verletzungen, Formtiefs oder das Karriereende.
  2. Mittelfristige Investitionen: Diversifizierte Kapitalanlagen wie Fonds, Immobilien oder Anleihen, die auch nach dem Karriereende Erträge liefern.
  3. Altersvorsorge: In Österreich kombinieren viele Sportler staatliche Pensionsversicherung, private Lebensversicherungen und Wertpapierdepots.

Das Problem vieler junger Sportler: Der Durchbruch kommt früh, das Finanzwissen kommt oft zu spät. Ein Tennisspieler, der mit 22 Jahren sein erstes Grand-Slam-Preisgeld kassiert, braucht denselben Überblick über Steuern und Vorsorge wie ein Unternehmer.

Wie Steuern das Preisgeld beeinflussen

In Österreich gilt für Einnahmen aus selbstständiger sportlicher Tätigkeit der progressive Einkommensteuertarif. Bei einem Jahreseinkommen über 1 Million Euro beträgt der Steuersatz 55 Prozent – ein Wert, der für Grand-Slam-Finalisten schnell relevant wird.

Hinzu kommen Quellensteuerabzüge im Ausland: In Frankreich kann ein Teil des Preisgeldes direkt einbehalten werden, bevor es den Spieler erreicht. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Frankreich ermöglichen hier in vielen Fällen eine Anrechnung – was im Detail jedoch steuerrechtliche Expertise erfordert.

Informationen zur österreichischen Einkommensteuer für Selbstständige und internationale Einkünfte stellt das Bundesministerium für Finanzen bereit.

Was Ruuds Karriere für Privatpersonen lehrt

Casper Ruud hat laut ATP-Statistiken bereits mehrere Millionen Euro an Preisgeldern verdient. Wie er dieses Vermögen anlegt, ist nicht öffentlich bekannt. Klar ist: Wer früh auf professionelle Beratung setzt, hat langfristig entscheidende Vorteile.

Das gilt auch für österreichische Profisportler auf nationaler Ebene. Wie der Fall Rodionov bei Roland Garros 2026 zeigt, kann die Karriereplanung durch kluge Finanzentscheidungen erheblich gestärkt werden – auch wenn man nicht im Finale steht.

Für Privatpersonen mit schwankenden Einkünften – Freiberufler, Unternehmer, Selbstständige – gelten ähnliche Prinzipien: Projekteinnahmen oder Boni sind keine verlässliche Basis für dauerhafte Ausgaben. Professionelle Finanzberatung hilft, den Überblick zu behalten und langfristig vorzusorgen.

Was nach einem Turnier wichtig ist

Egal ob Profisportler oder Privatperson: Wer Einnahmen aus Auslandsquellen bezieht, sollte zeitnah klären, welche Steuerverbindlichkeiten in welchem Land entstehen, welche Doppelbesteuerungsabkommen gelten und wie man den Aufbau einer privaten Vorsorge systematisch plant.

Frühzeitige Beratung durch einen Vermögensberater oder Steuerberater kann verhindern, dass Preisgeld oder Projekteinnahmen ungewollt in der Steuernachzahlung verschwinden. Auf Expert Zoom finden Sie spezialisierte Vermögensberater, die diskret und lösungsorientiert arbeiten.

Was Roland Garros 2026 über die Zukunft des Profisports sagt

Das Gesamtpreisgeld von 61,7 Millionen Euro bei Roland Garros 2026 ist nicht nur eine Zahl. Es ist ein Zeichen dafür, dass Profisport weltweit zum Hochfinanz-Geschäft geworden ist. Die Spielerinnen und Spieler der Weltspitze verdienen in wenigen Wochen mehr als die meisten Menschen in einem ganzen Berufsleben.

Das stellt hohe Anforderungen an die finanzielle Kompetenz junger Athleten – und an die Profis, die sie beraten. In Österreich ist das Bewusstsein für professionelle Vermögensverwaltung in den letzten Jahren gestiegen, insbesondere bei Selbstständigen und Menschen mit unregelmäßigen Einnahmen.

Die Lehre aus Ruuds Weg durch Roland Garros: Ein Viertelfinal-Aus ist kein finanzielles Ende. Es ist ein Moment, der zeigt, wie gut der eigene Plan für die Zeit danach aufgestellt ist. Wer heute vorsorgt, bleibt auch nach dem letzten Match auf der sicheren Seite.

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