Am 12. März 2026 erschien das neue Buch von Ulrike Herrmann: „Geld als Waffe – Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet". Die taz-Wirtschaftskorrespondentin, bekannt durch ihren SPIEGEL-Bestseller „Das Ende des Kapitalismus", war am 24. März 2026 Gast bei Sandra Maischberger in der ARD. Ihr Kernthema trifft einen Nerv: Wie verändert eine Kriegswirtschaft die persönlichen Finanzen – und was müssen Sparer jetzt tun?
Was sagt Ulrike Herrmann in ihrem neuen Buch?
Herrmann analysiert in „Geld als Waffe", warum wirtschaftliche Faktoren über Krieg und Frieden entscheiden – und warum Europa in einer strukturell neuen Phase der Unsicherheit angelangt ist. Sie zeigt, wie Russlands Wirtschaftsmodell permanente Konflikte wahrscheinlicher macht und wie Chinas wirtschaftliche Sackgasse Xi Jinping zur Aggression gegenüber Taiwan treibt.
Die Wirtschaftsjournalistin argumentiert, dass Rüstungsausgaben keine Ausnahmesituation mehr sind, sondern struktureller Bestandteil europäischer Volkswirtschaften werden. Die Bundesregierung hat für 2026 und die Folgejahre massive Erhöhungen der Verteidigungsausgaben beschlossen – mit direkten Auswirkungen auf Staatshaushalt, Zinsen und Inflation.
Bei der Buchmesse Leipzig 2026 diskutierte Herrmann, ob Geld tatsächlich als geopolitische Waffe eingesetzt werden kann – etwa durch Sanktionen, Währungsmanipulationen und Kapitalkontrollen. Die Antwort: Ja, und das hat Konsequenzen für jeden Anleger.
Warum eine Kriegswirtschaft Ihre Ersparnisse betrifft
Für private Haushalte stellen sich konkrete Fragen: Was passiert mit dem Kaufkraftverlust, wenn Staatsausgaben für Rüstung steigen? Welche Anlageklassen profitieren, welche verlieren?
Inflation und Staatsausgaben: Höhere Verteidigungsausgaben finanziert der Staat durch Schulden oder Steuererhöhungen. Beides wirkt inflationär. Die Europäische Zentralbank hielt den Leitzins im ersten Quartal 2026 bei 2,5 %, aber Analysten des Instituts für Weltwirtschaft Kiel prognostizieren, dass Rüstungskonjunktur und Energiepreisentwicklung den Inflationsdruck bis 2027 wieder auf über 3 % treiben könnten.
Anleihen und Zinsen: Steigende Staatsschulden durch Rüstungsausgaben erhöhen die Refinanzierungskosten. Bundestag und Bundesrat haben im März 2025 die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben über 1 % des BIP gelockert. Für Inhaber von Bundesanleihen bedeutet das: Die Zeiten extrem niedriger Zinsen sind endgültig vorbei.
Aktienmärkte: Der Rüstungssektor entwickelte sich 2025 und Anfang 2026 deutlich überdurchschnittlich. Klassische defensive Sektoren wie Versorger und Konsumgüter entwickeln sich hingegen in einem Hochzinsumfeld schwächer.
Was empfehlen Vermögensberater aktuell?
Angesichts dieser strukturellen Verschiebungen überprüfen viele Anleger ihre Portfolios. Ein Vermögensberater kann helfen, die eigene Situation einzuordnen. Einige zentrale Überlegungen:
Diversifikation nach Anlageklassen. In einem Umfeld mit höherer geopolitischer Unsicherheit gewinnen reale Werte – Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle – an Bedeutung gegenüber nominalen Forderungen wie Sparbüchern oder Tagesgeld.
Überprüfung der Altersvorsorge. Wer überwiegend in konservative Rentenpapiere investiert, verliert real an Kaufkraft, wenn die Inflation steigt. Das Bundesfinanzministerium hat mit dem Altersvorsorgedepot 2026 neue steuerliche Anreize für fondsgebundene Altersvorsorge eingeführt – ein Instrument, das in der aktuellen Lage besonders relevant wird.
Währungsrisiken. Herrmann beschreibt, wie Währungen als geopolitische Waffe eingesetzt werden. Für Anleger mit Exposure in US-Dollar oder asiatischen Währungen empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung der Währungsrisiken.
Liquiditätsreserve erhöhen. In Krisenszenarien – auch wirtschaftlichen – kann Liquidität knapp werden. Fachleute empfehlen mindestens drei bis sechs Monatsgehälter als sofort verfügbare Reserve.
Sanktionen als Instrument: Was bedeutet „Geld als Waffe" konkret?
Ein zentrales Argument des Buches ist, dass wirtschaftliche Sanktionen – Exportverbote, Einfrieren von Auslandsvermögen, Ausschluss aus dem SWIFT-System – heute wichtigere Waffen sind als klassische Militärgewalt. Das hat Herrmann am Beispiel Russlands nach 2022 gezeigt: Trotz massiver Sanktionen des Westens hat die russische Wirtschaft sich als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet, weil die Rohstoffabhängigkeit des Westens begrenzte Spielräume ließ.
Diese Erkenntnis ist für deutsche Anleger relevant: Wer in globalen Aktienindizes investiert ist, ist auch in Unternehmen investiert, die in geopolitisch sensiblen Regionen tätig sind. Ein Krieg um Taiwan, eine Eskalation im Nahen Osten oder neue Sanktionsspielen können Lieferketten sprengen und Unternehmensgewinne drastisch schmälern.
Das Altersvorsorgedepot 2026, das das Bundesfinanzministerium eingeführt hat, bietet zwar steuerliche Anreize – aber eine steueroptimierte Anlage schützt nicht automatisch vor geopolitischen Risiken. Ein Vermögensberater kann helfen, die richtige Balance zwischen Renditeerwartung und Risikoabsicherung zu finden.
Was können Sie jetzt konkret tun?
Herrmanns Buch ist keine Anlageberatung – es ist eine politisch-ökonomische Analyse. Aber es stellt Fragen, die jeden Sparer und Anleger betreffen: Ist meine Altersvorsorge gegen Inflation geschützt? Bin ich zu stark in einem einzigen Land oder einer einzigen Anlageklasse investiert? Verstehe ich, wie geopolitische Entwicklungen mein Depot beeinflussen?
Konkrete erste Schritte: Überprüfen Sie, wie viel Ihres Portfolios in US-amerikanische Technologiewerte und Rüstungsunternehmen investiert ist. Beides hat sich 2025 stark entwickelt – und beides ist volatil. Klären Sie, ob Ihre Altersvorsorge ausreichend inflationsgeschützt ist, zum Beispiel durch inflationsindexierte Anleihen oder Sachwerte. Und sprechen Sie mit einem Vermögensberater über Szenarien, die für Ihr individuelles Profil relevant sind.
Ein Vermögensberater kann diese Fragen systematisch durchgehen und eine individuelle Strategie entwickeln. Das gilt besonders für Menschen, die in den nächsten 10 bis 15 Jahren in Rente gehen wollen oder größere Vermögen verwalten.
Für einen ersten Überblick über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen empfiehlt sich die Konjunkturprognose des Bundeswirtschaftsministeriums, die regelmäßig aktualisiert wird.
Fazit: Geopolitik ist keine abstrakte Angelegenheit mehr
Ulrike Herrmann hat mit „Geld als Waffe" einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftspolitischen Debatte in Deutschland geleistet. Für Privatanleger bedeutet das Buch vor allem einen Weckruf: Die Zeiten, in denen man Altersvorsorge einmal einrichten und vergessen konnte, sind vorbei. Wer sein Vermögen in einem geopolitisch turbulenten Umfeld schützen will, braucht eine aktive und gut beratene Strategie.
Ein qualifizierter Vermögensberater bei Expert Zoom kann mit Ihnen gemeinsam analysieren, wie Ihre aktuelle Vermögensaufstellung auf die beschriebenen Risiken reagiert – und welche Anpassungen sinnvoll sein könnten.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen sollten stets in Abstimmung mit einem zugelassenen Vermögensberater getroffen werden.
