Sarah Jessica Parker und And Just Like That: Was Frauen über die Gesundheit ab 60 wissen sollten

Sarah Jessica Parker bei einem öffentlichen Auftritt, bekannt für ihre Rolle in And Just Like That

Photo : Greg2600 / Wikimedia

Lena Lena MeyerGesundheit
4 Min. Lesezeit 30. April 2026

Sarah Jessica Parker feiert 2026 mit der neuen Staffel von „And Just Like That..." ein kulturelles Comeback, das weit über Mode und Nostalgie hinausgeht. Mit 61 Jahren steht sie für eine Generation von Frauen, die älter werden – ohne dabei unsichtbar zu werden. Doch während Millionen Zuschauerinnen gespannt auf die nächste Episode warten, stellt sich eine wichtige Frage: Was wissen Frauen ab 60 wirklich über ihre eigene Gesundheit?

„And Just Like That" als Spiegel einer Generation

Die Serie hat seit ihrer Rückkehr 2021 nicht nur Fans begeistert – sie hat auch Debatten angestoßen, die lange überfällig waren: über das Altern von Frauen, über Gesundheit in den Wechseljahren, über soziale Isolation und über den Umgang mit Verlust. Carrie Bradshaw hat aufgehört, nur eine Figur zu sein. Sie ist zum Sprachrohr einer Generation geworden, die jahrzehntelang in der Gesundheitsversorgung systematisch unterrepräsentiert war.

Denn während Männergesundheit in der Medizin lange als Standard galt, wurden Frauen über 50 in klinischen Studien häufig ausgeschlossen oder unterrepräsentiert. Das ändert sich gerade – aber viel zu langsam.

Was Ärztinnen und Ärzte Frauen ab 60 empfehlen

Frauen ab 60 stehen vor einer Reihe gesundheitlicher Veränderungen, die spezifische ärztliche Aufmerksamkeit erfordern. Die gute Nachricht: Wer frühzeitig handelt, kann viele Risiken deutlich reduzieren.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: das unterschätzte Risiko

Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland – doch viele denken dabei zuerst an Männer. Nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was den Schutz vor Arteriosklerose reduziert. Frauen ab 60 sollten regelmäßig Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker kontrollieren lassen. Warnsignale eines Herzinfarkts unterscheiden sich bei Frauen häufig von den klassischen Symptomen: Erschöpfung, Übelkeit und Rückenschmerzen stehen oft im Vordergrund.

Osteoporose: stille Gefahr für die Knochen

Mit dem Rückgang der Östrogenwerte sinkt die Knochendichte. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist Osteoporose eine der häufigsten Erkrankungen im Alter, betrifft jedoch Frauen deutlich häufiger als Männer. Eine Knochendichtemessung (DXA) ab dem 60. Lebensjahr ist empfehlenswert, besonders bei familiärer Vorbelastung, Untergewicht oder langjährigem Raucherstatus.

Schilddrüsenfunktion: oft übersehen

Schilddrüsenerkrankungen sind bei Frauen vier- bis achtmal häufiger als bei Männern und nehmen mit dem Alter zu. Erschöpfung, Gewichtszunahme, Kältegefühl oder Gedächtnisprobleme werden oft dem Alter zugeschrieben – dabei können sie auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Ein einfacher Bluttest schafft Klarheit.

Mentale Gesundheit und soziale Verbundenheit

„And Just Like That" zeigt eindrücklich, wie Verlust, Trauer und Veränderungen das emotionale Wohlbefinden prägen. Soziale Isolation ist ein ernstzunehmender Risikofaktor für kognitiven Abbau und Depression im Alter. Studien belegen: Menschen mit starken sozialen Netzwerken haben nicht nur eine höhere Lebenserwartung, sondern auch eine bessere kognitive Gesundheit bis ins hohe Alter.

Drei Untersuchungen, die jede Frau ab 60 kennen sollte

  1. Mammografie: In Deutschland haben Frauen zwischen 50 und 75 Anspruch auf eine kostenlose Mammografie alle zwei Jahre – unabhängig von Beschwerden. Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

  2. Darmkrebsvorsorge: Ab 55 wird eine Darmspiegelung empfohlen. Darmkrebs ist gut heilbar, wenn er früh erkannt wird – und oft vollständig symptomlos im Frühstadium.

  3. Augenuntersuchung: Grauer Star (Katarakt) und Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) sind ab 60 deutlich häufiger. Ein jährlicher Augenarzttermin kann die Sehkraft langfristig schützen.

Warum das Gespräch mit einem Spezialisten entscheidend ist

Viele Frauen verlassen sich auf allgemeine Ratschläge aus dem Internet oder dem Bekanntenkreis – dabei ist die individuelle gesundheitliche Situation ab 60 hochgradig persönlich. Was für eine Freundin stimmt, muss für Sie nicht gelten. Familiengeschichte, Hormonstatus, Medikamente und Lebensstil spielen alle eine Rolle.

Eine Ärztin oder ein Arzt kann im persönlichen Gespräch:

  • Individuelle Risikofaktoren beurteilen und gezielte Vorsorgeuntersuchungen empfehlen
  • Symptome einordnen, die Sie schon länger beschäftigen, aber nie ernst genommen haben
  • Hormonsensitive Themen wie Hormonersatztherapie (HRT) fundiert besprechen – ein Bereich, in dem es in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gibt
  • Medikamentenwechselwirkungen prüfen, die mit dem Alter häufiger werden

Auf Expert Zoom finden Sie Ärztinnen und Ärzte, die auf Frauengesundheit und Geriatrie spezialisiert sind – und mit denen Sie solche Fragen offen besprechen können, ohne wochenlang auf einen Termin warten zu müssen.

Der „SJP-Effekt": Sichtbarkeit als Heilmittel

Sarah Jessica Parker spricht offen über das Altern, über das Tragen von flachen Schuhen, über den Verlust eines Freundes und über den Umgang mit einem veränderten Körper. Diese Sichtbarkeit ist gesundheitspolitisch relevant: Wenn Frauen sich repräsentiert fühlen, suchen sie häufiger medizinischen Rat und sprechen offener über Symptome.

In einer Gesellschaft, in der das Altern von Frauen lange tabuisiert wurde, ist eine Serie wie „And Just Like That" mehr als Unterhaltung. Sie ist eine Einladung, das eigene Wohlbefinden ernst zu nehmen – und aktiv für die eigene Gesundheit zu handeln.

Was Sie jetzt tun können

Sie müssen nicht auf die nächste Staffel warten, um Prioritäten zu setzen. Prüfen Sie:

  • Wann haben Sie zuletzt einen Vorsorgetermin wahrgenommen?
  • Gibt es Symptome, die Sie ignorieren oder als „normal für das Alter" abtun?
  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Lebensqualität?

Gesundheit ab 60 ist kein Rückzugsgefecht. Es ist eine aktive Entscheidung – die Sie jeden Tag neu treffen können.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

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