Rudi Völler beim WM-Achtelfinale: Was sein Karriereweg über Vermögensplanung für Profisportler verrät

Rudi Völler, DFB-Sportdirektor, bei einem offiziellen Auftritt

Photo : 9EkieraM1 / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 29. Juni 2026

Rudi Völler schwört das DFB-Team am 28. Juni 2026 auf das WM-Achtelfinale gegen Paraguay ein – und er gibt sich dabei ungewöhnlich gelassen. „Ich bin vollkommen beruhigt und entspannt", sagt der DFB-Sportdirektor bei der Pressekonferenz in Winston-Salem. Der Grund für seine Ruhe könnte auch ein historischer sein: Völler hat genau dieses Duell bereits gewonnen. Im Jahr 2002 führte er als Teamchef Deutschland gegen Paraguay in das Achtelfinale – und siegte 1:0. Jetzt, 24 Jahre später, steht er wieder auf der anderen Seite der Trainerbank.

Doch Völlers Geschichte ist mehr als ein Déjà-vu im WM-Turnier. Sie ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ein ehemaliger Profisportler seinen Lebenslauf nach der aktiven Karriere strukturiert – und finanziell absichert.

Vom WM-Torjäger zum DFB-Sportdirektor: 40 Jahre im Dienst des Fußballs

Rudi Völler bestritt zwischen 1982 und 1994 genau 90 Länderspiele für Deutschland. Er war einer der gefragtesten Stürmer Europas – WM-Sieger 1990 in Italien, WM-Finalist 1986 in Mexiko, EM-Finalist 1992 in Schweden. Als Vereinsspieler verdiente er bei Lazio Rom, Olympique Marseille und AS Roma über viele Jahre auf höchstem Niveau.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere folgte der Übergang ins Management. Von 2000 bis 2004 war er DFB-Teamchef – und führte Deutschland 2002 bis in das WM-Finale in Yokohama. Es war genau das Achtelfinale gegen Paraguay, in dem die damalige Erfolgsgeschichte begann.

Danach folgte eine Phase abseits der Nationalmannschaft. Völler arbeitete im Vereinsfußball, hielt sich aus dem großen Rampenlicht des DFB heraus – bis Februar 2023. Da kehrte er als Sportdirektor zurück, zunächst bis zur WM 2026 verpflichtet. Im April 2025 verlängerte der DFB-Aufsichtsrat seinen Vertrag einstimmig bis zur UEFA EURO 2028 in Großbritannien und Irland. DFB-Präsident Bernd Neuendorf nannte ihn einen „ganz wichtigen Baustein" für die Rückkehr des DFB-Teams zu internationalem Ansehen nach drei enttäuschenden Turnieren.

Die stille Herausforderung nach der Karriere

Was Völlers Weg auszeichnet: Er hat offensichtlich den größten Fallstrick des Profisports vermieden – den abrupten Übergang vom Spitzengehalt zur Einkommenslosigkeit ohne Plan.

Profisportler stehen vor einem besonderen finanziellen Paradox. Ihre Hochverdienstphase endet meist mit Mitte 30. Während andere Berufsgruppen dann mitten in ihrer Karriere stehen, beginnt für Sportler die entscheidende Frage: Was kommt danach? Wer in der aktiven Phase nicht vorgesorgt hat – durch kluge Investitionen, Altersvorsorge und steuerliche Planung –, kann selbst nach einem Jahrzehnt als Topverdiener in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Fälle aus dem internationalen Profisport zeigen immer wieder: Reichtum während der aktiven Karriere bedeutet nicht automatisch finanzielle Sicherheit danach. Schlechte Investments, fehlende Rentenvorsorge und ein unveränderter Lebensstandard nach dem Karriereende können auch große Vermögen innerhalb weniger Jahre aufzehren. Völler, der nun mit 65 Jahren auf höchstem Niveau arbeitet und seinen DFB-Vertrag bis 2028 verlängert hat, steht für ein anderes Modell: strukturierte Karriereentwicklung mit langfristiger Perspektive.

Was Profisportler von einem Vermögensberater erwarten können

Ein auf Sportler und Hochverdiener spezialisierter Vermögensberater denkt in Zeiträumen, die weit über das Ende des letzten Vertrages hinausgehen. Zu den wichtigsten Leistungsbereichen gehören:

Steuerliche Optimierung: In Deutschland unterliegen Spitzeneinkommen schnell dem Steuerhöchstsatz von 45 Prozent. Durch gezielte Nutzung von Vorsorgeaufwendungen, steuerlich geförderten Anlageformen und strukturierter Einkommensverteilung lässt sich die Steuerlast legal und erheblich reduzieren.

Aufbau passiver Einkommensquellen: Immobilien, Aktienfonds oder unternehmerische Beteiligungen sorgen auch dann für Erträge, wenn die Spielergehälter längst Geschichte sind. Profis, die frühzeitig diversifizieren, sind im Karriereübergang deutlich besser aufgestellt als jene, die ihr Kapital konzentriert lassen.

Private Altersvorsorge: Die gesetzliche Rentenversicherung reicht für ehemalige Spitzenverdiener selten aus. Rürup-Renten, betriebliche Altersvorsorgemodelle oder private Rentenversicherungen schließen die Versorgungslücke. Wichtig dabei: früh anfangen, denn der Zinseszinseffekt braucht Zeit.

Schutz vor unseriösen Investmentangeboten: Ex-Sportler mit bekannten Namen werden häufig mit zweifelhaften Anlagevorschlägen konfrontiert. Ein unabhängiger, regulierter Berater bietet hier wichtigen Schutz. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) empfiehlt ausdrücklich, die Zulassung eines Finanzberaters vor der Beauftragung zu prüfen – Verbraucher können dies über das öffentliche BaFin-Register kostenlos tun.

Der richtige Zeitpunkt: Früh beginnen, nicht warten

Ein weit verbreiteter Irrtum: Viele Sportler denken erst dann an Vermögensplanung, wenn der Karriereknick bereits spürbar ist. Dann sind oft wertvolle Jahre vergangen, die sich nicht nachholen lassen.

Experten empfehlen, spätestens ab dem ersten größeren Profivertrag – also oft mit Anfang 20 – einen Vermögensberater hinzuzuziehen. Für Bundesliga-Profis bedeutet das: Wer mit 22 anfängt, regelmäßig zu investieren und steuerlich zu planen, hat bis zu seinem 35. Geburtstag mehr als ein Jahrzehnt Zeit, um ein solides finanzielles Fundament zu errichten.

Auch Aspekte wie Vertragsgestaltung und rechtliche Absicherung spielen dabei eine wichtige Rolle – wie das Beispiel des DFB-Trainervertrages von Julian Nagelsmann zeigt, bei dem die genaue Ausgestaltung von Klauseln erhebliche finanzielle und berufliche Auswirkungen haben kann.

WM 2026: Der 29. Juni als Stunde der Wahrheit – und als Lernmoment

Am 29. Juni 2026 tritt Deutschland im Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts gegen Paraguay an. Für Rudi Völler ist es ein historisch aufgeladener Moment: Dasselbe Duell, derselbe Gegner – aber eine völlig andere Rolle und ein völlig anderes Jahrzehnt.

Sein Karriereweg vom WM-Torjäger über den Teamchef bis zum gefragten DFB-Sportdirektor mit Vertrag bis 2028 zeigt, dass die Nachkarriere nicht das Ende einer Geschichte ist – sondern der Beginn einer neuen Phase. Wer finanziell vorgesorgt hat, wer Vermögen klug aufgebaut und geschützt hat, kann in jeder Lebensphase neu durchstarten.

Die Frage, die sich Profisportler stellen sollten, ist nicht: „Wann brauche ich einen Vermögensberater?" Die richtige Frage lautet: „Warum habe ich noch keinen?"

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung dar. Für persönliche Empfehlungen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Vermögensberater.

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