Kurz vor dem Start ihrer neuen Stelle bei RTL im Januar 2026 entschied sich die Moderatorin Rebecca Mir (33) für eine radikale Maßnahme: fünf Tage Heilfasten. Das Ergebnis? "Bin richtig froh, dass es dann doch vorbei ist", schrieb sie auf Instagram — und löste damit eine Diskussion unter Ernährungsmedizinern aus, die sich genau diese Frage stellen: Wann ist therapeutisches Fasten sinnvoll, und wer sollte die Finger davon lassen?
Was ist Heilfasten — und warum greifen immer mehr Menschen darauf zurück?
Das Heilfasten nach Buchinger, die bekannteste Form des therapeutischen Fastens in Deutschland, sieht eine vollständige Kalorienrestriktion über mehrere Tage vor — oft kombiniert mit Gemüsebrühe, Fruchtsäften und Kräutertees als minimalem Energielieferanten. Ziel ist eine Art biologisches "Reset" des Verdauungssystems, eine Reduktion von Entzündungsmarkern im Blut und — bei regelmäßiger Anwendung — eine nachhaltige Verbesserung von Stoffwechselparametern wie Blutzucker und Cholesterin.
Laut einer Auswertung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem Jahr 2024 hat die Nachfrage nach betreuten Fastenkuren in Deutschland seit 2020 um rund 35 % zugenommen. Der Trend ist auch in Kurkliniken und Wellnesshotels sichtbar: Viele Häuser melden ausgebuchte Heilfastenwochen bereits Monate im Voraus.
Für Rebecca Mir war der Auslöser pragmatisch: Sie wollte vor dem Neustart bei "Exclusiv — Das Starmagazin" (RTL, seit 12. Januar 2026) körperlich auf der Höhe sein. Auf Instagram dokumentierte sie ihre fünf Tage — das Knurren im Magen, den Verzicht auf ihr geliebtes Snacking, die Überraschung, wie lang fünf Tage ohne feste Nahrung sein können.
Was sagen Mediziner zum Heilfasten im Januar?
Für Allgemeinmediziner ist der Januar eine Hochsaison für Anfragen rund ums Fasten. Viele Patienten möchten nach den Feiertagen "entgiften" — ein Begriff, den die Schulmedizin kritisch sieht, da Leber und Nieren den Körper dauerhaft von Schadstoffen befreien, ohne dass eine Fastenpause dafür notwendig wäre.
Dennoch erkennen Ernährungsmediziner echte Vorteile des kontrollierten Fastens:
- Verbesserung der Insulinsensitivität: Studien der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (2023) zeigen, dass bereits 5-tägiges Fasten die Insulinresistenz bei Erwachsenen mit metabolischem Syndrom messbar reduzieren kann.
- Reduktion von CRP-Werten: C-reaktives Protein, ein Marker für stille Entzündungen, sinkt bei vielen Fastenden nach 3-5 Tagen deutlich — ein Effekt, der auch nach Fastenende mehrere Wochen anhalten kann.
- Psychologischer Reset: Wer bemerkt, dass er weniger essen kann als gewohnt, entwickelt oft ein neues Bewusstsein für Hunger- und Sättigungssignale.
Die Kehrseite: Das Heilfasten ist nicht für jeden geeignet. Mediziner raten ausdrücklich ab bei Schwangerschaft, Diabetes mellitus Typ 1, Herzrhythmusstörungen, Essstörungen in der Vorgeschichte sowie bei Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutverdünnern oder Diabetesmitteln. Ohne ärztliche Rücksprache kann eine fünftägige Nahrungsrestriktion zu gefährlichen Elektrolyt-Entgleisungen führen.
Rebecca Mirs Erfahrung aus medizinischer Sicht
Was Rebecca Mir beschrieben hat — den extremen Hunger, die Energielosigkeit, die Freude am Ende — ist klassisch für das Heilfasten. Die ersten zwei bis drei Tage gelten als die schwierigsten: Der Körper stellt um von Glucose-Verbrennung auf Fettstoffwechsel (Ketose). Dieser Übergang kann mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Reizbarkeit verbunden sein.
Dass sie sich nach fünf Tagen "gereinigt" fühlte und mit Energie in ihre neue Stelle startete, entspricht dem, was viele Fastende berichten — und was die Studienlage mit Einschränkungen bestätigt: Das Körpergefühl nach einer Fastenkur ist oft positiv, auch wenn die Bezeichnung "Entgiftung" wissenschaftlich nicht haltbar ist.
Wichtig ist, was nach dem Fasten kommt. Mediziner betonen: Ein abruptes Rückfallen in alte Essgewohnheiten nach dem Fasten — das sogenannte Refeeding-Syndrom in seiner milden Form — kann die positiven Effekte neutralisieren und in seltenen schweren Fällen gefährliche Phosphat-Entgleisungen verursachen. Der Wiederaufbau sollte graduell erfolgen: zunächst leichte Kost wie Suppen, gedünstetes Gemüse und Joghurt, bevor die normale Ernährung wiederaufgenommen wird.
Wann sollte man vor einem Heilfasten zum Arzt?
Als Faustregel gilt: Ab drei Fastentagen empfehlen Mediziner eine ärztliche Voruntersuchung. Folgende Untersuchungen sind sinnvoll:
- Blutbild (Nierenwerte, Elektrolyte, Blutzucker, Leber-Enzymwerte)
- EKG bei Herzpatienten oder Menschen über 50
- Medikamenten-Check: Manche Wirkstoffe werden im Nüchternzustand anders aufgenommen und können zu Über- oder Unterdosierung führen
- BMI-Einschätzung: Bei einem BMI unter 18,5 ist längeres Heilfasten kontraindiziert
Ein Allgemeinmediziner oder Ernährungsmediziner kann innerhalb einer einzigen Konsultation abklären, ob Heilfasten für Sie sicher ist — und welche Form (Buchinger, Intermittierendes Fasten, modifiziertes Fasten nach 5:2-Methode) für Ihren Stoffwechseltyp am besten geeignet ist.
Heilfasten oder intermittierendes Fasten: Was ist besser?
Eine häufige Frage an Ernährungsmediziner: Ist das Heilfasten (vollständige Kalorienrestriktion für mehrere Tage) wirklich wirkungsvoller als das inzwischen weitverbreitete intermittierende Fasten (z.B. 16:8 oder 5:2)?
Die Antwort der Wissenschaft ist nuanciert: Beide Methoden zeigen positive Auswirkungen auf Insulinsensitivität und Entzündungsmarker. Das klassische Heilfasten erzielt schnellere und kurzfristig stärkere Effekte — ist aber auch mit höheren Risiken und einem größeren körperlichen Einschnitt verbunden. Das intermittierende Fasten ist alltagstauglicher und nachhaltig leichter durchzuhalten, zeigt aber langfristig ähnliche metabolische Vorteile.
Für Gesunde ohne Vorerkrankungen unter 50 ist oft das intermittierende Fasten die praktikablere Einstiegsmethode. Ab 50, bei Vorerkrankungen oder wenn ein schnellerer Reset gewünscht wird, kann das begleitete Heilfasten sinnvoll sein — vorausgesetzt, es findet unter ärztlicher Begleitung statt.
Rebecca Mirs Instagram-Post hat mehr als nur Unterhaltungswert: Er zeigt, dass das Heilfasten auch für Menschen mit aktivem Alltag und hohem Energiebedarf funktionieren kann — wenn man weiß, worauf man sich einlässt, und die nötigen Vorsichtsmaßnahmen trifft.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Sprechen Sie vor einer Fastenkur mit Ihrem Arzt.
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