Älterer Mann bei Physiotherapeut, der seinen Arm untersucht

Peter Maffay operiert: Wenn Arm-Schmerzen zum Arzt führen müssen

Lena Lena SchmidtGesundheit
4 Min. Lesezeit 23. März 2026

Peter Maffay, 75, muss mehrere Auftritte im Frühjahr 2026 absagen: Der Rockmusiker wurde an seinem rechten Arm operiert, nachdem er beim Krafttraining anhaltende Schmerzen im Sehnenbereich entwickelt hatte. Die Diagnose — Verschleiß im Sehnenbereich des Oberarms — zwang ihn zu einem ambulanten Eingriff, den sein Arzt empfohlen hatte. Während Fans auf die baldige Rückkehr ihres Idols hoffen, wirft der Fall eine Frage auf, die Millionen aktiver Menschen über 60 betrifft: Wann sind Schmerzen im Arm oder in der Schulter ein Zeichen dafür, dass man unbedingt zum Facharzt muss?

Sehnen unter Druck: Was beim älteren Körper anders ist

Was bei Peter Maffay zum Eingriff führte — ein Sehnenabrieb am Oberarm durch jahrelanges Training — ist kein Einzelfall. Mit zunehmendem Alter verlieren Sehnen und Bänder einen Teil ihrer Elastizität und Durchblutung. Das macht sie anfälliger für Mikrotraumata durch Überlastung, aber auch für Entzündungen, die sich schleichend entwickeln.

Bei Menschen über 55 Jahren sind Schulter- und Armverletzungen die häufigsten orthopädischen Beschwerden nach Knie- und Rückenproblemen. Besonders betroffen:

  • Rotatorenmanschette: Die Gruppe von vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk stabilisiert, ist bei aktiven Älteren besonders verletzungsanfällig. Risse — auch ohne akutes Trauma — kommen bei über 60-Jährigen in rund 25% der Fälle vor, oft ohne dramatische Symptome.
  • Bizepssehne: Schmerzen an der Vorderseite des Oberarms beim Heben oder Beugen können auf eine Reizung oder einen Teilriss der langen Bizepssehne hinweisen.
  • Epicondylitis (Tennisarm/Golferarm): Chronische Überlastung der Unterarmmuskeln, die sich als Schmerz an der Außen- oder Innenseite des Ellenbogens äußert.

Das Problem: Viele Betroffene nehmen die Schmerzen zu lange als „normal" hin oder behandeln sie ausschließlich mit Schmerzmitteln und Wärme. Das kann dazu führen, dass aus einer behandelbaren Teilläsion ein vollständiger Sehnenriss wird — der dann nur noch operativ versorgt werden kann.

Die Signale, die Sie nicht ignorieren sollten

Es gibt eine Reihe von Warnsignalen, bei denen ein Besuch beim Orthopäden oder Sportmediziner nicht aufgeschoben werden sollte:

Schmerzdauer über drei Wochen. Wenn ein Arm- oder Schulterschmerz nach zwei bis drei Wochen konservativer Selbstbehandlung (Schonung, Kühlung, Ibuprofen) nicht deutlich nachlässt, ist eine professionelle Diagnose nötig.

Kraftverlust. Wenn Sie merken, dass Sie den Arm nicht mehr vollständig heben können, oder beim Heben eines normalen Gegenstands unerwartet Schwäche spüren, kann das auf eine strukturelle Läsion hinweisen.

Nachtschmerz. Schmerzen, die Sie nachts aus dem Schlaf wecken — besonders beim Drehen auf die betroffene Seite — sind ein Zeichen, dass der Entzündungsprozess aktiv ist und einer Behandlung bedarf.

Knacksen oder Reiben. Hörbares oder spürbares Knacken im Schultergelenk in Kombination mit Schmerz ist kein harmloser Zufall.

Ausstrahlende Schmerzen. Wenn der Schmerz in den Nacken, den Arm oder die Hand ausstrahlt, kann auch eine Nervenwurzelreizung vorliegen — ein Fall für einen Neurologen oder Wirbelsäulenspezialisten.

Was passiert beim Facharzt?

Viele Menschen scheuen den Gang zum Orthopäden aus Angst vor einer Operation. Tatsächlich ist jedoch die große Mehrheit der Arm- und Schulterprobleme konservativ behandelbar — wenn die Diagnose früh gestellt wird.

Beim ersten Facharztbesuch steht in der Regel eine gezielte körperliche Untersuchung im Vordergrund: Der Arzt testet Bewegungsumfang, Kraft und die spezifischen Schmerzsituationen durch verschiedene Bewegungstests. Bildgebende Diagnostik — Ultraschall oder MRT — gibt dann Aufschluss über den Zustand der Sehnen.

Typische Behandlungsoptionen ohne Operation umfassen:

  • Physiotherapie: Gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen für die umgebenden Muskeln
  • Stoßwellentherapie: Besonders wirksam bei chronischen Sehnenreizungen (Tendinopathien)
  • Kortison-Infiltrationen: Kurzfristige Entzündungshemmung bei akuten Schüben, mit gezielter Platzierung durch Ultraschall
  • Eigenbluttherapie (PRP): Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut zur Förderung der Sehnenheilung

Erst wenn diese Methoden über mehrere Monate keinen ausreichenden Erfolg bringen oder wenn strukturelle Läsionen vorliegen, die sich nicht konservativ beheben lassen, kommt eine Operation infrage — wie im Fall von Peter Maffay.

Aktiv bleiben über 60: Richtig trainieren, Verletzungen vermeiden

Die Konsequenz aus Peters Maffays Fall ist nicht, mit dem Sport aufzuhören — im Gegenteil. Regelmäßige körperliche Aktivität ist der wichtigste Faktor für gesundes Altern. Die Herausforderung liegt im Training selbst: Was für einen 30-Jährigen ein normales Gewicht ist, kann für einen 70-Jährigen eine chronische Überlastung bedeuten.

Sportmediziner empfehlen für aktive Menschen über 60:

  1. Regelmäßige Pausen: Mikropausen zwischen Trainingseinheiten einbauen, Regenerationszeit respektieren
  2. Exzentrisches Training: Besonders sehnenschonend und gleichzeitig sehnenstärkend
  3. Aufwärmen verlängern: Der ältere Bewegungsapparat braucht mehr Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen
  4. Schmerz als Signal respektieren: „No pain, no gain" gilt nicht für Sehnen und Gelenke über 60
  5. Regelmäßige sportmedizinische Checks: Einmal jährlich, auch ohne akute Beschwerden

Ein Gespräch mit einem Sportmediziner oder Orthopäden kann helfen, das Training optimal anzupassen und die häufigsten Überlastungsschäden zu verhindern — bevor sie eine Operation notwendig machen.

Warum ältere Sportler häufiger übersehen, wann es zu viel wird

Ein unterschätzter Faktor bei Sehnen- und Muskelverletzungen im Alter: Die Schmerzwahrnehmung verändert sich. Studien zeigen, dass die Schmerzschwelle mit dem Alter steigt — was bedeutet, dass ältere Menschen strukturelle Schäden manchmal erst wahrnehmen, wenn sie bereits fortgeschritten sind. Gleichzeitig sind viele aktive Senioren durch Jahrzehnte des Sports daran gewöhnt, Beschwerden «wegzutrainieren». Was bei 30 Jahren manchmal funktioniert, kann mit 65 oder 70 Jahren gefährlich sein.

Peter Maffays Fall zeigt, dass auch erfahrene, körperbewusste Menschen Fehlentscheidungen beim Training treffen können. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Diagnostik und einem angepassten Trainingsplan lässt sich die Leistungsfähigkeit auch im höheren Alter erhalten — und Operationen lassen sich in vielen Fällen vermeiden, wenn man rechtzeitig handelt.

Wer jetzt Schmerzen im Arm, der Schulter oder im Ellenbogen hat und noch keinen Facharzt aufgesucht hat, kann über Expert Zoom schnell und unkompliziert online einen Sportmediziner oder Orthopäden konsultieren — ohne Wochen auf einen Termin zu warten.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen suchen Sie bitte einen Arzt auf.

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