Michael Kretschmer warnt: Deutschland in der Wirtschaftskrise – Was Sie jetzt für Ihr Vermögen tun sollten

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen und CDU-Vorsitzender-Stellvertreter, offizielles Porträt

Photo : Pawel Sosnowski / Sächsische Staatskanzlei / Wikimedia

Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 25. April 2026

Am 14. April 2026 sendete ARD-Talkshow Maischberger ein ungewöhnlich deutliches Signal: Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen und stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender, warnte offen vor dem wirtschaftlichen Absturz Deutschlands. „Deutschland fährt sich gerade runter", sagte er in der Sendung. Der Politiker, der am 20. Februar 2026 beim Stuttgarter CDU-Parteitag mit 87,82 Prozent der Stimmen zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt wurde, verlangt einen radikalen Politikwechsel – bevor die Konsequenzen unumkehrbar werden.

Was Kretschmer fordert – und was dahintersteckt

Kretschmer verlangt konkret ein Wirtschaftswachstum von zwei bis drei Prozent jährlich. Er sieht dies nur durch drei Maßnahmen erreichbar: tiefgreifende Deregulierung, eine vollständige Neuausrichtung der Energiepolitik sowie – in auffälligem Widerspruch zur Regierungslinie – mehr diplomatischen Dialog mit Russland im Ukraine-Konflikt.

Seine Warnung ist kein Einzelphänomen. Die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche steht unter erheblichem Haushaltsdruck, während Deutschland gleichzeitig strukturelle Schwächen in der Industrie, steigenden Energiekosten und internationalen Handelskonflikten begegnen muss.

Die Debatte ist politisch. Doch ihre Auswirkungen sind höchst persönlich – und betreffen das Vermögen von Millionen Deutschen direkt.

Was wirtschaftliche Abschwünge konkret bedeuten

Das Statistische Bundesamt (Destatis) zeigt, dass Deutschlands Bruttoinlandsprodukt 2024 um 0,2 Prozent geschrumpft ist – das zweite Minus in Folge. Gleichzeitig sind die Energiekosten für Privathaushalte seit 2022 um über 40 Prozent gestiegen. Viele Haushalte kompensieren das ohne es zu merken: Sie greifen auf Ersparnisse zurück, reduzieren Vorsorgebeiträge oder verschieben Investitionen.

Der Reallohnzuwachs von 2025 ist nur ein Teil des Bildes. Inflation, höhere Steuern auf Kapitalerträge und sinkende Erträge auf klassischen Sparprodukten fressen den Zugewinn oft wieder auf. Wer nicht aktiv steuert, verliert real Vermögen – auch wenn die Kontonummern gleich bleiben.

Konjunkturabschwünge treffen Vermögen auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Aktienmärkte reagieren auf Wachstumswarnungen mit Kursrückgängen – besonders exponiert sind Automobilwerte, Maschinenbau und Energieversorger.
  • Immobilienmärkte stagnieren oder geben nach, wenn Zinsen hoch und Nachfrage schwach bleiben.
  • Betriebliche Altersvorsorge kann unter Druck geraten, wenn Arbeitgeber in strukturschwachen Branchen tätig sind.
  • Liquiditätsengpässe entstehen, wenn Geld in gebundenen Produkten steckt und kurzfristig benötigt wird.

Was Vermögensberater in unsicheren Zeiten raten

Unabhängige Vermögensberater – also solche, die keine eigenen Produkte verkaufen – empfehlen in wirtschaftlich unsicheren Phasen eine strukturierte Bestandsaufnahme in vier Bereichen:

Liquiditätsreserve prüfen: Mindestens drei bis sechs Nettogehälter sollten als schnell verfügbare Reserve existieren. Kein Tagesgeld mit Bindungsfrist, kein Aktienpaket, das unter Druck verkauft werden müsste. Diese Reserve ist die finanzielle Atmung in einem Abschwung.

Diversifikation hinterfragen: Wer sein gesamtes Kapital in einer Assetklasse hält – sei es Immobilien, Festgeld oder ein einzelner Aktienfonds – trägt ein konzentriertes Risiko. Historisch erwiesene Puffer in wirtschaftlichen Abschwüngen sind breite Indexfonds, inflationsgebundene Anleihen und physisches Gold oder Gold-ETFs.

Inflationsschutz einbauen: Selbst bei moderater Inflation verliert Geld auf dem klassischen Sparkonto real an Wert. Produkte, die nominal Zinsen zahlen, aber real Kaufkraft kosten, sind kein Schutz – sie sind eine stille Enteignung.

Altersvorsorge auf Kosten prüfen: Die gesetzliche Rente steigt ab Juli 2026 um 4,24 Prozent. Das klingt gut. Doch das Rentenniveau ist nur bis 2031 gesetzlich auf 48 Prozent gesichert – danach droht ein Rückgang auf unter 47 Prozent, je nach Prognosemodell. Wer private Altersvorsorge betreibt, sollte jetzt prüfen, ob die Produkte wirklich das leisten, was sie kosten.

Wann ist der richtige Moment für eine Beratung?

Viele Menschen warten, bis die Krise eingetreten ist. Das ist menschlich – aber teuer. Wer in ruhigeren Zeiten plant, hat mehr Optionen, bessere Konditionen und weniger emotionalen Druck.

Ein Gespräch mit einem unabhängigen Vermögensberater ist sinnvoll, wenn:

  • Ihre letzte Finanzprüfung mehr als zwei Jahre zurückliegt
  • Sie nicht sicher sind, wie Ihr Kapital auf Inflation oder Börsenschwäche reagiert
  • Sie in einer Branche arbeiten, die strukturell unter Druck steht (Automotive, Energie, Maschinenbau)
  • Sie in den nächsten fünf Jahren eine große Ausgabe planen (Immobilienkauf, Unternehmensgründung, Ruhestand)
  • Sie Schenkungs- oder Erbschaftsplanungen noch nicht abgeschlossen haben

Ob Kretschmer mit seiner Krisenprognose recht hat oder zu dramatisch ist – diese Frage ist sekundär. Primär ist: Wissen Sie, wie Ihr Vermögen aufgestellt ist, wenn es wirklich ernst wird?

Drei konkrete Schritte, die Sie heute tun können

Eine Beratung braucht Vorbereitung. Wer strukturiert in ein Gespräch geht, bekommt bessere Empfehlungen – und spart Zeit. Diese drei Schritte können Sie selbst durchführen, bevor Sie einen Experten kontaktieren:

Schritt 1 – Vermögensinventur machen: Schreiben Sie auf, was Sie besitzen und was Sie schulden. Konten, Depots, Immobilien, Lebensversicherungen, Rentenzusagen, Kredite. Viele Menschen haben kein klares Bild ihres eigenen Vermögens – das ist der erste Blindfleck.

Schritt 2 – Kostenstruktur prüfen: Welche wiederkehrenden Kosten entstehen durch Ihre Finanzprodukte? Fondsverwaltungsgebühren von zwei Prozent jährlich kosten über 20 Jahre mehr als ein Zehntel des Kapitals. Versicherungsprämien für Produkte, die Sie nie in Anspruch nehmen, sind stilles Geld. Stellen Sie Ihren Berater vor die Aufgabe, diese Kosten zu quantifizieren.

Schritt 3 – Risikoprofil realistisch einschätzen: Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Depot innerhalb von drei Monaten um 30 Prozent fällt? Wer ehrlich antwortet – und viele überschätzen ihre Risikobereitschaft – kann eine passende Anlagestrategie wählen, die sie auch in Krisenzeiten nicht sofort verkaufen müssen.

So finden Sie einen unabhängigen Berater

Nicht jeder „Finanzberater" berät wirklich unabhängig. Viele arbeiten auf Provisionsbasis und empfehlen Produkte, für die sie selbst vergütet werden. Achten Sie auf folgende Merkmale:

  • Honorarberater statt Provisionsvermittler – der Berater verdient an Ihrer Zeit, nicht an Ihrem Produktkauf
  • BaFin-Registrierung als geprüftes Merkmal der Seriösität
  • Spezialisierung auf Ihre Lebenssituation: Selbstständige, Arbeitnehmer und Immobilienbesitzer haben unterschiedliche Beratungsbedürfnisse

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Bitte wenden Sie sich für konkrete Anlageentscheidungen an einen zugelassenen Vermögensberater.

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