Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen hat seit dem 28. Januar 2026 keine offiziellen Aufgaben mehr wahrgenommen. Ärzte prüfen derzeit ihre Eignung für eine Lungentransplantation — ein seltener medizinischer Eingriff, der viele Deutsche bewegt, sich über Lungenfibrose zu informieren.
Was ist mit Mette-Marit passiert?
Die norwegische Kronprinzessin kämpft seit 2018 gegen eine pulmonale Fibrose — eine seltene, unheilbare Erkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt und verhärtet. Ihr letzter öffentlicher Auftritt fand am 28. Januar 2026 in der Stadtbibliothek Fredrikstad statt.
Seit Dezember 2025 hat sich ihr Zustand nach Angaben aus dem norwegischen Königshaus verschlechtert. Für den Staatsbesuch des belgischen Königspaares vom 24. bis 26. März 2026 in Norwegen wird sie abwesend sein — erst das dritte Mal in 25 Jahren, dass sie einem Staatsbesuch fernbleibt.
Norwegische Medien berichteten am 18. März 2026, dass Ärzte ihre Eignung für eine Lungentransplantation prüfen. Diese Meldung löste in Deutschland und Österreich mehr als 1.000 Suchanfragen pro Tag aus — ein Zeichen dafür, wie viele Menschen nicht nur die Kronprinzessin, sondern auch die Erkrankung selbst verstehen möchten.
Was ist pulmonale Fibrose? Ursachen und Symptome
Pulmonale Fibrose (oder Lungenfibrose) ist eine Erkrankung, bei der das Bindegewebe der Lunge zunehmend vernarbt. Dies beeinträchtigt den Gasaustausch und führt dazu, dass immer weniger Sauerstoff ins Blut gelangt.
Häufige Symptome:
- Anhaltende, trockene Husten
- Zunehmende Kurzatmigkeit, zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe
- Chronische Erschöpfung
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Trommelschlägelfinger (verdickte Fingerkuppen)
Die Erkrankung verläuft schleichend. Viele Patienten erhalten die Diagnose erst Jahre nach dem Beginn der Symptome, weil sie anfängliche Atemnot auf Alter oder mangelnde Fitness zurückführen.
Ursachen: In etwa der Hälfte der Fälle bleibt die Ursache unbekannt — man spricht dann von idiopathischer Lungenfibrose (IPF). Bekannte Risikofaktoren umfassen Rauchen, lang anhaltende Exposition gegenüber Asbest, Quarzstaub oder Schimmelpilzsporen sowie bestimmte Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Sklerodermie).
Häufigkeit: In Deutschland sind schätzungsweise 50.000 bis 100.000 Menschen von Lungenfibrose betroffen. Die Erkrankung tritt häufiger bei Männern und bei Menschen über 50 auf.
Diagnose: Warum frühzeitiges Handeln entscheidend ist
Die Diagnose der Lungenfibrose ist komplex und erfordert in der Regel mehrere Untersuchungsschritte:
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Misst die Lungenkapazität und die Atemflussraten
- Hochauflösende Computertomographie (HRCT): Zeigt das Vernarbungsmuster der Lunge in hoher Detailtreue
- Bronchoskopie mit Biopsie: In manchen Fällen notwendig, um den genauen Fibrose-Typ zu bestimmen
- Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss von Autoimmunerkrankungen als Ursache
Eine frühe Diagnose ist entscheidend, weil die verfügbaren Medikamente (Pirfenidon und Nintedanib bei IPF) die Erkrankung zwar nicht heilen, aber das Fortschreiten der Vernarbung deutlich verlangsamen können.
Behandlungsmöglichkeiten: Von Medikamenten bis zur Transplantation
Die Behandlung der Lungenfibrose ist individuell und hängt vom Schweregrad und der Ursache ab:
Medikamentöse Therapie: Bei idiopathischer Lungenfibrose kommen Antifibrotika wie Pirfenidon (Esbriet) oder Nintedanib (Ofev) zum Einsatz. Diese verlangsamen die Vernarbung und können die Lebensqualität verbessern.
Sauerstofftherapie: Bei fortgeschrittener Erkrankung wird Sauerstoff über eine Nasensonde oder Maske zugeführt, um die Blutsauerstoffsättigung zu stabilisieren.
Pulmonale Rehabilitation: Gezielte Atem- und Bewegungstherapie kann die Belastbarkeit der Patienten verbessern und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
Lungentransplantation: Im Endstadium der Erkrankung ist eine Transplantation die einzige kurative Option. In Deutschland führen spezialisierte Zentren (u.a. in München, Berlin und Hannover) solche Eingriffe durch. Die Wartezeiten sind lang, da geeignete Spenderorgane rar sind — ein Grund mehr, warum die Organspende-Diskussion in diesem Kontext an Bedeutung gewinnt.
Wann sollten Sie einen Lungenfacharzt aufsuchen?
Atembeschwerden werden von vielen Menschen lange toleriert, bevor sie einen Arzt konsultieren. Dabei gilt: Je früher eine Lungenfibrose diagnostiziert wird, desto größer ist die Chance, das Fortschreiten zu verlangsamen.
Suchen Sie umgehend einen Pneumologen (Lungenarzt) auf, wenn Sie:
- Seit mehr als sechs Wochen einen trockenen Reizhusten haben
- Bei alltäglichen Aktivitäten (Treppensteigen, Einkaufen) außer Atem geraten
- Ohne erkennbaren Grund chronisch müde sind
- Früher geraucht haben oder beruflich Staub oder Chemikalien ausgesetzt waren
- In Ihrer Familie Fälle von Lungenerkrankungen bekannt sind
Ein Pneumologe kann die notwendigen Untersuchungen anordnen, die Diagnose stellen und gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan entwickeln.
Leben mit Lungenfibrose: Was Patienten und Angehörige wissen sollten
Eine Lungenfibrose-Diagnose verändert das Leben — für den Patienten und seine Familie. Atemnot bei körperlicher Anstrengung kann die Selbstständigkeit einschränken und die Lebensqualität erheblich beeinflussen. Gleichzeitig gibt es viele Maßnahmen, die den Alltag erleichtern:
Praktische Tipps für den Umgang mit der Erkrankung:
- Vermeiden Sie Tabakrauch konsequent — auch Passivrauchen beschleunigt die Vernarbung
- Schützen Sie sich vor Atemwegsinfektionen mit Grippe- und Pneumokokken-Impfungen
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht — Übergewicht belastet die Atemmuskulatur zusätzlich
- Beantragen Sie frühzeitig einen Schwerbehindertenausweis, wenn die Erkrankung Ihre Arbeitsfähigkeit einschränkt
- Informieren Sie sich über Selbsthilfegruppen — der Austausch mit anderen Betroffenen kann psychisch entlasten
Angehörige spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Sie können bei der Überwachung der Sauerstoffsättigung helfen (Pulsoximeter sind kostengünstig und leicht bedienbar), die Lungenfunktionstraining unterstützen und bei der Kommunikation mit dem Behandlungsteam assistieren.
Mette-Marits Fall als gesellschaftlicher Impuls
Das öffentliche Schicksal von Kronprinzessin Mette-Marit hat etwas bewegt: Millionen Menschen informieren sich über eine Krankheit, die zuvor kaum im öffentlichen Bewusstsein war. Dies ist eine Chance — für Betroffene, sich Hilfe zu suchen, und für Angehörige, Warnsignale bei ihren Liebsten zu erkennen.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) sterben in Deutschland jährlich rund 10.000 Menschen an den Folgen einer Lungenfibrose. Die Dunkelziffer nicht diagnostizierter Fälle dürfte deutlich höher liegen.
Lungenfibrose ist nicht heilbar, aber sie ist behandelbar. Und der erste Schritt ist ein Gespräch mit einem Spezialisten.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bitte wenden Sie sich bei Atembeschwerden oder Verdacht auf eine Lungenerkrankung an einen Arzt.
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