Malika Dzumaev kollabiert bei Let's Dance: Wenn Kreislaufprobleme zum Arztfall werden

Profitänzerin auf der Let's Dance Showbühne, Köln 2024

Photo : Steffen Prößdorf / Wikimedia

Lena Lena MeyerGesundheit
4 Min. Lesezeit 29. Mai 2026

Am 2. Mai 2026 brach die Profitänzerin Malika Dzumaev (35) während der achten Live-Show von „Let's Dance" im Kölner Studio zusammen. Direkt nach dem Tanzentscheid, als sie und ihr Tanzpartner Joel Mattli erfuhren, dass sie weiterkommen, verlor sie auf der Showtreppe das Bewusstsein.

Moderator Daniel Hartwich reagierte sofort: „Wir brauchen einen Arzt!", rief er ins Mikrofon. Das RTL-Fernsehpublikum bekam die Szene nicht zu sehen – die Kameras schwenkten weg. Der Sanitätsdienst des Senders kümmerte sich rasch um die Tänzerin.

Wenige Stunden später meldete sich Malika über Instagram und beruhigte ihre Fans: „Es war kurz mein Kreislauf, nichts Ernstes. Ich habe wahrscheinlich zu wenig gegessen, zu wenig getrunken – und die Aufregung kam dazu. Das summiert sich halt." Sie erholte sich schnell und fuhr noch in der Nacht in ihr Hotel.

Kreislauf, Dehydration, Aufregung: Die häufigsten Auslöser einer Ohnmacht

Der Vorfall bei Malika Dzumaev klingt banal – und ist es in vielen Fällen auch. Ein Kreislaufkollaps ohne erkennbare Grunderkrankung tritt häufig unter bestimmten Bedingungen auf. Mediziner sprechen von einer sogenannten vasovagalen Synkope: Der Blutdruck fällt kurzfristig so stark ab, dass das Gehirn nicht ausreichend mit Blut versorgt wird.

Häufige Auslöser sind:

  • Dehydration: Zu wenig Flüssigkeit senkt das Blutvolumen und begünstigt Druckabfälle.
  • Unterzuckerung: Wer zu wenig gegessen hat, riskiert einen Blutzuckerabfall, der den Kreislauf destabilisiert.
  • Emotionaler Stress: Aufregung und Adrenalin weiten die Blutgefäße, was den Blutdruck senkt.
  • Langes Stehen oder Hitze: Staut sich Blut in den Beinen, sinkt der Druck im Oberkörper.
  • Schnelles Aufstehen: Der Körper gleicht den Lagewechsel nicht schnell genug aus.

Das Tückische daran: Auch körperlich sehr fitte Menschen wie Leistungstänzerinnen sind nicht immun. Im Gegenteil – ein trainierter Körper reagiert manchmal sensibler auf Stressreize und Flüssigkeitsmangel, weil Herzfrequenz und Grundumsatz dauerhaft erhöht sind.

Wann ist ein Kreislaufkollaps ein medizinischer Notfall?

Nicht jede Ohnmacht ist harmlos. Während Malika Dzumaev sich rasch erholte, gibt es Warnsignale, bei denen sofort der Notruf 112 gewählt werden muss. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, folgende Zeichen immer ernst zu nehmen (vgl. Herzstiftung: Ihre Herzgesundheit):

  • Die Person bleibt nach dem Sturz länger als ein bis zwei Minuten bewusstlos.
  • Sie atmet unregelmäßig oder gar nicht.
  • Krämpfe, blaue Lippen oder Zyanose treten auf.
  • Es liegt ein bekanntes Herzleiden vor.
  • Der Kollaps trat beim Sport ohne erkennbaren Auslöser auf.
  • Die betroffene Person ist über 60 Jahre alt und hatte bislang keine ähnlichen Episoden.

Besonders gefährlich sind Synkopen, die auf Herzrhythmusstörungen zurückgehen. Diese können auch bei scheinbar gesunden Menschen auftreten und erfordern eine sofortige kardiologische Abklärung. Tritt eine Ohnmacht ohne erkennbaren Auslöser auf – also nicht durch Hitze, Dehydration oder Aufregung erklärbar – sollte immer ein EKG und eine Herzultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Erstmaßnahmen bei Ohnmacht: Was Augenzeugen tun können

Wer Zeuge eines Kreislaufkollaps wird, kann mit einfachen Handgriffen helfen – so wie Daniel Hartwich bei Malika Dzumaev sofort reagierte:

  1. Ruhe bewahren und die Person langsam abstützen, um einen unkontrollierten Sturz zu verhindern.
  2. Beine hochlagern, soweit möglich – das verbessert die Durchblutung des Gehirns innerhalb von Sekunden.
  3. Für frische Luft sorgen: Enge Kleidung öffnen, die Umgebung freihalten.
  4. Bewusstsein prüfen: Ansprechen, sanft stimulieren. Reagiert die Person nicht innerhalb von 30 Sekunden, sofort Notruf 112 wählen.
  5. Nicht allein lassen, bis eine Besserung eingetreten ist oder der Rettungsdienst eintrifft.
  6. Bei Atem- oder Herzstillstand: Sofort mit Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen und 112 rufen.

Was man hingegen nicht tun sollte: Die Person sofort aufstehen lassen, ihr Essen oder Trinken geben, bevor sie vollständig bei Bewusstsein ist, oder den Vorfall kleinreden, wenn Warnsignale vorliegen.

Prävention: Was jeder für seinen Kreislauf tun kann

Das Beispiel von Malika Dzumaev zeigt, wie schnell es gehen kann – selbst bei einer trainierten Sportlerin. Wer regelmäßig intensive körperliche Aktivitäten ausübt oder stressige Lebensphasen durchlebt, sollte folgende Grundregeln beachten:

  • Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich, bei körperlicher Anstrengung deutlich mehr. Schweißverlust muss aktiv ausgeglichen werden.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Keine Mahlzeiten auslassen, besonders vor oder während intensiver körperlicher Aktivität.
  • Stressmanagement: Atemübungen und strukturierte Pausen können vasovagale Reaktionen abpuffern.
  • Ausreichend Schlaf: Schlafmangel erhöht die Empfindlichkeit des vegetativen Nervensystems deutlich.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Bei wiederholten Schwindelepisoden oder Schwarzsehen empfiehlt sich ein Check-up beim Allgemeinmediziner.

Wann ein Facharzt weiterhelfen kann

Treten Kreislaufprobleme häufiger auf oder lassen sie sich nicht klar erklären, ist ein Arztbesuch unerlässlich. Ein Allgemeinmediziner oder Kardiologe kann mittels EKG, Langzeit-EKG und Belastungstest abklären, ob eine strukturelle Herzerkrankung vorliegt. In manchen Fällen sind auch neurologische Untersuchungen notwendig, wenn autonome Regulationsstörungen vermutet werden.

Auch Berufssportler, Bühnenkünstler und Menschen mit stressintensiven Berufen sollten Kreislaufbeschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Malika Dzumaev hat das Richtige getan: Sie ließ sich sofort versorgen und meldete sich danach beim Arzt.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder rufen Sie den Notruf 112.

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