Lehrermangel 2026: Wie Eltern ihren Kindern trotzdem zum Schulerfolg verhelfen

Schüler lernt allein zuhause wegen Lehrermangel in Deutschland 2026
Sophie Sophie MeierNachhilfe
4 Min. Lesezeit 14. April 2026

Rund 40.000 Unterrichtsstunden fehlen allein in Niedersachsen jede Woche — und das ohne Krankheitsausfälle. Der Lehrermangel in Deutschland 2026 ist kein temporäres Problem mehr, sondern eine strukturelle Bildungskrise mit konkreten Folgen für Schülerinnen und Schüler.

Die Zahlen hinter der Krise

Laut aktuellen Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) fehlten 2024 bundesweit rund 17.300 Lehrkräfte an Schulen. Für das Schuljahr 2025/2026 hat sich die Lage in einigen Bundesländern leicht verbessert — Niedersachsen beschäftigt inzwischen rund 77.800 Lehrerinnen und Lehrer, so viele wie noch nie. Dennoch kann der Unterrichtsausfall nicht vollständig gedeckt werden: Die Lehrversorgung liegt bei 97,2 Prozent — bedeutet in der Praxis, dass rund 1,41 Millionen statt der benötigten 1,45 Millionen Unterrichtsstunden erteilt werden.

Am stärksten betroffen sind Haupt- und Werkrealschulen (90,6 Prozent Versorgung) sowie Förderschulen (91,8 Prozent). Gymnasien hingegen sind mit 101,2 Prozent überversorgt. Die Schere zwischen bildungsstarken und bildungsschwachen Schulformen öffnet sich weiter.

Langfristig wird die Situation schwieriger: Laut KMK-Lehrerbericht 2023–2035 gehen Modellrechnungen bis 2035 von einem bundesweiten Lehrkräftemangel von bis zu 49.000 aus — andere Schätzungen sprechen sogar von 75.000 fehlenden Lehrerstellen. Besonders hart treffen die Engpässe die ostdeutschen Bundesländer: In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Personalsituation bereits jetzt kritisch.

Was das im Alltag bedeutet

Für Schülerinnen und Schüler bedeutet Lehrermangel konkret: ausgefallener Unterricht, Klassenzusammenlegungen, häufig wechselnde Fachvertretungen und Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung. In Thüringen war zum Schuljahresstart 2025/2026 fast ein Drittel der neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneinsteiger — Menschen, die über Fachkenntnisse verfügen, aber keine reguläre Lehramtsprüfung abgelegt haben.

Niedersachsens Schulministerin Julia Willie Hamburg sagte im Januar 2026: „Ich kann noch nicht von einer Trendwende sprechen." Selbst ohne Krankheitsausfälle müssen Schulen Stunden kürzen. Wer krank ist oder im Urlaub, hinterlässt eine Lücke, die kaum zu schließen ist.

Die Folgen sind ungleich verteilt. Kinder aus einkommensschwächeren Familien, die wenig oder keine außerschulische Unterstützung erhalten, tragen die Hauptlast des Unterrichtsausfalls. Sie können nicht auf Privatunterricht oder Lernprogramme zurückgreifen, wenn ein Fach wochenlang ausfällt.

Warum Nachhilfe 2026 anders ist als früher

Nachhilfe war lange das Stichwort für Schüler, die in einem Fach den Anschluss verloren hatten. 2026 hat sich das Bild grundlegend verändert: Nachhilfe ist für viele Familien präventiv und strukturell geworden — nicht weil das Kind nicht versteht, sondern weil der Unterricht schlicht nicht stattfindet.

Erfahrene Nachhilfelehrer und -lehrerinnen übernehmen dabei teils Aufgaben, die eigentlich zur Schule gehören: Lehrplaninhalte erklären, die im Unterricht kaum noch behandelt werden, Klassenarbeiten vorbereiten, Lücken aus dem Vorjahr schließen. Besonders gefragt sind Fächer wie Mathematik, Deutsch und Englisch — aber auch Naturwissenschaften, in denen Fachkräftemangel und Unterrichtsausfall zusammentreffen.

Ein wichtiger Vorteil der individuellen Nachhilfe: Die Lerngeschwindigkeit und der Schwerpunkt passen sich dem Kind an, nicht einer Klasse von 30 Schülerinnen und Schülern. Für Kinder mit unterschiedlichem Lerntempo — ob schneller oder langsamer als der Klassenrhythmus — kann das den entscheidenden Unterschied machen.

Die versteckten Folgen: Wenn Kinder den Anschluss verlieren

Ein oft unterschätztes Problem ist die emotionale Wirkung von häufigem Unterrichtsausfall auf Kinder und Jugendliche. Studien der Bertelsmann-Stiftung zeigen, dass Schülerinnen und Schüler, die wiederholt auf Vertretungsunterricht oder Eigenarbeit angewiesen sind, häufiger motivationslos werden und das Gefühl entwickeln, dass ihre Bildung dem Staat weniger wichtig ist.

Besonders Kinder in der Hauptschule und in Förderschulen — dort, wo die Unterrichtsversorgung am schwächsten ist — erfahren eine doppelte Benachteiligung: schlechtere Startbedingungen und weniger Unterrichtsstunden. Fachleute sprechen von einem „Matthäus-Effekt" im Bildungssystem: Wer schon hat, bekommt mehr. Wer es am meisten braucht, bekommt am wenigsten.

Eltern, die diese Lücke schließen wollen, greifen immer häufiger zu Nachhilfe — nicht als Reaktion auf schlechte Noten, sondern als bewusste Investition in Bildungskontinuität.

Wann professionelle Nachhilfe sinnvoll ist

Eltern fragen sich oft, wann sie handeln sollen. Klare Signale sind: Wenn Noten trotz Lernens nicht besser werden, wenn ein Kind aufgehört hat, über Schulstoff zu reden, wenn es häufig krank zu sein scheint und Schule vermeidet, oder wenn ein Schulfachwechsel oder eine Umschulung droht.

Professionelle Nachhilfeinstitute und qualifizierte Einzelnachhilfelehrer können auf Basis eines Lernstandstests einen individuellen Förderplan entwickeln. Das ist kein Luxus — die Bundesagentur für Arbeit und verschiedene Bundesländer bieten zudem Fördermittel für Bildungsunterstützung an, die viele Familien noch nicht kennen oder nutzen.

Was Eltern jetzt tun können

Der erste Schritt ist oft ein offenes Gespräch mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin — auch wenn diese selbst überlastet sind. Ein realistisches Bild vom aktuellen Lernstand des Kindes ist die Grundlage für jede Entscheidung.

Danach lohnt sich der Vergleich verschiedener Nachhilfeangebote: Gruppenunterricht ist günstiger, Einzelunterricht intensiver. Digitale Nachhilfe per Video-Call ermöglicht auch auf dem Land oder bei schmalem Zeitbudget flexiblen Zugang zu qualifizierten Lehrkräften.

Auf Expert Zoom finden Eltern qualifizierte Nachhilfeanbieter in ihrer Region — für ein erstes Beratungsgespräch, das den aktuellen Lernstand einschätzt und die geeignete Unterstützung empfiehlt.

Der Lehrermangel ist kein Problem, das Eltern alleine lösen können. Aber informierte und gut vernetzte Eltern können sicherstellen, dass ihre Kinder trotz struktureller Bildungskrise die Chancen bekommen, die sie verdienen.

Quellen: KMK-Daten 2024/2025; Aussagen von Schulministerin Julia Willie Hamburg, Januar 2026 (news4teachers.de); KMK-Lehrerbericht 2023–2035.

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