Deutschsprachige Frau prüft bilinguale Rechtsdokumente an ihrem Schreibtisch

Frankreichs Kommunalwahlen 2026: Was Deutsche in Frankreich jetzt wissen müssen

Lena Lena MüllerRechtsanwälte
4 min de lecture 23. März 2026

Am 22. März 2026 fand die Stichwahl der französischen Kommunalwahlen statt — und das Ergebnis hat ganz Europa aufhorchen lassen. In Marseille gewann der linke Amtsinhaber Benoît Payan gegen den Kandidaten des Rassemblement National (RN), während die rechtspopulistische Partei bundesweit rund 30 Städte für sich gewinnen konnte. Für die schätzungsweise 170.000 Deutschen, die dauerhaft in Frankreich leben, stellen sich nun wichtige rechtliche Fragen.

Die Wahlergebnisse und ihre Bedeutung

Die Kommunalwahlen 2026 gelten als wichtiger Stimmungstest ein Jahr vor der französischen Präsidentschaftswahl. Am 15. März wurden im ersten Wahlgang die Weichen gestellt; am 22. März folgte die Stichwahl in Hunderten von Gemeinden. In Paris setzte sich der Sozialist Emmanuel Grégoire durch. In Marseille verteidigte die Linke ihr Rathaus gegen den RN-Kandidaten Franck Allisio.

Dennoch: Der RN konnte in großen Regionalstädten und kleineren Kommunen signifikante Gewinne verbuchen. Laut ZDF und NZZ haben die Rechtsnationalen rund 30 Städte neu gewonnen — ein deutliches Signal für die Stimmungslage in Frankreich.

Für deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Frankreich ist das mehr als politische Beobachtung. Je nachdem, in welcher Gemeinde sie wohnen, können sich kommunale Dienstleistungen, Schulpolitik und Baugenehmigungsverfahren verändern.

Welche Rechte haben Deutsche in Frankreich?

Als EU-Bürger haben Deutsche in Frankreich grundlegende Aufenthalts- und Bürgerrechte, die durch europäisches Recht geschützt sind. Doch viele Expats sind sich ihrer konkreten Rechte nicht bewusst.

Wahlrecht auf kommunaler Ebene. EU-Bürger, die ihren Hauptwohnsitz in Frankreich haben, dürfen bei Kommunal- und Europawahlen wählen. Bei den Kommunalwahlen 2026 konnten also auch Deutsche in Marseille, Lyon oder Paris ihre Stimme abgeben — sofern sie im Wählerverzeichnis eingetragen waren.

Aufenthaltsrecht. Seit dem Brexit bietet der EU-Bürger-Status weiterhin das Recht auf dauerhaften Aufenthalt in Frankreich (Artikel 7 der EU-Aufenthaltsrichtlinie 2004/38/EG). Wer länger als fünf Jahre legal in Frankreich lebt, hat Anspruch auf eine Daueraufenthaltsgenehmigung. Der neue kommunale Kurs einer Gemeinde kann das Aufenthaltsrecht nicht einschränken — aber er kann sich auf lokale Behörden, Verwaltungsverfahren und den Zugang zu Sozialleistungen auswirken.

Sprachbarriere und Behördenkontakt. In Gemeinden, in denen neue Mehrheiten an die Macht gekommen sind, kann sich die Kommunikation mit Behörden verändern. Ein Rechtsanwalt mit Kenntnissen im französischen Verwaltungsrecht kann bei Ablehnungen, Baugenehmigungsproblemen oder Steuerfragen helfen.

Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine juristische Informationen zu Bildungszwecken. Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Wenn Sie konkrete rechtliche Fragen zu Ihrem Wohnsitz in Frankreich haben, wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt mit Spezialisierung auf deutsch-französisches Recht.

Typische Rechtsfragen für Deutsche in Frankreich

Der Anstieg des RN in einigen Regionen führt zu einem spürbaren Anstieg von Anfragen bei Rechtsanwälten — besonders in folgenden Bereichen:

Immobilienrecht und Baugenehmigungen. Lokale Mehrheitsverhältnisse beeinflussen Bau- und Stadtentwicklungspläne (PLU — Plan Local d'Urbanisme). Wer ein Haus kaufen oder renovieren möchte, sollte prüfen, ob sich die lokale Baupolitik unter der neuen Gemeindeverwaltung ändert.

Schulrecht und Bildung. Kommunen haben erheblichen Einfluss auf die Schulinfrastruktur. Für Familien mit schulpflichtigen Kindern ist der Zugang zu Schulen und die Qualität des Angebots ein relevantes Thema — besonders in Gemeinden, die neue politische Prioritäten setzen.

Steuerrecht im grenznahen Bereich. Viele Deutsche, die in Frankreich arbeiten oder Immobilien besitzen, sind von kommunalen Steuern wie der Taxe foncière und der Taxe d'habitation betroffen. Diese werden von der Kommune erhoben und können sich mit wechselnden Gemeinderäten verändern.

Erbrecht und deutsch-französische Vermögensfragen. Wer sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Vermögen hält, muss die Erbschaftssteuerregelungen beider Länder kennen. Ein Rechtsanwalt mit grenzüberschreitender Expertise kann helfen, die optimale Nachlassplanung umzusetzen.

Was Deutsche jetzt tun sollten

Die Kommunalwahlen 2026 erinnern daran, dass politische Veränderungen reale rechtliche Auswirkungen haben können. Für Deutsche in Frankreich empfehlen Experten folgende Schritte:

  1. Aufenthaltsnachweis sichern — eine Carte de séjour oder den Nachweis des dauerhaften Aufenthaltsrechts sollten Sie immer aktuell halten.
  2. Lokale Bauleitpläne prüfen — besonders wenn Immobilienkäufe oder Umbauten geplant sind.
  3. Steuerunterlagen überprüfen — und sicherstellen, dass keine Doppelbesteuerungspfade entstehen.
  4. Rechtsbeistand organisieren — gerade bei komplexen Verwaltungsvorgängen ist frühzeitige Beratung günstiger als nachträgliche Problembehebung.

Auf Expert Zoom finden Sie Rechtsanwälte mit Spezialisierung auf deutsch-französisches Recht, die online und auf Deutsch beratend tätig sind — unkompliziert, ohne Wartezeiten und ortsunabhängig. Gerade in politisch bewegten Zeiten kann ein schnelles Erstgespräch Klarheit schaffen und teure Fehler vermeiden.

Die Kommunalwahlen 2026 in Frankreich sind mehr als ein innenpolitisches Ereignis. Für die vielen Deutschen, die ihr Leben jenseits des Rheins aufgebaut haben, sind sie ein Anlass, die eigene rechtliche Stellung neu zu überprüfen — und bei Bedarf professionelle Unterstützung zu suchen.

Deutsch-Französisches Recht: Ein spezialisiertes Gebiet

Ein wichtiger Hinweis für alle Deutschen in Frankreich: Das deutsch-französische Verhältnis ist rechtlich komplex. Der Élysée-Vertrag von 1963, ergänzt durch den Aachener Vertrag von 2019, schafft enge Kooperationsrahmen — aber er ersetzt nicht die Notwendigkeit individueller Rechtsberatung.

Besonders im Bereich des Immobilienrechts, des Erbrechts und des Steuerrechts gibt es zwischen beiden Ländern erhebliche Unterschiede, die Expats oft überraschen. Wer beispielsweise eine Immobilie in Frankreich besitzt und gleichzeitig in Deutschland steuerpflichtig ist, muss beide Systeme im Blick behalten.

Ein Rechtsanwalt, der beide Rechtssysteme kennt und beide Sprachen spricht, ist kein Luxus — er ist eine Notwendigkeit für alle, die dauerhaft zwischen Deutschland und Frankreich leben oder investieren. Expert Zoom verbindet Sie direkt mit auf deutsch-französisches Recht spezialisierten Anwälten, die Sie online, auf Deutsch und ohne bürokratische Hürden beraten können.

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