Johann Lafer und der Lymphdrüsenkrebs: Was Metastasen bedeuten – und wann Sie zum Spezialisten sollten

TV-Koch Johann Lafer beim ZDF-Fernsehgarten 2025

Photo : Sven Mandel / Wikimedia

Lena Lena MeyerGesundheit
3 Min. Lesezeit 3. Juli 2026

Seit Anfang 2026 kämpft TV-Koch Johann Lafer (68) mit einer fortgeschrittenen Form des Lymphdrüsenkrebses: einem Non-Hodgkin-Lymphom mit Metastasen in weiten Teilen des Körpers. „Ich habe Metastasen im ganzen Körper, da ist alles schwarz", sagte der Star-Koch in einem emotionalen Interview. Sein Fall macht deutlich, wie wichtig frühe Diagnose und der Gang zum richtigen Spezialisten bei Verdacht auf Lymphknotenveränderungen sind.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

Was ist bei Johann Lafer passiert?

Johann Lafer erhielt seine Krebsdiagnose im Januar 2024 – zufällig während einer Routineuntersuchung, nicht aufgrund akuter Beschwerden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Lymphknoten in der Leiste, im Nacken und im Bauchraum betroffen. Eine erste chirurgische Behandlung und eine Stammzellentherapie schlugen nicht an. Seit Januar 2026 unterzieht er sich einer Chemotherapie; der sechste Zyklus stand zuletzt unmittelbar bevor.

Der Starkoch hat in dieser Zeit 25 Kilogramm abgenommen und seine Haare verloren. Dennoch bleibt er kämpferisch: Seine Ärzte teilten ihm mit, der Krebs sei zwar nicht heilbar, könne aber „eingedämmt" werden – was eine Stabilisierung über viele Jahre bedeuten kann. „Das Wichtigste ist, nichts auf morgen zu verschieben", sagt Lafer.

Non-Hodgkin-Lymphom: Was steckt dahinter?

Das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) umfasst mehr als 30 verschiedene Subtypen und ist eine der vielfältigsten Krebsformen überhaupt. In Deutschland erkranken laut der Deutschen Krebshilfe jährlich rund 16.000 Menschen neu an einem NHL. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen; der Altersgipfel liegt bei über 60 Jahren.

Lafer leidet an einem sogenannten indolenten (langsam wachsenden) Niedrigrisiko-NHL. Diese Form wächst zwar langsam, kann aber Metastasen bilden und ist im fortgeschrittenen Stadium oft nicht vollständig heilbar – jedoch über viele Jahre kontrollierbar.

Die häufigsten Warnsignale – wann handeln?

Die Tücke beim Lymphdrüsenkrebs: Frühe Symptome sind unspezifisch und werden leicht übersehen. Die wichtigsten Warnsignale sind:

  • Geschwollene Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leiste, die länger als zwei Wochen bestehen und nicht schmerzen
  • Anhaltende Müdigkeit und Leistungsabfall ohne erklärbare Ursache
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent in sechs Monaten
  • Wiederkehrendes Fieber und nächtliche Schweißausbrüche ohne Infekt
  • Ganzkörperjuckreiz ohne sichtbaren Ausschlag

Johann Lafer entdeckte seine Erkrankung bei einer Routinekontrolle – ohne vorherige akute Beschwerden. Das zeigt: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten.

Das Recht auf Zweitmeinung – und warum es so wichtig ist

Im Fall Johann Lafer vergingen mehr als 12 Monate zwischen Erstdiagnose, Stammzellentherapie und dem Wechsel zur Chemotherapie. Bei einer Krebsdiagnose haben gesetzlich Versicherte in Deutschland das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung – und dieses Recht sollte aktiv genutzt werden.

Nicht alle Onkologen sind gleich vertraut mit den zahlreichen Subtypen des Non-Hodgkin-Lymphoms. Spezialisierte Hämatologen und zertifizierte Lymphom-Zentren können alternative Behandlungsoptionen vorschlagen oder Zugang zu klinischen Studien eröffnen, die andernorts nicht verfügbar sind.

Wie Prominente wie Wigald Boning in der Diskussion um Prävention und aktive Gesundheitsgewohnheiten immer wieder betonen: Die eigene Gesundheit aktiv im Blick zu behalten ist eine der wichtigsten Investitionen, die man machen kann.

Was tun bei Verdacht auf Lymphknotenveränderungen?

Bei anhaltend geschwollenen Lymphknoten oder den genannten Warnsignalen sollten Sie folgende Schritte in Betracht ziehen:

  1. Hausarzt aufsuchen – und explizit ein Differenzialblutbild sowie eine Ultraschalluntersuchung anfragen
  2. Überweisung zu einem Hämatologen oder einer onkologischen Fachklinik beantragen
  3. Zweitmeinung einholen – besonders bei einer NHL-Diagnose oder unklarem Subtyp
  4. Klinische Studien recherchieren – viele Lymphom-Zentren in Deutschland ermöglichen Zugang zu aktuellen Studienprotokollen

Ein qualifizierter Gesundheitsexperte kann helfen, den richtigen Behandlungspfad zu finden, Ihre Rechte im deutschen Gesundheitssystem zu verstehen und die entscheidenden Fragen für das nächste Arztgespräch zu formulieren.

Soziale Unterstützung als Teil der Therapie

Lafer betont, wie sehr ihm seine Frau Silvia und seine Kinder in dieser schwierigen Zeit helfen. Das ist keine Kleinigkeit: Studien zeigen, dass soziale Einbindung den Behandlungsverlauf und die Lebensqualität bei Krebspatienten positiv beeinflussen kann. Die emotionale Last einer schweren Diagnose lässt sich zudem mit professioneller psychologischer Begleitung deutlich besser tragen.

Der TV-Koch plant trotz allem eine Reise zum Basislager des Mount Everest. „Das Leben ist zu kurz, um Träume aufzuschieben", sagt er. Mit den richtigen Spezialisten, einem stabilen sozialen Netzwerk und gezielter medizinischer Information lässt sich auch mit einem fortgeschrittenen NHL eine hohe Lebensqualität erhalten.

Die Botschaft des Star-Kochs

Johann Lafers Offenheit über seine Erkrankung sendet ein wichtiges Signal: Krebsdiagnosen verdienen keine Verdrängung, sondern klare Information, frühzeitig gesuchte ärztliche Unterstützung – und den Mut, die eigenen Rechte im Gesundheitssystem einzufordern. Wer bei anhaltenden Lymphknotenveränderungen zögert, verschenkt wertvolle Zeit. Ein erster Schritt kann ein Gespräch mit einem Gesundheitsexperten auf Expert Zoom sein – um Fragen zu sortieren und den Weg zum passenden Spezialisten zu finden.

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